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inn-joy Live @ "Aladdin" Neue Flora Hamburg

AladdinBild1Hamburg leuchtet Lila. Nachdem „Tarzan“ mit seinem kräftigen Dschungelgrün nach Stuttgart gewechselt ist, hat die Hansestadt am Wochenende sein neues Musical, „Aladdin“ mit großer Vorfreude und Spannung begrüßt. Wir durften uns die Vorpremiere am Samstag anschauen und berichten euch im Folgenden, ob sich der Besuch lohnt, wie Stage Entertainment es geschafft hat, den Zeichentrickfilm auf die Bühne zu bringen und ob die neuen Songs, die extra für das Musical komponiert wurden, beim Publikum angekommen sind.  
 
Ein Traum wird wahr…
Nicht nur für die zahlreichen Fans von Aladdin, Dschinni, Jasmin und Co, sondern natürlich auch für die Produzenten, das Ensemble und die Verantwortlichen vor und hinter der Bühne waren die letzten Wochen mit viel Arbeit verbunden. Proben ohne und mit Orchester, Licht-, Sound- und Bühnenbild-Tests und vieles andere mehr mussten vorgenommen werden, um die Illusionen, die der Film 1992 auf die Leinwand bannte, möglichst glaubwürdig auch auf die Bühne der Neuen Flora in Hamburg zu bringen. Denn genau das ist es, was die Besucher von Aladdin erwarten: Zweieinhalb Stunden Märchen, Legenden und Zauber, ganz wie im Film. Natürlich erwartet man als Fan auch, dass die bekannten Szenen, wie Aladdins spektakulärer „Besuch“ in der Höhle der Wunder, die magischen Zaubereien des Großwesirs Dschafar aber natürlich auch der Ritt auf dem Fliegenden Teppich auf der Bühne gezeigt würden. Aber wie sollen derart spektakuläre gezeichnete Effekte in der Realität wirken? Diese Fragen dürften das Kreativteam besonders ins Grübeln gebracht haben, machen die angesprochenen Szenen doch die zentralen Elemente des Films und seinen Zauber aus. Um es gleich vorweg zu sagen: Die „magischen Hände“ des Kreativteams der Stage Entertainment haben es tatsächlich geschafft, die wichtigen Szenen auch auf die Bühne zu bringen. Dass Aladdin eine der aufwendigsten Produktionen überhaupt ist, erkennt man aber nicht nur bei der Höhle oder dem Fliegenden Teppich, sondern auch bei den vielen Szenen auf dem Basar von Agrabah, im Sultanspalast etc. Wie schnell der Wechsel der Szenerie und der Kostüme vonstatten geht, ist schier unglaublich. Das Bühnenbild ist absolut preisverdächtig und die Effekte bieten so manche Überraschung, die wir natürlich nicht verraten.
 
AladdinBild2Mit den zusätzlichen, extra für die Bühnenversion geschriebenen Songs wie „Stolz auf deinen Sohn“, „Millionen Meilen fern“ oder auch „Allerhöchste Spannung“ habe ich mich persönlich etwas schwer getan, wobei „Stolz auf deinen Sohn“ wie ein roter Faden in Variationen in beiden Akten wiederkehrt. Hier hat man versucht, die Geschichte etwas in die Länge zu ziehen. Die Ausarbeitung der Charaktere ist hingegen – bis auf eine Ausnahme – absolut gelungen. Allen vorweg der unglaublich geniale Enrico de Pieri in der Rolle des Flaschengeistes Dschinni, der mit seiner Spielfreude, seiner genialen Bühnenpräsenz und den zahlreichen Anspielungen auf die Gegenwart und Seitenhiebe auf das TV-Geschehen alle an die Wand spielt und – was wirklich selten vorkommt – für seine „große Szene“ in der Höhle der Wunder Standing Ovations vom begeisterten Publikum erntet. Doch auch die anderen Figuren werden hervorragend gezeichnet und sind sehr gut besetzt. Schön auch die Umsetzung der Filmtiere (wie der Papagei Jago) in reale Menschen. Eric Minsk ist hier ein toller Kontrapunkt zu Aladdins Begleitern. Die einzig wirkliche Enttäuschung ist die Ausarbeitung der Figur des Dschafar. Zwar spielt Ethan Freeman diesen mit einer ordentlichen Portion Boshaftigkeit. Doch wo der Film ihn zu einem richtigen Oberschurken hoch stilisiert, wird sein Schicksal am Ende des Abends kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Gerade hier wäre technisch und visuell weit mehr möglich gewesen wie beispielsweise eine „Vergrößerung“ bzw. ein Emporheben der Figur wie bei „Wicked“, um die Dramaturgie noch weiter zu steigern.
 
Fazit: Mit Aladdin hat sich Stage Entertainment eines der spektakulärsten, aufwändigsten und lustigsten Musicals nach Hamburg geholt. Dank der genialen Besetzung, des phänomenalen Bühnenbildes, packender Effekte und der neu inszenierten, überarbeiteten und abgewandelten Filmsongs und einiger netter neuer Stücke, ist das Musical für jeden Fan eine ganz klare Empfehlung. 
 
Bilder: (c) Stage Entertainment GmbH, Text: M. Heiland
 

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