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Sebastian Fitzek: AchtNacht

AchtNachtEs ist der 8. 8., acht Uhr acht. Sie haben 80 Millionen Feinde. Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie. Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen. In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen. Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei. Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten - und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.

Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.

Und Ihr Name wurde gezogen!

Rezension: In Zeiten, in denen soziale Netzwerke von fast jedem Menschen genutzt werden, besteht immer mehr die Gefahr, dass wir das glauben, was uns andere vorsetzen. Nicht umsonst hat die Pegida-Bewegung den Begriff der „Lügenpresse“ gegen die Medien als Motto ausgerufen, haben sich doch auch die allem Anschein nach „seriösen“ Medien zu oft auf scheinbar „echte“ Nachrichten gestürzt und mussten später zurückrudern, waren es doch so genannte „Fake News“. Diese Grundstimmung macht sich auch Deutschland Thriller-Autor Nummer 1, Sebastian Fitzek, zunutze. Dass es dabei auch Parallelen zu den „Purge“-Filmen gibt, ist offensichtlich und wohl auch gewollt. 

Und ähnlich wie in den Filmen, hetzt der Autor sich selbst und seine Figuren durch den Roman bzw. das atemlos-pulsierende Berlin. Das hat zur Folge, dass Fitzek – im Gegensatz zu anderen Romanen, die aus seiner literarischen Feder stammen – hier bei der Zeichnung seiner Figuren recht stark an der Oberfläche bleibt. Dennoch liest sich auch „AchtNacht“ sehr flüssig und man ist als Leser von Beginn an gewillt weiterzulesen. Die knapp 400 Seiten vergehen quasi wie im Flug ohne dass es künstliche Längen gibt. 

Und wer Fitzek kennt, der weiß, dass es der Autor versteht, jedes noch so kurze Kapitel mit einem Mini-Cliffhanger enden zu lassen. Auch gibt es einige Twists, mit denen der Leser nicht rechnet. Auch beim Finale (das anders endet, als man es sich denken könnte) wundert sich der Leser. Klar ist bei Fitzeks Romanen aber auch, dass es nicht zimperlich zugeht. Gewalt, Brutalität und Aggressionen gepaart mit jeder Menge Kopfkino stehen auch bei Fitzeks neustem Roman auf der Tagesordnung. Für Menschen mit leichter Konstitution oder Lesern, die meinen, man könne Fitzeks Buch einfach so „runterlesen“, um es dann weg zu legen, kann ich nur sagen: Vergesst es! Denn die Grundidee, dass Menschen durch eine Fake Aktion vogelfrei sein könnten und von allen Bürgern gejagt werden ist zwar krank, aber nicht komplett abwegig.

Fazit: Auch wenn wir euch zur Story verständlicherweise nichts erklären wollen, können wir euch sagen, dass es Sebastian Fitzek auch in seinem neuen Roman „AchtNacht“ wieder meisterhaft schafft, den Leser zu fesseln, die menschlichen Abgrunde der Psyche zu zeigen und zum nachdenken anzuregen. Dabei liest sich sein Roman „kurzweilig“ und packend. Was will man mehr? 

Titel: AchtNacht

Autor: Sebastian Fitzek

Verlag: Knaur TB (14. März 2017)

9ISBN-10: 3426521083

ISBN-13: 978-3426521083

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Knaur Taschenbuch für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

L. Zimmermann

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