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Tropico 5 | Review (Mac)

Tropico5Bild1Ist es tatsächlich mittlerweile 13 Jahre her, dass wir das erste Mal als karibischer Diktator "El Presidente" das Schicksal der Bewohner von "Tropico" lenken durften? Kaum zu glauben, dass aktuell bereits der fünfte Teil der Aufbau- und Wirtschaftssimulation in den Händlerregalen steht. Nachdem die PC-Version bereits vor einiger Zeit erschienen ist, können nun auch alle Mac-Besitzer sich als Diktator versuchen. Mit einigen neuen Features wollen die Entwickler von Haemimont Games und Publisher Kalypso Media sowohl Genreneulinge als auch Experten für sich gewinnen. Ob das klappt haben wir für euch herausgefunden.  
 
Willkommen im Land der Steuerflüchtlinge und Revolutionäre
Wer die bislang erschienenen Teile der Reihe kennt der wird sich im neuen "Tropico 5" ganz schnell heimisch fühlen. Denn am grundsätzlichen Spielprinzip haben die Entwickler nichts verändert - und das ist gut so. Noch immer schlüpft ihr in die Haut von "El Presidente", noch immer müsst ihr Inseln zum Wohlstand führen oder ausbeuten, das Volk und seine Wünsche unterstützen, um der unangefochtene Machthaber zu sein oder ihnen mit Spitzeln und der Staatsmacht auf den Leib rücken, euch mit Alliierten oder Achsenmächten verbünden und deren Forderungen erfüllen und vieles andere mehr.
Neu hinzugekommen ist die Tatsache, dass ihr in "Tropico 5" nicht mehr nur innerhalb einer Epoche spielt, sondern durch mehrere Epochen die Geschicke der Menschen lenkt und leitet. Darüber hinaus gibt es erstmals ein aufwendiges Forschungssystem, ein überarbeitetes Wirtschaftssystem sowie einen Multiplayer. Auch optisch haben die Entwickler ordentlich an der Grafik des neusten Teiles geschraubt.
 
Doch nicht nur Veteranen des ersten Teils werden sich rasch zurecht finden. Auch Neulinge in den karibischen Gefilden von "Tropico" haben in wenigen Minuten eine Heimat gefunden, die Urlaubsflair ohne Ende versprüht, was nicht zuletzt an den wieder einmal tollen karibischen Klängen liegt, die im Spiel zu hören sind. Das umfangreiche Tutorial, welches einmal mehr von eurem getreuen Diener Penultimo geleitet wird, führt in die Steuerung und die Besonderheiten des neuen "Tropico" ein. Hier lernt ihr grundlegende Dinge, wie das Drehen der Kamera, das Zoomen oder auch das Anwählen von Einwohnern, um zu erfahren, wie wohl sie sich auf ihrer Insel fühlen und das Errichten von Bauwerken. 
Bereits nach kurzer Zeit könnt ihr dann selbst loslegen. Insgesamt stellt euch das Spiel 15 umfangreiche Missionen in Form der Kampagne zur Verfügung. Gerahmt wird die Kampagne von nett gemachten Sequenzen, in denen "El Presidente" immer viel zu berichten hat. 
 
Tropico5Bild2Dass bei "Tropico 5" auch wieder der Spielspaß im Vordergrund steht, erkennt ihr an verschiedenen Indikatoren. Zum einen ist der Wirtschaftskreislauf zwar anspruchsvoll, überfordert aber zu keiner Zeit. Auch die Aufgaben sind mit ein wenig Überlegen in den Griff zu bekommen. Leicht ist das Spiel aber nur auf der untersten Schwierigkeitsstufe. Denn hier dürft ihr wählen, ob beispielsweise Naturkatastrophen eher selten vorkommen und die Politik nur geringen Einfluss ausüben kann. Auch permanenter Geldmangel - wie bei anderen Genrevertretern - ist eigentlich nie vorhanden. Auch wenn ihr euch überlegen müsst, ob ihr tatsächlich einen riesigen Tourismus-Komplex errichten müsst, oder ob es nicht doch eine Nummer kleiner geht, befinden sich bereits nach kurzer Zeit - entweder durch gute wirtschaftliche Bilanzen oder die Unterstützung eurer Verbündeter - wieder ein Batzen Geld in eurem Staatssäckel. Doch bis es soweit ist, dass alles einigermaßen reibungslos vonstatten geht, ist es ein guter Weg. 
 
