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Dolby Atmos-Lautsprecher TS3030 von ELAC im Test

ElacDolby Atmos ist der neue Trend im Heimkinobereich. War der „erweiterte Surround-Sound“ in den vergangenen Jahren ausschließlich den großen Kinos vorbehalten, hat sich die Technik gerade in den letzten drei Jahren immer weiter auch im Heimkino etablieren können. Wenn auch die Anzahl der Kinofilme noch immer sehr übersichtlich ist und viele Filme nur im englischen Original in Dolby Atmos laufen, so nimmt der Trend des „3D-Sound“ zu. Neben kostspieligen Komplettsets und Soundbars gibt es auch zusätzliche Deckenlautsprecher, damit der Atmos-Sound „von oben her“ kommt sowie einfach Frontlautsprecher, die auf bereits existierende Vorderlautsprecher ausgesteckt bzw. montiert werden. Eines dieser Systeme kommt von ELAC und hört auf den Namen „TS3030“. Wir durften zwei Boxen für euch ausgiebig an unserem Surround-System testen und verraten euch, was die Dolby Atmos-Lösung von ELAC zu bieten hat und ob der „akustische Mehrwert“ eine sinnvolle Anschaffung ist.

Klang-Qualität von Anfang an

Bevor wir euch jedoch unsere Testeindrücke vom „ELAC TS3030“ schildern, wollen wir euch (falls ihr das Unternehmen noch nicht kennen solltet) ELAC einmal kurz vorstellen bzw. selbst zu Wort kommen lassen. Über sich schreibt der Konzern auf seiner Homepage:

„(...) Am 1. September 1926 wird die Firma Electroacustic GmbH in Kiel gegründet. Unternehmensschwerpunkte sind zu diesem Zeitpunkt die Echolottechnik und die Erforschung von Signal- und Horchwegen in Luft und Wasser.

Aus ELACs Leidenschaft für Musik und der Faszination für Klang entsteht das erste Produkt im Bereich Unterhaltungselektronik: der PW1 Plattenspieler aus dem Jahre 1948. In den darauf folgenden Jahrzehnten entwickelt sich ELAC zu einer Marke von Weltruf. Das Unternehmen avanciert zu einem der bedeutendsten Hersteller für hochwertige Plattenspieler und Unterhaltungselektronik. In den 1970iger und 80iger Jahren besitzt nahezu jeder Musikliebhaber einen Plattenspieler von hoher Qualität. Die glücklichsten von ihnen nennen jedoch einen ELAC-Plattenspieler, die Krönung aller Sound Systeme, ihr Eigen.

1984 fokussiert sich ELAC schließlich auf die Entwicklung von Lautsprechern. Die Firma AXIOM Elektroakustik GmbH, an der sich das Unternehmen zwischenzeitlich beteiligt hat, wird in die ELAC integriert. Ein Jahr später gelingt ELAC, dank der Entwicklung des rundum abstrahlenden 4Pi-Hochtöners, der Sprung in die Weltelite der Lautsprecherhersteller.

ELAC und Innovation gehen Hand in Hand. 1993 stellt ELAC den JET Hochtöner vor. Mit einem Frequenzbereich bis weit über 50 kHz dringt der JET in Sphären vor, die weit über das menschliche Hören hinausgehen. Seitdem wird der JET fortwährend weiterentwickelt und wird heute sowohl im Heimbereich als auch in der Automobilindustrie verwendet.

Von Beginn an hat sich ELAC seinen guten Ruf durch fortschrittliche Technologien, kompromisslose Qualität, das herausragende, europäische Design und den unverwechselbaren Klang erarbeitet. Dank der Erweiterung des Sortiments durch Lautsprecher in der Einstiegsklasse und weiterführender Elektronik ist ELAC auch für den budgetorientierten Musikliebhaber mehr als nur eine Option.

ELAC bietet eine breite Palette an Lautsprechern und herausragenden neuen elektronischen Geräten an, die Musik lebendig werden lässt wie nie zuvor.  Jedes entwickelte Produkt hat einen außergewöhnlichen Klang, ist mit großem, handwerklichen Können gefertigt und von beispielloser Qualität. So ist ELAC -unverwechselbar und bereichernd für jedes Zuhause.“

Wie funktioniert eigentlich dieses „Dolby Atmos“?

Kommen wir nun zurück zum Thema. Denn auch wenn viele von euch bestimmt schon Kenntnisse von Dolby Atmos haben oder sogar begeisterte Experten sind, werden vielleicht Neulinge und Einsteiger ins Thema „Heimkino“ noch einige Infos benötigen, die wir euch an dieser Stelle natürlich gerne vermitteln wollen. 

