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Pinball FX2 VR | Review (PS VR)

PinballBild0Ich muss zugeben, dass ich seit Jahren begeisterter Fan diverser Flipperautomaten bin. Schon als Kind zog es mich zu den Tischen magisch hin. Meine ersten Erfahrungen sammelte ich mit einem Flipperautomaten, der thematisch an die alten „Terminator“-Filme angelehnt war. Einer der wenigen (damals technisch möglichen) Effekte war, dass bei besonders spektakulären Combos ein über der vertikalen Front des Tisches angebrachter Ventilator angeschaltet wurde. Bei dreißig Grad im Schatten war diese kleine Brise herrlich und hat sich so in mein Langzeitgedächtnis gebrannt. Als dann in den 1990ern die ersten virtuellen Flipperautomaten erschienen, war ich zugegebenermaßen zunächst einmal skeptisch, wie sich das haptische Erlebnis ohne die richtigen Flippererfahrungen widerspiegeln solle. Doch im Laufe der Jahre wurden die PC- und Konsolen-Flipper immer besser, die Kugeln liefen physikalisch immer akkurater und die Tische wurden immer spektakulärer. Einer der Vorreiter der vergangenen Jahre waren die Entwickler des ungarischen „ZEN“-Studios.

Die fleißigen Jungs haben es nämlich in ihrer bisherigen Karriere auf mehr als 60 verschiedene Flipperautomaten-Umsetzungen gebracht. Auch in 3D waren die Ungarn Vorreiter. So war es eigentlich schon von Vornherein klar, dass sie auch pünktlich zum Erscheinen der drei VR-Brillen (Oculus Rift, HTC Vive und PlayStation VR) einen Ableger ihrer Tische auf den Markt bringen würden. Und genau das haben sie nun getan. Mit „Pinball FX2 VR“ steht eine kleine aber feine Sammlung auch im PSN bereit. Neben dem Basispack, welches drei Tische umfasst, gibt es das erste „Season Pack“ mit fünf weiteren Tischen sowie einen Tisch, der sich mit der beliebten Serie „The Walking Dead“ befasst. Wir durften uns intensiv mit allen bislang erschienenen Flipper-Umsetzungen befassen und verraten euch, ob die Investition sich auch für euch lohnt. 

Schöne neue Flipper-Welt?

Bevor es jedoch an einen der verschiedenen Tische geht, werde ich in einem Raum abgesetzt. Dort warten eine Vitrine, in der meine Erfolge nach und nach freigeschaltet werden, ein paar Bildschirme, auf denen die Ranglisten zu den jeweiligen Tischen aufgelistet sind, ein TV-Gerät, das mir eine Übersicht der bereits erworbenen Tische anzeigt und diverse Einstellungsmöglichkeiten zu den Tischen, sowie ein großes Fenster, auf dem sich aktuell nichts abspielt, das aber bei Aktivierung der einzelnen Tische mit in das Geschehen einbezogen wird. Im Raum selbst befinden sich drei virtuelle Flipperautomaten. Dies sind die „Basis-Automaten“, die ihr mit Erwerb des Hauptspiels erhaltet. Die drei Geräte hören auf den Namen „Mars“, „Terror of the Deep“ und „Epic Quest“. Um an einen Flippertisch zu gelangen, müsst ihr nicht hinlaufen, sondern drückt einfach auf die X-Taste und schon geht es los. Dies wirkt zwar insgesamt ein wenig unrealistisch, hat aber zur Folge, dass es so kein Motion-Sickness Problem geben kann, welches ja unter anderem durch das freie Bewegen im Raum entsteht. Etwas seltsam ist, dass ihr, wenn ihr das Season Pack und den Walking Dead-Tisch erworben habt, diese nicht im Raum findet, sondern stattdessen mit den L1-und R1-Tasten zwischen den einzelnen Tischen hin und her switched. So bleibt der Raum recht steril und leer. Doch die Action passiert ja auf bzw. im Tisch! Also: Schwamm drüber!

PinballBild1Schauen wir also, was die einzelnen Tische zu bieten haben. Da wäre als erster Tisch „Terror of the Deep“ zu nennen. Hier profitiert das Spiel insofern von der VR, als dass ihr das Gefühl habt, unter Wasser zu spielen. So steigen überall Luftblasen auf, schwimmen kleine Fischschwärme an besagtem Fenster vorbei, erkenne ich Quallen, fahren kleine U-Boote um mich herum und umkreist mich ein Hai, der auch schon mal die Kugel frisst. Sehr schön gemacht. Auch auf dem Tisch passiert jede Menge Action. Ein wenig schade ist, dass dieser Tisch (sowie die beiden anderen Tische) schon aus der „Ur-Version“ von Pinball FX 2 bekannt sind und so für Fans (außer den VR-Effekten) nichts Neues darstellen. Ebenfalls gelungen ist „Epic Quest“. Hier reitet ein verrückter Ritter (der ein wenig an einen römischen Legionär erinnert) um den Tisch auf einem Steckenpferd herum und erzählt euch einige mehr oder minder unterhaltsame Dinge oder kämpft gegen eine überdimensionierte fleischfressende Pflanze. Wer des Englischen nicht ganz so mächtig ist, der verpasst hier und da einige nette Einfälle, wird aber auch nicht ganz so schnell abgelenkt. Denn klar ist, dass euch die Entwickler mit diesen kleinen „Streichen“ auch mal vom „Tischgeschehen“ ablenken möchten, was zumindest am Anfang auch durchaus gelingt. Auf dem Tisch selbst gibt es unter anderem ein Mühlrad, dass die Kugel eine Etage hoch befördert, eine Art Scheunen und den Ritter mit seinem Pferd in klein.

