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Ich geh doch nicht mit Jedem mit!

GehenLu wartet darauf, endlich abgeholt zu werden. Ganz allein steht sie auf der Straße. Da kommt Frau Schmidt vorbei. "Hallo, Lu! Komm mit, ich bringe dich nach Hause." Frau Schmidt wohnt in der gleichen Gegend wie Lu. Aber wie heißt sie eigentlich mit Vornamen? Und sind ihre roten Haare echt oder bloß gefärbt? Das alles weiß Lu nicht. "Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit!", sagt sie. "Und außerdem hat Mama gesagt, dass ich warten soll."

Rezension: Viele Missbrauchsfälle geschehen durch Bekannte, Freunde, Familienmitglieder oder einfach „vertraute“ Personen. Daher ist es enorm wichtig, so früh als eben möglich Kindern mit an die Hand zu geben, dass sie niemals mit Menschen mitgehen dürfen, die nicht „gut“ für sie sind und auch lernen „Nein!“ zu sagen. Das vorliegende Bilderbuch „Ich geh doch nicht mit Jedem mit!“ ist eine schöne Hilfestellung für die kleinen Leserinnen (und natürlich auch Leser). 

In der Geschichte von „Lu“ geht es darum, dass die kleine Lu vom Kindergarten abgeholt werden soll. Doch nur ganz bestimmte Personen, die Lu vorher gemeinsam mit ihrer Mama in eine Liste eingetragen hat (diese Liste findet sich vor der Geschichte, damit die Kinder sie auch richtig), sind „berechtigt“, Lu mitzunehmen, bzw. Lu darf nur mit diesen Personen mitgehen, ohne vorab ihre Eltern fragen zu müssen. Anhang dieser Liste schaut Lu nun, welche Personen, die ihr im Laufe der Geschichte begegnen, „passen“. Zwar kennt Lu die Personen alle. Doch erkennt sie, dass es immer gewisse Eigenschaften gibt, welche ihr unbekannt sind. Daher bekommen all die (vermeintlich) netten Leute auch ein selbstbewusstes „Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit!“ zu hören. Erst ein scheinbar bedrohlicher Punker, der sich allerdings als Lus Bruder herausstellt, und von dem sie ja weiß, dass er auf ihrer Liste steht, darf Lu mit nachhause nehmen. Von ihm kennt Lu Dinge, die sie von keinem anderen Menschen kennt...

Das Buch endet mit einer Vorschlaghilfe für eine eigene „Lu Liste“ und Angaben von Internetadressen mit Informations- und Beratungsstellen.

Fazit: „Ich geh doch nicht mit Jedem mit!“ ist ein sehr gut geschriebenes und schön illustriertes Bilderbuch, dass das Thema Missbrauch sehr kindgerecht aufgreift und durch Lus Reaktionen Selbstbewusstsein in den Vordergrund stellt. Hier gibt es kein unnötiges Aufbauen von Ängsten, keinen moralischen Zeigefinger und kein das Kind als Opfer vorführen, das nur mithilfe anderer Erwachsener sich wehren kann. Dadurch, dass der Kernsatz immer wieder von Lu ausgesprochen wird, verfestigt er sich rasch. Die jungen Zuhörerinnen (und Zuhörer) lernen so, dass Selbstbewusstsein und Vertrauen in sich selbst und die Gewissheit, dass die Eltern das Beste wollen, besonders wichtig sind. Auch Gesprächssituationen mit den Kindern über das Thema sowie eben ein sinnvoller Lösungsansatz werden geboten. Dafür gibt es von uns eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. 

Titel: Ich geh doch nicht mit Jedem mit!

Autor(in): Dagmar Geisler

9Verlag: Loewe

ISBN: 978-3-7855-6239-0

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

 

Die inn-joy Redaktion bedankt sich beim Loewe Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

 

U. Sperling

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