Wenn ihr heute in einem zeitgemäßen Kino sitzt, dann werdet ihr feststellen, dass der Klang aus allen Richtungen kommt. Dies liegt daran, dass Töne, Klänge und Geräusche objektbasiert und dreidimensional sind. Kam also der Ton früher zunächst ausschließlich von vorne, bzw. später mit Unterstützung der rückwärtigen (hinteren) Boxen, also der so genannten „Rears“ von hinten, so kommt der Klang – dank Dolby Atmos – nun auch von oben, wodurch man als Betrachter das Gefühl hat, in den Ton „eingehüllt“ zu werden. Dies liegt daran, dass die neue Technik nicht mehr klassisch kanalbezogen ist, sondern  mit sogenannten „Klangobjekten“ arbeitet. So kann Atmos fast drei Dutzend Lautsprecher bedienen. Die Darstellung des Klangs erfolgt räumlich und kann an jedem Ort im Raum beliebig erfolgen, ohne sich auf einen bestimmten Kanal festzulegen. Dadurch hat man das Gefühl, dass ein Flugzeug über den Kopf hinweg fliegt, ein Regenschauer von oben kommt usw. Um dies zu realisieren, bedarf es allerdings eines AV/Receivers, der entsprechend „Dolby Atmos fähig“ ist und entsprechender Lautsprecher, die an der Decke montiert sind, die auf den vorderen Lautsprechern Platz finden oder aber Soundbars mit entsprechenden Treibern. 

ELAC hat sich mit seiner Dolby Atmos-Lösung sowohl beim Debut A4, als auch beim hochpreisigen TS3030 für die „aufsetzbaren“ Lautsprecher entschieden. (Der Fachmann spricht hier von „Top-Firing“-Modulen) Diese können bequem auf bereits vorhandene Front- oder Surround-Lautsprecher ausgesetzt werden. Neben dem Dolby Format Atmos unterstützen die Lautsprecher auch dts:X. 

TS3030Bild1Lieferung, Aufbau, Verarbeitung 

Geliefert werden die beiden Lautsprecher in einem stabilen Karton auf dem sich das Firmenlogo und ein Produktfoto der Lautsprecher befinden. Die in schwarzem Hochglanz gehaltenen Boxen hinterlassen einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Mit ihren Maßen von 115 mm x 160 mm x 245 mm sind sie recht kompakt. Dass jeder der Lautsprecher allerdings knapp über 2kg wiegt, wird viele von euch vielleicht ein wenig überraschen. Die Kabel können über Schraubanschlüsse mit den Boxen verbunden werden. Zu den technischen Daten lässt sich sagen, dass die Boxen mit einer 20 mm Kalotte (kuppelförmige Membran) für den Hochtonbereich und einem 115 x 85 mm AS Konus für den Tief- und Mitteltonbereich daher kommen. Der Frequenzbereich der TS3030-Boxen reicht von 85 Hz bis 35000Hz. Das ist mal eine Ansage! Die Empfindlichkeit liegt bei 86 dB bei 2,83V/1m. Für die Nennbelastbarkeit werden 60 Watt, für die Musikbelastbarkeit 75 Watt ausgegeben. Bei der Nominal-Impedanz sind es 4 Ohm, das Minimum mit 3,5 Ohm bei 320 Hz. Die Übergangsfrequenz wird mit 2400 Hz beziffert. Über eine magnetische Abschirmung verfügen die Boxen nicht. 

Bei der Installation der Atmos-Boxen über den Receiver kommt es natürlich darauf an, welches Set ihr verwendet. Wir arbeiten mit einem Onkyo-Receiver. Die Boxen werden im Lautsprecher-Setup als Dolby Enabled Speaker ausgewählt, da es sich um hoch strahlende Boxen handelt und keine Boxen, die von der Decke her den Klang in den Raum abstrahlen. Dies solltet ihr wissen, damit der Klang sich auch dementsprechend optimal einbringen kann. Nachdem ihr diesen Schritt vorgenommen habt, solltet ihr definitiv eine Einmessung eures Raumes vornehmen, um ein harmonisches und natürliches Klangbild zu bekommen, das keine Abbrüche im Raumklang mit sich bringt. Um zu testen, ob auch alles vernünftig miteinander harmoniert, empfehlen wir euch Test-BDs oder Test-Trailer bzw. Sound-Samples im Handel oder auf offiziellen Internetseiten zu besorgen, da diese extra für ein sauberes Setup konzipiert wurden und Filme immer unterschiedlich stark vom Einsatz der Atmos-Boxen Gebrauch machen. Habt ihr diese Schritte befolgt, steht einem aufregenden Erlebnis mit den TS3030 von ELAC nichts mehr im Weg.

