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War for the Overworld | Review (Mac)

WarfortheBild1Erinnert ihr euch noch an „Dungeon Keeper“ jenes legendäre Spiel von Peter Molyneux in dem ihr in die Rolle eines Dungeon Masters schlüpft und als böser Fiesling gegen die guten Ritter antreten müsst? Viele Jahre ist es nun her, dass Bullfrog dieses Juwel der Aufbaustrategie in die Händlerregale brachte. Und seitdem haben sich die Fans rund um den Globus eine Fortsetzung gewünscht. Zwar ist ein richtiger Nachfolger auch erschienen, konnte aber nicht an den Erfolg des Urspiels anknüpfen. Seitdem hat sich zwar viel in der Computer- und Videospiele-Industrie getan. Doch auf einen neuen Teil wartet die Welt noch immer zumal die Möchtegern-Adaptionen sich allesamt mehr schlecht als recht behaupten konnten und die großen Fußspuren von „Dungeon Keeper“ nicht einmal ansatzweise auszufüllen vermochten. Als Reminiszenz an das Urspiel will nun „War for the Overworld“ einen neuen Versuch wagen und sowohl die alten, als auch neue Fans für sich erobern. Wir haben anhand der Mac-Version für euch herausgefunden, ob es sich auch bei diesem Titel um einen billigen Abklatsch oder endlich einen würdigen Nachfolger handelt.  

Alles auf Anfang oder: früher war eben doch vieles besser?

Als „War for the Overworld“ angekündigt wurde, war ich als „Dungeon Keeper“-Fan der ersten Stunde zugegebenermaßen neugierig, was da in den Hallen von Subterranean Games (passender Name oder?) entstehen würde. Ein Wiedersehen mit Horny und den Imps? Neue Herausforderungen für den Dungeon Master? Oder eine Katastrophe, wie sie Electronic Arts erst kürzlich für das iPad ablieferte? Die Vorfreude jedenfalls war groß.

Nun ist das Spiel also auf dem Markt und kann sowohl auf dem PC, als auch dem Mac gespielt werden. Unsere erste Testversion war noch mit zahlreichen Bugs, Freezes und Abstürzen behaftet. Doch mittlerweile – so die verantwortliche PR – soll das Spiel also komplett sein und sämtliche Modi „rund“ laufen. Nachdem das Spiel mittels Steam aktiviert und installiert ist, macht sich Vertrautheit breit. Denn bereits die ersten Intro-Sequenzen erinnern an das Original aus dem Hause Bullfrog wenngleich ein Horny weit und breit fehlt. Doch der schwarze Humor ist fast derselbe, wie beim Urspiel. Sehr schön! 

WarfortheBild2Weiter geht die Nostalgie nachdem das eigentliche Spiel begonnen hat. Wie damals so werdet ihr auch diesmal in „War for the Overworld“ als Dungeon Master in ein dunkles unterirdischen Verließ gebracht, wo ihr euren Helferlein verschiedene Instruktionen gebt, um euren Dungeon zu erweitern, Gold abzubauen und gegen die Bösen (also eigentlich die Guten) zu verteidigen. Wie im Original, so bestraft ihr auch hier langsame Imps und treibt sie somit zur Arbeit an. 

Das alles funktionier hervorragend und fühlt sich für einen „Dungeon Keeper“-Veteranen wie mich wie eine Zeitreise an. Denn nicht nur die Idee hinter dem Titel wurde nahezu komplett und unverändert aus dem Original übernommen. Auch die Steuerung (Stichwort „teuflische Hand“ zum Steuern der Imps, zum Bestrafen und Markieren), die Räume (Folterkeller, Dungeon-Herz, Schatzkammer) und die Grafik wirkt wie beim alten „Dungeon Keeper“. Allerdings finde ich dies ein wenig schade, weil es so vor lauter Verbeugung vor dem Original kaum Eigenständigkeit in „War for the Overworld“ gibt. Nicht, dass wir uns missverstehen: Auch dieser Titel kann über lange Zeit unterhalten und ist für Neulinge im DK-Universum mit Sicherheit ein Knaller. Doch wer sich damals mit Horny und Co in den Dungeons amüsiert hat, der wird hier wenig Neues finden, was ihn erneut zum Portemonnaie greifen lässt. 

