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inn-joy live @ "Sister Act" im Metronom Theater Oberhausen

SisterActOBBild0Als Whoopie Goldberg ihren Film „Sister Act“ im Jahr 1992 herausbrachte,hätte sie wohl im Traum nicht gedacht, wie erfolgreich die Geschichte rund um die Nonnen und ihren Chor werden würde. Denn nicht nur die Fortsetzung wurde ein voller Erfolg, sondern auch das Musical, welches auf dem ersten Film basiert, sorgt seit einigen Jahren weltweit für Aufsehen. Nachdem „Sister Act“ 2010 in Hamburg Premiere feierte, macht die Produktion der Stage Entertainment aktuell im Metronom Theater am CentrO Oberhausen Station. Wird haben uns das Erfolgsmusical für euch angeschaut. 

 

Die rockenden Nonnen

Wie auch der Film so erzählt die Geschichte von „Sister Act“ von der farbigen US-amerikanischen Diva und Sängerin Deloris van Cartier. Mehr oder minder erfolgreich singt sie in den 1970er Jahren in einem Club und träumt von der großen Showkarriere. Als Deloris durch Zufall eines Nachts nach ihrer Show einen Mord beobachtet, wird sie von den Gangstern gejagt, da diese natürlich Angst haben, dass Deloris sie wiedererkennen und an die Polizei ausliefern könnte. 

Um in Sicherheit zu gelangen, wird sie von der Polizei in einer Art Zeugenschutzprogramm in einem Nonnenkloster untergebracht. Außer der Oberin des Klosters weiß jedoch niemand von der wahren Identität von „Schwester Mary Clarence“, wie Deloris von nun an genannt wird. 

 

Aufgrund ihrer musikalischen Begabung nutzt die Sängerin ihre Chance und beginnt, den klostereigenen Chor zu leiten. Eine Aufgabe, die sich als nicht gerade leicht herausstellt, sind die Schwestern doch alles andere als erfahrene Sängerinnen. Doch Deloris schafft, woran keiner geglaubt hat: Mit viel Disziplin, Arbeit aber dennoch auch einer Menge Spaß und Lebensfreude bringt sie den Nonnen das Singen bei. Der frische Wind gefällt allerdings der Mutter Oberin zunächst gar nicht. Als sie jedoch erkennt, wie erfolgreich der Chor ist und mitbekommt, dass die Schwestern sogar vor dem Papst singen sollen, ist auch sie ergriffen. 

Nachdem die sonntäglichen Gottesdienst besser besucht sind, als in all den Jahren zuvor, fliegt Deloris Tarnung auf und die Ganoven versuchen, sie aus dem Weg zu schaffen. Da haben sie allerdings die Rechnung ohne die Mitschwestern von Deloris gemacht. Denn auch in diesem Fall gilt, was für Nonnen selbstverständlich ist: Deloris Leben muss geschützt werden. Wie es weiter geht, wollen wir natürlich nicht verraten, da es bestimmt noch viele unter euch gibt, die den Film nicht gesehen haben, aber das Musical gerne sehen wollen.

 

SisterActOBBild1Vom Film zum Musical

Die Story ist also identisch und weicht nur in ganz wenigen Szenen von der Filmvorlage leicht ab. Wer bei der Umsetzung des Films zum Musical auf die Songs des Films hofft, wird enttäuscht sein. Denn kein Song hat ins Musical Einzug gefunden. Doch sollte euch dieser Umstand keinesfalls von einem Besuch des Musicals abhalten. Denn die Songs, die Alan Menken, einer der wohl besten Komponisten weltweit, für das Musical geschrieben hat, sind allesamt hervorragend und bieten dem Stück eine erfrischend neue Note. Doch nicht nur die Songs sind etwas ganz Besonders. Auch die schauspielerischen Leistungen, die grandiosen Stimmen der Darsteller, das tolle Bühnenbild und die faszinierenden Kostüme im Stil der 70er Jahre können begeistern. 

Allen voran steht natürlich eine exzellent besetzte Deloris van Cartier. Diese wird in Oberhausen von derselben Darstellerin verkörpert, die schon in Hamburg und Stuttgart allabendlich ins Nonnenkostüm schlüpfte. Die Rede ist natürlich von keiner Geringeren als der Südafrikanerin Zodwa Selele. Die Ausnahmekünstlerin wurde für ihre Rolle vor knapp vier Jahren sogar von Whoopi Goldberg, die im Übrigen auch als Co-Produzentin für das Gelingen des Musicals beteiligt ist, ausgesucht. 

 

Mit Mathieu Boldron gibt es einen herrlichen Polizisten, der unter Komplexen leidet („Schwitze-Fritze“), aber mit seiner unbeholfenen Art schnell zum Publikumsliebling mutiert. Auch ihn durften die Fans in den Aufführungen in Hamburg bewundern. Einzig Tetje Mierendorf wird in der Aufführung in Oberhausen schmerzlich vermisst. Seine Darbietung des Ganoven „Bones“ ist einfach unübertroffen. An seine einzigartige Art mit den anderen Charakteren und vor allem mit dem Publikum zu spielen kommt einfach kein anderer Darsteller ran.

Die Songs selbst sind sowohl melancholisch („Hier an diesem Ort“) als auch temporeich („Zeig mir den Himmel“, „Sonntagmorgenfieber“ und „Lasst die Liebe rein“) aber auch humorvoll („Schwitze-Fritze“, „Ich mach sie kalt“ und „Hey Schwester“). Gerahmt werden sie durch das typische Soul- und Gospel-Feeling, das auch schon die beiden Filme ausmachte. Schön: In der Zeit zwischen der Premiere in Hamburg und der Aufführung in Oberhausen haben die Kreativen der Stage Entertainment das Musical noch weiter entwickelt. So wurden Songs umgeschrieben, neue kamen hinzu, Texte wurden gestrichen und Dialoge verbessert. Hierdurch werden einzelne Charaktere noch besser in Szene gesetzt und ihre Motive herausgearbeitet. Allen voran die "Mutter Oberin", die gleich in zwei neuen Stücken ihre Zweifel an der "Mission Delores" vor Gott kund tut. Vor allem die "Beichtstuhl-Szene" im zweiten Akt ist fantastisch geworden. Stimmlich überragt wird diese nur noch von der Szene, in der sie offen im Gebet mit Gott zu zweifeln beginnt. Brillant geschrieben, glänzend gesungen. Einfach nur toll! 

 

Fazit: Mit tollen Melodien, herrlich viel Verrücktheit, einem stimmigen und stimmungsvollen Bühnenbild, dass einmal mehr beweist, dass man nicht immer Tonnen an Bühnenwerk auffahren muss, um zu begeistern, glitzernden Kostümen, hervorragenden Stimmen und jeder Menge Spiel- und Wortwitz kann „Sister Act“ auf der Bühne begeistern. Auch wenn es Zodwa Selele schwer hat, in die Fußstapfen der Hollywood-Ikone Whoopi Goldberg zu treten, füllt sie diese doch gut aus. Auch ohne die „Originalsongs“ ein absolut tolles Programm, dass fast drei Stunden auf hohem Niveau bestens zu unterhalten weiß. 

 

Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.

 

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei der Stage Entertainment GmbH für die freundliche Unterstützung.

 

Bilder: © Stage Entertainment, Text: M. Heiland, C. Thors

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