Unsere ersten Testeindrücke vom ELAC TS3030

Für unsere Testsessions haben wir uns mehrere Filme zu Gemüte geführt, von denen wir einige Eindrücke schildern wollen. Zur Verfügung standen uns „Transformers 4: Ära des Untergangs“, „Minions“, „Die Tribute von Panem 2&3“ 4K UHD BD, „John Wick“ 4K UHD BD und dessen Nachfolger (jeweils nur in Englisch mit Atmos) sowie „Mad Max: Fury Road“ und die Musik-BD „Through The Never“ von Metallica. Bei der Auswahl merkt man, dass Dolby Atmos noch nicht für die breite Masse verfügbar ist und größtenteils nur in der englischsprachigen Originalfassung vorliegt, was wir natürlich sehr schade finden. Andererseits empfehlen sich manche Filme einfach im Original zu sehen. Im Folgenden also unsere ganz persönlichen Eindrücke. 

John Wick 2 (englische Tonspur)

Während die deutsche Tonspur mit Einschränkungen daher kommt, kann – zumindest auf dem Papier – die Originalspur mit Dolby Atmos punkten. Doch wie ist die Qualität wirklich und wie schlagen sich die von uns getesteten Boxen hier? Einige ausgewählte Szenen zeigen, wie es um den 3D-Sound bestellt ist. So gibt es eine Szene, in welcher John Wick (K. Reeves) von einem Tatort entfernt. Seine quietschenden Reifen wissen zu beeindrucken. Dann, einige Momente später, öffnet sich ein Tor und man hört deutlich, wie es im Klangraum nach oben hin weg zieht. In den Actionszenen, in denen wild geschossen wird, Fäuste zum Einsatz kommen, oder Glas splittert, machen sich die Boxen als Unterstützung zum Raumklang bemerkbar. Viele beeindruckende Wow-Momente gibt es allerdings bei „John Wick 2“ nicht zu bestaunen. Eines der wenigen Highlights ist das Fliegenlassen von Tauben zum Himmel hinauf. 

Trotz dieser wenigen wirklichen Atmos-Momente sind die Boxen schön ins Gesamtgeschehen mit eingebunden und wirken harmonisch. 

Transformers – Ära des Untergangs (englische Tonspur)

Der zweite „Testkandidat“ ist Michael Bays vierter „Transformers“-Ableger mit dem Titelzusatz „Age Of Distinction“ bzw. im Deutschen „Ära des Untergangs“. Während die deutsche Tonfassung ebenfalls nur im „limitierten“ Tonformat (hier sträflicherweise gerade mal in DD 5.1) vorliegt, hat man bei der Originalfassung sich für Atmos entschieden. Diese Entscheidung kommt einem brachialen Actionfilm wie diesem natürlich absolut zur Geltung. Wenn sich die Transformers in epischen Schlachten gegenseitig bekämpfen, dann kommt der Sound vor allem in Atmos besonders gut zur Geltung, wodurch man so manches Mal den Kopf vor lauter Schreck einzieht, da man als Zuhörer das Gefühl hat, die Kämpfe würden direkt über dem eigenen Kopf stattfinden. Die Dynamik ist sensationell, die Feindetailwiedergabe sorgt dafür, dass selbst kleinste Nuancen sauber dargestellt werden und das Mitten drin-Gefühl ist atemberaubend. Vorausgesetzt, ihr habt die beiden Atmos Boxen richtig eingemessen, erhaltet ihr ein spektakuläres Klangerlebnis, welches zeigt, wie gut die Qualität der beiden TS3030-Boxen ist. 

Die Tribute von Panem Mockingjay Teil 1&2 (4K UHD BD)

Testkandidat Nummer drei ist die „Doppelfolge“ des letzten Panem-Films. Hier liegt endlich auch die deutsche Tonspur in Dolby Atmos vor. 

So lassen sich bereits innerhalb der ersten zehn Filmminuten beeindruckende 3D-Soundeffekte belauschen. Da fliegt ein Raumkreuzer über uns hinweg, da werden Raketen quasi über den Zuschauer hinweg gejagt und Selbstschussanlagen erwecken das Gefühl, als müssen man ihnen schnellstmöglich ausweichen und hinter dem heimischen Sofa in Deckung gehen. Auch in den schnellen Actionszenen trumpfen die ELAC-Boxen mit einer enormen Detailverliebtheit und Räumlichkeit in der Darstellung auf. Selbst in den ruhigeren Szenen wird der Soundtrack über die Top-Firing-Boxen sauber und präzise dargestellt. Einfach toll!