Wem das jedoch egal ist, der bekommt auch hier den vollen Spielspaß geboten. Es ist einfach eine wahre Freude, den Imps beim Graben und Räume errichten zuzuschauen, ihnen dann und wann eine Ohrfeige zu verpassen, den Guten ordentlich einzuheizen – also einfach mal von grundauf den Bösen zu geben. Was allerdings nach wie vor nicht der Vorstellung der Entwickler entspricht, ist, dass der Titel bugfrei ist. Zwar gibt es mittlerweile (im Gegensatz zu unserer ersten Testversion) ein Intro und die Spielmodi laufen theoretisch auch flüssig. In der Praxis jedoch hat der Titel noch mit einigen ordentlichen Bugs, Freezes und Abstürzen zu kämpfen, die hoffentlich bald mit einem Patch gefixt werden. Denn was ist ärgerlicher als die Tatsache, dass einige eurer Gegner einfach nicht ins Jenseits befördert werden können, oder das Spiel sich zum Ende eines Kampfes einfach aufhängt? So etwas darf nicht sein! 

WarfortheBild3Ebenfalls schade ist, dass die Grafik nicht das non plus ultra darstellt, der Rechner nur bedingt gefordert wird und das Ganze viel zu dunkel ist. Natürlich bewegt ihr euch ja in der Unterwelt beziehungsweise einem Dungeon. Dennoch fällt manchmal die Unterscheidung von Raum- und Bereichsgrenzen etwas schwer. Auch an der KI wurde zu wenig gearbeitet. Denn weder gibt es Shortcuts, mit denen die Aufgabenpriorität festgelegt werden kann, noch sind eure Untergebenen in der Lage von sich aus zwischen wichtigen und weniger wichtigen Aufgaben zu unterscheiden. Schade ist auch, dass es nur einen englischen Sprecher gibt und keine lokalisierte Fassung sowie viel zu wenig Text. So wiederholen sich die Aussagen häufig, was nicht besonders zur Atmosphäre beiträgt. 

Wem die Kampagne auf Dauer zu langweilig ist, der kann (wie bei „Dungeon Keeper 2“) im Sandbox-Modus in Ruhe vor sich hin bauen oder in Skirmish- und Mehrspielermodi gegen weitere Mitstreiter antreten. Leider sind die Karten nicht sonderlich zahlreich. Doch auch hier soll nachgebessert werden. Noch weniger Auswahl habt ihr beim Survival-Modus, wo aktuell lediglich auf einer Karte gespielt werden kann. 

Fazit: Wie ist „War of the Overworld“ nun abschließend zu beurteilen? Zugegebenermaßen nicht leicht, so viel steht fest. Denn für diejenigen, die damals mit „Dungeon Keeper“ und dem Nachfolger groß wurden, bietet das Spiel zwar eine Menge Nostalgie und ist mit Sicherheit eine gelungene Hommage an Bullfrogs Meisterwerk. Doch für sich genommen bietet der Titel zu wenige Alleinstellungsmerkmale, die den Kauf rechtfertigen können, wenn man die beiden alten Spiele kennt.

7Für Genre-Neulinge und Spieler, die bislang keinen Kontakt mit „Dungeon Keeper“ hatten, ist der Titel durchaus lohnenswert. Allerdings müssen neue Updates mehr im Bereich Multiplayer liefern und auch die Bugs sollten schnellstmöglich gefixt werden, damit ihr ohne Abstriche mit dem Titel so viel Spaß haben könnt, wie die älteren Spieler damals mit dem Original. 

Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Subterranean Game für das zur Verfügung gestellte Testmuster.

D. Stappen

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