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Zauberhaft oder fauler Zauber? - Ehrlich Brothers on Tour

EhrlichBrothersBild1Wer an große Zauberer denkt, dem kommen natürlich die Namen der ganz Großen der Magierbranche zuallererst in den Sinn. Harry Houdini, der Meister der Entfesselungskunst, David Copperfield, Showlegende aus den USA, David Blaine, der Mann, der sich in die extremsten Situationen bringt, Hans Klock, den großen, blonden Magier aus unserem Nachbarland Holland und natürlich die absoluten Stars der Szene, Siegfried & Roy, die mit ihren Weißen Tigern und ihren unglaublichen Bühnenshows in Las Vegas Generationen verzauberten. Doch kaum einer denkt an die „Ehrlich Brothers“. Denn hierzulande sind die beiden, obwohl sie schon rund 10 Jahre auftreten, haben sie erst vor knapp drei Jahren ihre erste große Bühnendarbietung in der TUI Arena vor rund 10000 Zuschauern gegeben. Jetzt wollen sie die gesamte BRD und angrenzenden Nachbarländer verzaubern, um eines Tages ebenso berühmt zu werden, wie ihre Vorbilder, Siegfried & Roy und in die erste Garde vorzurücken. Wir durften die aktuelle Show am 02.01.2015  in der KöPi-Arena Oberhausen für euch anschauen und verraten, ob die Ehrlich Brothers nicht nur das weibliche Publikum verzaubern können. 
 
EhrlichBrothersBild2Von Effekt-Gewittern, großen Tönen und viel Liebe zur Zauberei
Es ist Freitagabend. Bereits früh strömen die Besuchermassen in die Oberhausener KöPi-Arena am CentrO, um sie zu sehen: Christian und Andreas Ehrlich – die „Ehrlich Brothers“. Die beiden Brüder aus Bünde in Ostwestfalen gastieren erstmals in der Halle und wollen in ihrer rund zweistündigen Show die Besucher mit ihren ganz besonderen Tricks und Fertigkeiten auf eine zauberhafte Reise mitnehmen.
 
Nahezu pünktlich um 20 Uhr geht es dann los. Die Bühne, auf der die beiden Magier den Abend gemeinsam (und mit der Unterstützung des Publikums) bestreiten werden, ist sehr groß und wirkt dennoch überschaubar. Wer hier irgendwelche geheimen „Schummeleien“ ausführen will, der wird sich ganz schön anstrengen müssen, so die Meinung einiger Besucher an diesem Abend. 
Auf der Bühne befinden sich diverse Requisiten und Utensilien, die im späteren Verlauf der Bühnenshow noch von Bedeutung sein werden. Das Ganze ist eine Mischung aus Tüftler-Werkstatt und Hightech-Arrangement mit zwei großen Leinwänden, damit auch alle Zuschauer ganz nah mit dabei sein können, einer kleineren Mittelleinwand, die immer mal wieder herab gefahren wird, wenn die Ehrlichs mit dem Publikum arbeiten (was bei fast jeder Nummer der Fall ist) sowie LCD-Wänden, auf denen permanent etwas zu sehen ist.
 
Zu Beginn der Show gibt es einen beeindruckenden und lauten Vorgeschmack auf das, was da kommen wird. Die Crew der Ehrlich Brothers trägt ein gigantisches iPad auf die Bühne. Im Display werden die beiden Brüder eingeblendet. Wie von Zauberhand wischen sie die Apps aus dem Display auf den Bühnenboden. Kurze Zeit später treten sie beide aus dem Display heraus. Der eine so, der andere auf einem stylischen Motorrad sitzend. Mit einigen Pyroeffekten und dem Eurovisions-Gewinnertitel "Euphoria" springen die Ehrlichs auf die Bühne. Irgendwie wirken die beiden, wie sie so im weiten Rund der Arena stehen, ein klein wenig verloren, ja jungenhaft-schüchtern und gleichzeitig professionell. Doch keine Sorge! Die beiden Künstler können auch anders. Schon nach wenigen Minuten fühlen sie sich pudelwohl und setzen ihre Show mit ein paar netten Effekten und jeder Menge Humor fort. Dass sich die beiden auf Pyrotechnik ebenso wie auf flirten verstehen, merkt man schon bald. Denn von beidem gibt es eine Menge. Neben den eigentlichen magischen Darbietungen gibt es kleine Neckereien der beiden Brüder untereinander, Gespräche mit dem Publikum, und hin und wieder ein paar typische „Jungssprüche“, die ein wenig an der Gürtellinie nagen. Der tollen Zauberschau tut dies jedoch keinen Abbruch.
 