Ein echtes Novum ist die Forschung, mit der ihr neue Gebäudetypen aktiviert oder eure Missionsziele erst erreichen könnt. Wem das Ganze nicht schnell genug geht, der heuert Fachkräfte aus dem Ausland an. Diese sind zwar mit zunehmender Zahl teurer, als einheimische Fachkräfte, stehen euch aber auch recht schnell zur Verfügung. Ganz nebenbei dürft ihr natürlich auch den zeitlichen Ablauf beschleunigen, was nicht immer verkehrt ist, vor allem dann, wenn ihr wollt, dass ein Gebäude recht schnell hoch gezogen wird. Dies geht im Übrigen auch mit einer "Finanzspritze" oder der Erhöhung der Baupriorität. 
 
"Tropico" bietet von Allem etwas. So gibt es immer mal wieder andere Inseln, die euch attackieren oder Revolutionäre aus der eigenen Bevölkerung. Während ihr erstgenannte Gegner nur durch eine schlagkräftige Armee besiegen könnt, werden letztgenannte Reaktionäre durch Bedrohung eingeschüchtert, getötet oder bestochen. Dies funktioniert allerdings nicht immer. Denn sowohl bei anstehenden Wahlen, als auch bei kleinen Revolutionsversuchen gilt: Seid ihr zu unbeliebt, nützt auch das Schmieren nichts. Dann ist das Spiel für euch gelaufen. Neben der Kampagne gibt es natürlich den "Sandkasten-Modus", der auch einfach vor euch hin regieren lässt. Auch hier gilt, was in der Kampagne schon Voraussetzung für neue Erfindungen und Forschung Grundlage ist: Zu Erforschen sind gewisse Dinge erst dann, wenn ihr euch in der nächsten Epoche befindet. Diese sind Kolonialzeit, die Weltkriege, Kalter Krieg und die Moderne. Jede Epoche wird auch optisch hübsch präsentiert. Während eure Bewohner beispielsweise in der Kolonialzeit noch in kleinen Hütten leben, wohnen sie später in großzügig geschnittenen Häusern oder in Mietskasernen. Auch die Freizeitaktivitäten steigen mit den Epochen und der Erforschung sowie alle anderen Aspekte des alltäglichen Lebens. Verlangen die Insulaner beispielsweise zunächst nach einer Katholischen Mission für ihre religiöse Unterstützung und eine Taverne für ihr leibliches Wohl, wollen später Kirchen, Krankenhäuser, Kabaretts, Opernhäuser, Highschools und vieles mehr errichtet werden. 
 
Innerhalb der Epochen merkt man allerdings, dass sich die Entwickler ein paar "historische Freiräume" gegönnt haben.So wird beispielsweise von einem möglichen Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und einen drohenden Weltkrieg gesprochen. In der historischen Wirklichkeit lagen beide Ereignisse allerdings fünf Jahre vor denen im Spiel. Auch mit verschiedenen anderen Ereignissen gehen die Entwickler recht locker um. So gibt es diverse Geschehnisse, die in fast jeder Epoche und auf jeder Insel vorkommen. Dies tut dem Spielspaß jedoch keinen Abbruch.
 
Apropos Spielspaß: Wie bereits erwähnt kommt dieser nicht zuletzt von der "Urlaubsatmosphäre" und - wie bei allen Teilen der Reihe - durch den hohen Wuselfaktor, wie man ihn einst von "Die Siedler" kannte. Die Grafik wurde komplett überarbeitet und sieht nun in jeder Zoomstufe richtig schick aus. Tages- und Nachtwechsel, Hitzewellen und besondere Naturereignisse machen so einiges her. Die Bewohner wurden hübsch animiert und in Szene gesetzt, die Gebäude schick modelliert und alles wirkt wie aus einem Guss. Das "Sahnehäubchen" sind die einmal mehr äußerst passend gewählten deutschen Synchronsprecher, die für manchen Schmunzler gut sind - allen voran natürlich Penultimo.
 
8Fazit: "Tropico 5" ist eine hervorragend gelungene Weiterführung der Erfolgsreihe. Wenngleich einige Fans sich über das doch recht einfach gehaltene Wirtschaftssystem beschweren dürften, macht das Spiel unglaublich viel Spaß, ist ein wahrer Zeitfresser und bietet viel Abwechslung. Darüber hinaus fängt der Titel das Fernweh gut ein und macht Lust auf karibische Träume. Eine klare Kaufempfehlung. 
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Kalypso Media für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.
 
D. Stappen
 

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