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Train Fever | Review (PC)


TrainFeverBild1Erinnert ihr euch noch an das PC-Spiel "Transport Tycoon"? In der 1994 von MicroProse veröffentlichten Aufbau- und Wirtschaftssimulation, für die kein Geringerer als der "Godfather of Simulation", Chris Sawyer, verantwortlich zeichnete, war es eure Aufgabe, ein Transportunternehmen zur Blüte zu führen. Neben Straßenfahrzeugen und Schiffen stützte sich das Spiel vor allem auf das Schienennetz. Nun, 20 Jahre später, steht ein Spiel in den Händlerregalen, das in vielen Punkten stark an den Tycoon erinnert. Auch hier müsst ihr Waren transportieren, die Infrastruktur aufbauen und neue Bahnlinien errichten. Für den Titel haben sich die Entwickler von Urban Games allerdings etwas Neues einfallen lassen und gehen von einem klassischen "Tycoon" weg hin zum klangvolleren "Train Fever". Ob uns das Fieber auch angesteckt hat, verraten wir euch im Test.
 
TrainFeverBild2Von 1850 bis in die Gegenwart
In "Train Fever" beginnt ihr im Jahr 1850 als ganz kleiner, regionaler Unternehmer. Mit einem ersten Vorschuss dürft ihr beginnen, euch ein mögliches Imperium aufzubauen. Soweit, so bekannt. Doch bereits zu Beginn des Spieles werden eingefleischte Fans enttäuscht. Denn wo bei den Mitbewerbern früherer Zeiten (u.a. "Schiene&Straße", "Transport Tycoon", "Transportgigant") Kampagnen oder Aufgabenstellungen für Motivation sorgten, geht es hier von 1850 bis in die Gegenwart ohne Story, Kampagne oder anderen "großen" Herausforderungen los. Was richtig nervt ist die Tatsache, dass es die Entwickler von Urban Games nicht einmal für nötig empfunden haben, euch Tutorials zu spendieren, die euch mit den Gegebenheiten des Spiels vertraut machen. Stattdessen bietet euch das Programm lediglich eine handvoll Textschilder, die ein paar Hinweise geben. Mehr gibt es nicht. So findet ihr viele Dinge, die euch als Unternehmer voran bringen, eher zufällig oder durch Trial&Error-Versuche heraus. So etwas darf nicht sein! Gerade Einsteigern und Genre-Neulingen vermiest man den Spaß am Spiel so gründlich. 
 
Besser gelungen ist da das Konzept der zufällig generierten Karten und Szenarien. Diese sind nach jedem Neustart tatsächlich immer wieder anders und laden zum erforschen und experimentieren ein. Der Sinn hinter dem Ganzen bleibt derselbe: Ihr müsst Industriegebiete und Produktionsstätten mit den Metropolen verbinden und effektiv wirtschaften. Dabei wandelt sich im Laufe der Zeit nicht nur das Bild der Szenarien, sondern auch der Fortschritt. Wart ihr beispielsweise um 1850 noch per Pferd und Kutsche unterwegs, halten schon bald die ersten Automobile Einzug ins Spiel. Und ehe ihr euch verseht, stehen die ersten LKWs bereit. Busse und Bahnen kommen natürlich ebenfalls hinzu. Neben den Gütern wollen natürlich auch jede Menge Personen befördert werden. Das Ganze wird sehr adrett und in überwiegend zeitgemäßer Grafik dargestellt.
 
TrainFeverBild3Einen weiteren Pluspunkt verdient sich das Spiel für den einfachen Bau der Straßen und Schienen. Dies funktioniert tadellos und artet selten in fummelige Arbeit aus. Einzig dann, wenn das Programm wieder einmal nicht erläutert, warum etwas so, wie ihr es gerne hättet, nicht bau- bzw. realisierbar ist, wird euch das Spiel auf die Nerven gehen. Denn auch hier hüllt sich das Programm in eisernes Schweigen.
 
Wiederum schade ist die Tatsache, dass das Wirtschaftssystem recht unrealistisch scheint und an allen und Ecken der spielerische Tiefgang fehlt. Alles wird irgendwie angekratzt, wirkt aber selten nach. Darüber hinaus haben mich persönlich die ewig verschachtelten Menüs schier zur Verzweiflung gebracht. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sich die Entwickler im Vorfeld überlegt haben, wie sie uns Spieler in der finalen Version am meisten ärgern können. Warum einfach, wenn es doch auch kompliziert sein kann?! 
 
Fazit: "Train Fever" sieht sich irgendwie in der Tradition von "Transport Tycoon", kann aber in keinem Bereich so richtig überzeugen. Abgesehen von der netten Grafik, die euren PC aber niemals so richtig fordern kann, fehlt es dem Titel an allen Ecken und Enden, um auch nur ansatzweise das Flair des "Urvaters" verbreiten zu können.
So fehlt es an Motivation aufgrund der nicht vorhandenen Story bzw. Kampagne oder Missionen, das Wirtschaftssystem ist unausgereift und Feedback auf euer Handeln quasi nicht existent. Die Menüs sind so verschachtelt, dass es schon nach kurzer Zeit nervt, sich mit ihnen auseinandersetzen zu müssen und für einen Vollpreistitel wirkt das Ganze doch unausgereift und irgendwie unfertig. 
 
6Die inn-joy Redaktion vergibt 6 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei astragon für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.
 
U. Sperling

 

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