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Aven Colony | Review (Xbox One)

AvenColonyBild1Aufbau-Strategiespiele erfreuen sich seit den 1990er-Jahren enormer Beliebtheit. Damals, als „Die Siedler“ von Blue Byte veröffentlicht wurden, konnten wir das allererste Mal fremde Inseln und Länder besiedeln. Es folgten legendäre weitere Titel wie die „Anno“-Reihe und Co. Seitdem besiedeln PC- und Konsolen-Fans Welten auf dem Wasser, unter Wasser, in ferner Zukunft und in der Vergangenheit. Hin und wieder gab es auch Ausflüge ins Weltall. Genau in diese Kerbe schlägt nun auch „Aven Colony“ von Mothership Entertainment. Wir haben uns die Xbox One-Fassung geschnappt und getestet, inwieweit der Titel in einer Reihe mit seinen großen Ahnen steht und welche neuen Ansätze das Spiel verfolgt.

Von der Basis zu den Sternen

Während andere Spiele mit fulminanten Intros prahlen, geht es bei Aven Colony vergleichsweise schlicht ins Spielgeschehen. Da werden Missionen in der Kampagne mit einem kurzen (englischsprachigen) Vortrag vorgestellt und dann werdet ihr sofort ins Spiel geworfen. Bereits hier merkt man, dass das Entwicklerteam nicht unbedingt das finanzielle Polster der Mitbewerber zur Verfügung hatte. Doch sei’s drum! Auch andere Spiele schaffen ohne Intro und große Ingame-Videos gut zu unterhalten.

Ihr startet also mit einer kleinen Basis und einer handvoll Rohstoffen. Unser eigentliches „Kapital“ sind die Siedler bzw. Kolonialisten, welche für uns die Rohstoffe erschließen und nutzen können. Daher ist es besonders wichtig, stets ihre Wünsche, Sorgen und Interessen im Auge zu behalten. Und so sorgt man für ausreichend Nahrung, Erholungsmöglichkeiten, eine gute Infrastruktur und eine „grüne“ Umwelt. Wichtig ist, dabei die sich bedingenden Faktoren im Blick zu haben sowie das stets knappe Baumaterial. Wer einfach nur stumpf vor sich hin baut, um möglichst schnell ein Missionsziel zu erreichen und meint, sofort all seinen Kolonialisten entgegenkommen zu müssen, wird bei Aven Colony nicht sehr weit kommen. Und dennoch gibt sich der Titel weniger komplex wie die Genrevorbilder, was vor allem Einsteigern entgegenkommen dürfte.

Ich dreh am Rad...

Die Steuerung erinnert an Cities Skylines, das wir euch vor einiger Zeit vorgestellt haben. Das bekannte „Rad-Menü“ mit seinen verschiedenen Icons, zeigt euch recht übersichtlich und schnell an, was ihr tun könnt. Ein Klick auf den jeweiligen Schalter löst eine entsprechende Aktion aus. Das klappt alles recht ordentlich, sobald man die Icons verstanden hat. Und so stampft ihr recht schnell neue Gebäude aus dem Boden, verbindet diese mit Glastunneln, durch die eure Arbeiter sicher zu ihrem Job gelangen, stellt Verteidigungsanlagen gegen riesige Sandwürmer auf und schützt euch vor Giftwolken. Wie sich das alles auf die Zufriedenheit eurer Bewohner auswirkt, wo Mangel und Gefahren herrschen – all das könnt ihr euch grafisch anzeigen lassen. Hat man einmal die Grundzüge der Kolonieverwaltung verinnerlicht und weiß man, wie man seine Einwohner zufrieden stellt, gibt es eigentlich kaum wirkliche Überraschungen. Das Missionsdesign ist nämlich nicht wirklich aufregend ausgefallen und bietet zu viel Einerlei. So stellt sich bereits nach zwei bis drei Stunden Langeweile ein, was – in Anbetracht des Machbaren – sehr schade ist. Ebenfalls schade ist, dass der beliebte „Wuselfaktor“ aus alten Anno- oder Siedler-Spielen hier nicht vorkommt. Man möchte seinen unzähligen Bewohnern doch zu gerne beim Tagwerk zuschauen. Doch niedlich oder wuselig gibt es leider woanders.

Ebenfalls schade – aber wohl zusammenhängend mit dem „schmalen“ Budget des Entwicklerteams – ist die doch recht „grobe“ Grafik. Pop-Ups, verwaschene Texturen, Ruckler und andere technische Unzulänglichkeiten, sind leider hier an der Tagesordnung. Da hilft es auch nicht, dass euch die Entwickler noch einen „Sandkasten“-Modus spendiert haben, in dem ihr euch frei tummeln und die Anforderungen der Karte selbst festlegen könnt.

AvenColonyBild2Fazit: Auch wenn „Aven Colony“ für eine gewisse Zeit durchaus zu unterhalten vermag, stehen dem Spielspaß auf lange Sicht das eintönige Missionsdesign, fehlender Anspruch, der nötige spielerische und erzählerische Tiefgang und die immer gleichen Wünsche der Kolonialisten entgegen. Wer sich davon – und von einigen KI-Aussetzern der Siedler – nicht abschrecken lässt, kann dennoch zugreifen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 6 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Team 17 Digital Ltd. Für das zur Verfügung gestellte Rezensionsmuster.

L. Zimmermann

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