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inn-joy @ Extraschicht 2015

ExtraschichtWenn einer eine Reise macht, dann kann er was erleben. Diese alte Redensart stimmt vor allem bei der alljährlichen Extraschicht, wo man als Zuschauer von Spielort zu Spielort reisen und viel erleben kann. Nach einer längeren Pause konnten wir in diesem Jahr anlässlich des 15. Geburtstags der Extraschicht ebenfalls wieder mit von der Partie sein und berichten von unseren Eindrücken.

Viel Trubel, viel Programm und viel Spaß?

Am Samstag, 20.06.2015, startete die 15. Auflage der Extraschicht, jener Nacht, in der die Industrieanlagen des Ruhrgebiets und der angrenzenden Regionen zu Spielstätten der Industriekultur werden. Für unseren Abend hatten wir uns das Zeiss Planetarium Bochum, den Bochumer Hauptbahnhof, die U35 und die Zeche Ewald in Herten ausgesucht. Um von einem Spielort zum nächsten zu kommen, gab es – wie in jedem Jahr – für die Besucher der Extraschicht die Möglichkeit, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des VRR oder den Shuttle Express-Bussen zu fahren. Leider sind die Verbindungen nicht überall gleich optimal. Denn während beispielsweise in Bochum die Linien alle 5 bis maximal 10 Minuten fuhren, legte die BoGeStra in Herne schon die „Sonntagsschicht“ ein und fuhr lediglich im 20minütigen Takt. So etwas darf nicht sein! Damit wir doch einigermaßen rasch von A nach B kommen konnten, entschieden wir uns dafür, unser Auto in Herne in Bahnhofsnähe zu parken, da es keine schnelle Verbindung zwischen Herne und der Zeche gab, mussten wir auf dem Rückweg am späteren Abend leider erneut mit dem Auto fahren, denn der Weg über Gelsenkirchen und mit dem Shuttle Express hätte einer halben Odyssee geglichen.

Mit der U35 fuhren wir dann nach Bochum. Die angekündigten Poetry Slam-Teilnehmer waren allerdings um 18 Uhr noch nicht am Start, sodass wir ganz ohne Unterhaltung in Richtung Bochum HBF fuhren. Dort angekommen staunten wir nicht schlecht. Denn an diesem Abend trat mit Helene Fischer nicht nur ein „Star“ in Gelsenkirchen auf (dort herrschte auch ein reges Chaos, wie uns mitgeteilt wurde), sondern auch der Godfather und Nuschel-Pop Herbert Grönemeyer. Dummerweise hatten wir das Pech, dass – trotz zusätzlich eingerichteter Buslinien – ein Großteil der Fans via U308/318 fuhren und die Wartezeit bis zum Planetarium doch recht lang war. Das Chaos und Gequetsche war groß. Hier hätten wir uns ein paar Servicekräfte von Seiten der BoGeStra oder der Extraschicht gewünscht. 

PlanetariumAm Planetarium angekommen, ging es mit der Warterei weiter. Eine unglaublich lange Schlange hatte sich vor dem Planetarium aufgereiht. Wartezeiten von über 2 Stunden waren schon früh real. Nachdem wir dann endlich im Inneren des Planetariums angekommen waren, erkannten wir, warum die Wartezeit so enorm war. Denn bevor es in die eigentliche Show ging, mussten wir zunächst knapp eine halbe Stunde mit Kopfhörern ausgestattet im äußeren „Ring“ des Planetariums warten. In dieser Zeit sahen wir auf verschiedenen Flachbildschirmen einen bunten Mix von Videos zum Thema „Raumfahrt“. Ich wusste gar nicht, wie viele Songs es zu diesem Thema gibt...

Die nächste Enttäuschung folgte dann im Innern des Planetariums. Denn wer nun hoffte, dass er – nachdem er es sich gemütlich gemacht hatte – nun eine kurze Sternenshow bewundern zu können, wurde hier leider enttäuscht. Denn die knapp 20 Minuten dauernde Show bestand lediglich aus einer Handvoll Ausschnitten diverser Shows, die aber kaum etwas mit dem Thema Weltall zu tun hatten. Sehr enttäuschend!

Zurück am Bochumer HBF begrüßte uns „der Obel“, die eine Hälfte jenes legendären Duos, dass in den 1990er Jahren mit seiner Stimmenimitation von „We are the World“ und anderen Persiflagen deutschlandweit bekannt wurde. Redlich bemüht versuchte er das Publikum zum Lachen zu bringen. Dies gelang ihm leider nur stellenweise. Vor allem seine Persiflage auf die Opel-Pleite, die er in Songform zum Besten gab, stieß eher auf Kopfschütteln, denn auf Beifall.

In der U35 angekommen, begrüßten uns für einige Stationen zwei Poetry Slam-Poeten, die ihre Werke zum Besten gaben. Das Publikum ging auch hier leider nur bedingt mit. Und persönlich haben die Künstler sehr gut gefallen.

EwaldLast but not least fuhren wir dann zur Zeche Ewald, wo schon einige Hundert Menschen über das ehemalige Zechengelände flanierten. Neben einigen Fressbuden und Wein- bzw. Cocktailständen sorgten die „DireStrings“ für gepflegte Unterhaltung. Den Hauptakt des Abends bildete dann das RockOrchesterRuhrgebeat (ROR), eine seit fast zwei Jahrzehnten feste musikalische Größe in NRW. An diesem Abend jedoch nur in einer „light“-Version von 8 Musikern und 8 Sängerinnen und Sängern und nicht – wie meist – mit 30 Musikern. Die kleine Bühne hätte auch nicht mehr ermöglicht. Allerdings bemerkte man nur an den Stellen, die für ein „großes“ Orchester arrangiert waren, dass hier einige Instrumente fehlten. Der Stimmung tat das keinerlei Abbruch. Denn mit Hits aus 50 Jahren Rock und Pop (und ein klein wenig Schlager) sorgten die RORis für bombastische Stimmung. Auf der Rückseite der Zeche faszinierte ein im wahrsten Sinne des Wortes musikalisches Feuerwerk die Fans.

Fazit: Nicht an jedem Spielort wurde die gleiche Qualität geboten (was man auch bei den Besuchern hören konnte) und nicht überall waren die Helfer der Extraschicht und stellenweise auch der BoGeStra gleichermaßen präsent. Doch insgesamt bereitete uns auch diese Extraschicht wieder eine Menge Spaß. Alldenjenigen, die noch nie eine Extraschicht besucht haben (gibt es davon überhaupt noch jemanden?) empfehlen wir schon einmal den letzten Samstag im Juni 2016 im Hinterkopf zu behalten. Dann nämlich findet die 16. Auflage der Extraschicht statt.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich beim Team der Extraschicht für die freundliche Unterstützung.

Text: M. Heiland, C. Heiland, Fotos: (c) Extraschicht

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