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Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit!

KenndichnichtHannah und Charlotte spielen im Garten, als ein netter Mann vorbeikommt, der von seinen neu geborenen Hundewelpen erzählt. Zu gerne würde Hannah die Hündchen sehen …

Dies und zwei weitere wichtige Bilderbuchgeschichten vom Neinsagen und Starksein sind hier in einem Band versammelt. Zum Vorlesen in Kindergärten und Kinderzimmern, damit Kinder selbstbewusst und stark werden!

Rezension: Kleine Kinder haben ein Urvertrauen. Aus diesem Vertrauen heraus unterscheiden sie noch nicht zwischen „bösen“ Menschen, die ihnen etwas antun könnten und „guten“ Menschen. Um ihnen dies beizubringen, empfehlen sich spielerische oder kreative Herangehensweisen an das Thema „Mit wem darf ich mitgehen“. Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigene Persönlichkeit sollen mit dem vorliegenden Buch „Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit!“ gefördert werden. Hierzu dienen die drei kleinen Geschichten im Buch. Doch leider scheitert das Buch grandios am pädagogischen Ansatz und dem Schreibstil. In der Geschichte von Hannah und Charlotte geht das Mädchen mit dem Fremden widerwillig mit und wird durch die Nachbarin gerettet. Nur das beherzte Eingreifen der Nachbarin macht es möglich, dass Hannah sich aus der brenzligen Situation befreien kann. Anstatt aktiv von vorn herein die Situation zu meiden bzw. lautstark abzublocken, wird sie zum Opfer des Fremden und kann sich selbst nicht befreien. Dieser Ansatz geht genau konträr zu aktuellen Präventionsansätzen. Ebenso der Schreibstil. So schreibt die Autorin „(...)

Da fühlt Hannah wie aus ihrem Herzen in ihrer Brust ein Eisklumpen wird. Aus Angst. ... Nicht schreien, sagt der Mann drohend. Hannas Eisklumpenherz pocht. Ihr Mund ist ganz trocken. Sie zerrt an ihrer Hand. Der Mann zieht sie geradewegs zu einem Hauseingang hin. (...) Diese Sätze machen kleinen Kindergarten- und Vorschulkindern unnötig Angst, auch wenn in der Realität so eine Bedrohung natürlich alles andere als schön ist. Doch mit Angst kann man ein so wichtiges Thema nicht vermitteln! Auch ist die erste Geschichte für kleine Kinder zu lang und kompliziert. Besser sind die beiden anderen Geschichten „Ich bin stark, ich sag laut Nein!“ und „Verlauf dich nicht, Michi“, die ihre Thematiken ruhiger angehen. 

Fazit: Ein falscher Ansatz und unnötiges Angst machen sind genau das, was bei diesem sensiblen Thema nicht sein darf. Das Buch können wir somit nicht empfehlen. 

3Die inn-joy Redaktion vergibt 3 von 10 Punkten.

Titel: Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit! – Drei Geschichten, die stark machen.

Autor(in): Susa Apenrade

Verlag: Arena (18. Auflage 2016)

ISBN: 978-3-401-50131-4

L. Zimmermann

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