Beim „Mars“-Tisch krabbelt eine Roboterspinne am Tisch entlang, fliegen Meteoriten umher oder ein Satellit. Hin und wieder kommt es zu einer Art „Sonnensturm“. Im Vergleich zu den anderen Tischen, ist dieser recht spartanisch gehalten und macht auch nicht allzu viel Spaß. 

Mein absoluter Lieblingstisch ist „Castle Storm“ aus dem ersten Season 1Pack. Hier fliegt beispielsweise ein Drachen um mich herum, wird eine Festung beschossen, rücken feindliche Soldaten an. Überall ist etwas los und es macht unglaublich viel Spaß, neue Einfälle der Entwickler herauszufinden. Mindestens genauso cool ist „Wild West Rampage“. Hier steht ein attraktives Cowgirl mit gezückter Waffe am Flippertisch und schaut ganz genau, was ich da so anstelle. Um mich herum zieht eine Dampfeisenbahn ihre Runden und auf dem Tisch gibt es unter anderem herrliche Raufereien und aus dem Saloon fliegende Personen. Bei „Paranormal“ wiederum geht es übernatürlich zu. Egal ob Dinosaurier, um euch herum kreisende Flugzeuge, ein aus dem Tisch kommende Quija-Brett oder physikalische Spielereien – alles passt sehr gut zum Thema und wurde entsprechend düster inszeniert.

PinballBild2 „Earth Defense“ erinnert ein wenig an die guten, alten Filme, in denen die Menschheit sich gegen heranrückende UFOs zur Wehr setzen musste. Hiervon gibt es gleich mehrere, die mir auch schon mal gefährlich nahe kommen und kleinere Gefechte gegen Hubschrauber austragen. Die Inszenierung hier ist recht ordentlich. Last but not least befindet sich im Pack der Tisch „BioLab“. Hier geht es um ein Forschungslabor und Aliens. Ja, kann man machen, muss man aber nicht. Und warum Kekse um mich rum fliegen, erschloss sich mir erst nach Rückfrage eines Kollegen. Zu guter Letzt gibt es noch den „Walking Dead“-Tisch, der ebenfalls separat erworben werden muss. Hier treffen wir auf ein paar Zombis und die Protagonistin der Telltale-Spiele, Clementine. Diese versteckt sich gerne mal am und unter dem Tisch, wirft einen Zombie mit einem Ball ab usw. Auch dieser Tisch ist thematisch sehr düster gehalten und Geschmacksache. 

Viel Unsinn, viel Spaß – und doch korrekt

Obwohl natürlich jeder Tisch ziemlich viele und zum Teil auch natürlich vollkommen unrealistische Einfälle zu bieten hat, verhalten sich die Flipperkellen, die Kugeln und die Bumper fast so exakt, wie in der Realität. Dadurch kommt auch ein „echtes“ Flippergefühl auf, auch wenn ich unter der VR-Brille den Controller betätigen muss. Grafisch ist die Umsetzung der einzelnen Tische absolut gelungen. Zwar ist nicht alles scharf, doch für die Möglichkeiten, die die PS4 bzw. PS4 Pro und die VR-Brille aus dem Hause Sony technisch ermöglichen, haben die ZEN Studios brillante Arbeit geleitstet. 

9Fazit: Für mich gehört „Pinball FX 2“ zu den besten Titeln, die es aktuell für die PlayStation VR-Brille gibt. Auch wenn das Basispack für knappe 15 Euro nur drei Tische bietet, das Season One Pack mit fünf Tischen mit fast 25 Euro zu Buche schlägt und auch der „Walking Dead“-Tisch noch einmal knappe 8 Euro kostet, lohnt sich die Investition, solange hier auch nur ansatzweise Spaß am Flippern habt. Denn die interaktiven Möglichkeiten, die die Tische bieten sind äußerst vielfältig, die Immersion grandios und der Spielspaß hoch. Was will man mehr? Bleibt zu hoffen, dass die ZEN-Studios noch ein paar exklusive Titel bieten oder einige legendäre Klassiker nachlegen werden. Hier bleibe ich definitiv einige Stunden in der virtuellen Welt. 

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Die  inn-joy Redaktion bedankt sich bei den ZEN-Studios für die zur Verfügung gestellten Testcodes.

U. Sperling

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