TS3030Bild2John Wick (4K UHD BD)

Auch die englische Tonspur des ersten John Wick-Blockbusters kann auf ganzer Linie überzeugen. Schon zu Beginn des Films macht sich ein Helikopter daran, durch den Raum zu fliegen und auch John Wicks Wecker ertönt aus allen Boxen. Ein nettes Gimmick! Während der Beisetzungsszene wartet ein Naturschauspiel der Extraklasse mit ordentlichem Wetter auf euch. Cool – weil vollkommen unerwartet – ist dann die Szene, in der John Wick mit seinem Mustang über das Flugfeld brettert und mal eben so die Reifen und die Motorensounds von oben her zu kommen scheinen. 

Minions

Dolby Atmos in einem Animationsfilm? Ich gebe zu: Auch wir haben uns ein wenig gewundert. Doch wer sich den „Superschurken“-Film in Atmos anschaut, der staunt, wie großartig diese Fassung wirkt. Denn die Räumlichkeit ist noch besser, als im „klassischen“ Ton, die hyperaktiven Minions kommen nun quasi von allen Seiten ins Bildgeschehen und die Actionsequenzen sind noch genialer. Voluminös, druckvoll und räumlich wird’s im finalen Kampf zwischen Riesen-Kevin und Scarlet Overkill. Sinkt der Mega-Minion zu Boden, bebt das Heimkino. Die ELAC-Boxen zeigen hier eine schöne Basis, die den Sound „nach oben“ trägt und gleichmäßig im Raum verteilt. Besser geht es nicht!

Mad Max: Fury Road

Last but not least – in Sachen Kinofilmpräsentation – haben wir uns mit Max Max in die Wüste begeben. Zugegeben: Der Film ist extrem krank und abgedreht und durch die Zugabe von Dolby Atmos wird es noch extremer! Denn nicht nur die bedrohlich klingenden Explosionen, die jeden Nachbarn von der Couch holen, werden mit den ELAC-Boxen fantastisch dargestellt. Auch die Stimmen in Max Kops sind superb herausgearbeitet worden. Gleiches gilt für den Soundtrack, der im Raum zu stehen scheint. Wer seinen Freunden demonstrieren möchte, wie exzellent die ELAC-Boxen im System wirken und wie grandios Atmos klingen kann, der muss diesen Film einlegen! 

Metallica: Through The Never

Der „Musikfilm“ von Metallica kommt als einer der wenigen ebenfalls mit Atmos-Unterstützung daher. Und auch hier gibt es einige beeindruckende Momente, die zeigen, wie gut auch Musik in Atmos klingt. Szenen, die auch schon mit „normalem“ Ton erstklassig klingen, erscheinen hier geradezu bombastisch und unterstreichen die „Handlung“ bzw. verstärken diese. Nicht nur für Fans der Metal-Band ein Ohrenschmaus. 

Für alle Gamer wird die Entscheidung hin zu Dolby Atmos-Boxen ab November spannend. Dann, wenn Microsoft seine neue Konsole, die Xbox One X auf den Markt bringen wird. Diese wird nämlich als weltweit erste Konsole sowohl Filme, als auch Serien (z.B. von Netflix) mit Dolby Atmos-Signal unterstützen. Spannend dürfte es ebenfalls werden, wenn die ersten Spiele mit Atmos-Unterstützung erscheinen werden. Wenn dann ein Raumschiff über die Köpfe hinweg dröhnt, die Gefahr von allen Seiten noch genauer zu orten ist und die Stimmung in der Arena beim virtuellen Fußball euch ein noch nie dagewesenes Mitten-drin-Gefühl bietet, werden viele Münder offen stehen. Wir denken, dass das ELAC-Boxenset auch hier allerbeste Arbeit verrichten wird.

10Fazit: Wer ELAC-Lautsprecher kennt, der weiß, dass hier nur beste Qualität Made in Germany zum Einsatz kommt. Und getreu dem Motto „Das Beste ist für unsere Kunden gerade gut genug“ bietet das Unternehmen seit 90 Jahren Produkte der Spitzenklasse. Das merkt man auch bei den TS3030-Boxen, die eindrucksvoll unter Beweis stellen, was das neue Tonformat Dolby Atmos im Heimkinobereich zu leisten im Stande ist. Wenn auch die übrigen Komponenten (Receiver und Eingabegeräte) auf hohem Niveau sind, steht einem auditiven Hochgenuss nichts im Wege. Dies haben unsere Tests bewiesen. Auch wenn die Boxen mit 399 Euro je Stück kein Leichtgewicht sind, so sind sie jeden Cent wert.

Die inn-joy Redaktion vergibt 10 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei ELAC für die zur Verfügung gestellten Testexemplare.

U. Sperling

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