EhrlichBrothersBild3Denn die magischen „Revuenummern“ bieten neben kleinen auch jede Menge große Illusionen und Täuschungen. So kommen die Ehrlich Brothers aus einem überdimensionierten leeren Buch als alte Männer heraus, lassen scheinbar aus dem Nichts ein zwei Liter Bierglas erscheinen und verbiegen Schienen mit bloßer Kraft zu einem Herz, als Zeichen der Liebe eines Pärchens aus dem Publikum, welches einen Ehrenplatz zum Zuschauen bekommt. Die beiden wirken ein wenig unbeholfen, machen aber immerhin alles mit. Nach 42 Ehejahren kann einen eben kaum noch etwas so wirklich überraschen.  Toll ist auch die Darbietung von Andreas als Bauchredner mit seinem (zugegebenermaßen recht infantil-pubertären) Kamel. Dass bei der Show der beiden Jung-Magier so manches noch ein klein wenig „unrund“ wirkt und so mancher „Zufall“ geplant ist, wie die junge Frau, die mit dem via iPad zugeschalteten Mario Barth zaubert und als einzige Beteiligte irgendwie aufgesetzt und einstudiert agiert und mancher Witz ein wenig schal daher kommt – geschenkt! Unterhalten können sie in jedem Fall.  Und staunen wird jeder noch so kritische Zeitgeist – das können wir euch garantieren. Spätestens beim Verbiegen der Schienen zu einem Herz.
 
Ein absoluter Höhepunkt ist der Orangenbaum, der aus einem Kern erwächst und anschließend einem 11jährigen Mädchen geschenkt wird. Wunderschön und - im wahrsten Sinne des Wortes – magisch. Hier merkt man, dass Andreas als dreifacher Papa ein großes Herz für Kinder hat. Denn auch in andere Nummern werden Kinder, die wohl ehrlichsten Stauner, mit einbezogen. Das Publikum dankt es mit Standing Ovations.
 
Klar, dass auch die legendäre Nummer von David Copperfield, die Entfesselung unter der rotierenden Kreissäge, nicht fehlen darf. Wer die Nummer nicht kennt, wird zunächst geschockt, dann aber umso mehr überrascht sein. Allerdings wirkt das Spektakel bei Copperfield noch dramatischer und ausgereifter. Winterlich weiß wurde es dann noch zum Schluss, als die beiden – ebenfalls eine kopierte Idee, hier von Kevin James – aus ihren Händen heraus aufstäubenden Schnee zauberten. Diese Illusion hat man bei der Konkurrenz allerdings schon besser - und dramaturgisch feiner inszeniert - gesehen. 
 
Fazit: Mit ihrer Show können die beiden Ehrlich-Brüder ihr Publikum fesseln und begeistern. Die stehenden Overtionen und Jubelrufe des Publikums geben ihnen Recht. Mit ein wenig mehr Straffung und einer Art Storyline oder einem dramaturgischen Aufbau würde sich diese Show auch in den USA gut verkaufen. Das Potential haben die „Ehrlich Brothers“ hierfür jedenfalls.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei der P-Promotion Event GmbH für die freundliche Unterstützung.
 
Bilder: © Ehrlich Brothers, Text: M. Heiland, C. Thors

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