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Vorstellung und ausgewählte Sorten im Test: Life&Coffee aus Baden-Baden

LifeCoffeeLogoBaden-Baden ist eine der schönsten Städte im Schwarzwald mit einer wechselvollen Geschichte. Seitdem die Römer die Kraft der heißen Quellen für sich erkannten, schätzen Menschen aus aller Welt die Thermalbäder und lieben die Kultur und Landschaft der Metropole im nördlichen Schwarzwald. Natürlich sind auch das legendäre Casino und die Parkanlagen eine Reise wert. Was wohl nur Kenner und Insider wissen ist, dass Baden-Baden auch im Bereich Kaffeekultur so einiges zu bieten hat, wie beispielsweise die Kaffeerösterei „Life&Coffee“. Hier setzt man auf handgemachte Qualitätsröstung und kennt – ganz im Sinne der „Third Wave Coffee“-Bewegung – quasi genau die Kaffeebäume, von denen die Bohnen stammen. Wir sind gespannt, was uns so alles geboten wird.

„Wir leben Kaffee!“

Dies ist das Motto, unter das Inhaber Markus Schlotter seine Rösterei „Life&Coffee“ in Sinzheim/Baden-Baden und sein Wirken als Unternehmer gestellt hat. Wichtig dabei ist ihm, stets hochwertige Bohnen zu nutzen, um diese dann voll und ganz nach seinen eigenen Vorstellungen zu einem exzellenten Kaffee rösten zu können. Um auch die bestmöglichen Bohnen zu bekommen, setzt Markus Schlotter voll und ganz auf direkten Handel und nicht auf Zwischenhändler. So ist die Transparenz von der Plantage bis zu ihm gegeben („form to cup“). Dabei stehen Nachhaltigkeit, Fairness, soziale Verträglichkeit und persönliche Kontakte mit den Farmern ganz hoch im Kurs. Lediglich der Vermittler steht zwischen den Farmern und ihm. Um das alles zu gewährleisten, ist Markus Schlotter auch hin und wieder selbst vor Ort. So überzeugt er sich, dass Qualität, Nachhaltigkeit und Fairness keine hohlen Phrasen sind. Nicht umsonst wurde er bereits 2014 im Café Guide Deutschland vom Fachmagazin „Der Feinschmecker“ ebenso empfohlen, wie vom größten Kaffeemagazin Europas „Crema“.

Auf die Familie kommt es an

Um seine Kunden heutzutage vom eigenen Produkt zu überzeugen, muss man als Kaffeeröster natürlich nicht nur besten Kaffee anbieten, sondern das Produkt auch noch einigermaßen originell dem Konsumenten schmackhaft machen. Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern, setzt Markus Schlotter nicht auf Bilder des fertige Produktes, auf alle möglichen Beschreibungen oder möglichst knallige, bunte und vor Hightech nur so strotzende Verpackungen, sondern auf handgezeichnete Skizzen von Familienmitgliedern. Denn die Familie als Keimzelle unserer Gesellschaft ist es doch, wo wir uns jederzeit hin zurückziehen können, die uns Halt, Kraft und Ruhe gibt, die uns aber auch wild macht, antreibt und zu neuen Taten motiviert. Im Portfolio hat „Life&Coffee“ derzeit (Stand 01/18) ganze zehn Familienmitglieder. Nun mag der eine oder andere Kaffeefreund sich wundern, warum es so wenige Sorten (Blends und sortenrein) sind. Doch wir in der Redaktion vertreten – wie Gott sei Dank einige der wirklich guten Kaffeeröster auch – die Meinung, dass wir lieber eine Hand voll exzellenter Kaffees angeboten bekommen, bei denen die Meisten beispielsweise nur Micro-Lots sind oder eben außer dem Transporteur keine weitere Station zwischen dem Farmer und dem Kaffeeröster steht, als 30 Kaffeesorten angeboten zu bekommen, wo vielleicht noch Importeure dazwischen hängen oder 1-2 „Pseudo-Bios“ angeboten werden, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Da können wir dann auch gleich unseren Kaffee aus dem Supermarkt ums Eck beziehen.

Die Kaffees im Angebot hören auf die witzigen Namen „cooler Onkel“, „harte Jungs“, „wilde Rasselbande“, „kleine Schwester“, „zartes Nesthäkchen“, „großer Bruder“, „hippe Nichte“, „Papa Ban“, „Mama Ayu“ und – man höre und staune „heiße Nachbarin“...Aus der Familie haben wir eine kleine Auswahl erhalten, von der wir euch die „kleine Schwester“, die „harten Jungs“ und die „wilde Rasselbande“ vorstellen möchten

Noch ein paar Worte zu unserem eigentlichen Test: Für die Verkostung haben wir einen Kaffeevollautomaten, einen Siebträger, einen Handfilter (Hario V60) und eine Stempelkanne benutzt. Die erläuternden Texte stammen von kleinen Karten, welche uns Markus Schlotter zu den jeweiligen Testsorten geschickt hat. Auffällig ist hierbei, dass auf keiner der Karten angegeben wurde, wie der Kaffee aufbereitet wurde. Dies ist normalerweise ein gängiges Kriterium für die Transparenz. Bei allen uns zur Verfügung gestellten Kaffees fällt das homogene Bohnenbild auf. Nur ganz wenige Bohnen weisen kleinere Defekte auf. Das Röstbild ist – entsprechend der verwendeten Sorten – einheitlich und stimmig. Bezüglich der Qualität gibt es kaum etwas zu bemängeln.

Die harten Jungs

Es sind die harten Jungs, die manchmal auch weich sind; sie haben Kraft und Power, sind im Herzen aber zahm und treu. Das spiegelt genau den Charakter dieses Kaffees wider! Tiefe Sehnsucht nach dem vollen, einzigartigen und reinen Geschmack, der lange anhält und sich nur mit einem Schluck Wasser auflösen lässt … sie hat mich nach Indien geführt, eines der besten Anbauländer für Robusta der Extraklasse!

Geschmack

Dieser feine Robusta besticht durch seine sehr kräftigen, würzig-tabakartigen Nuancen. Als doppelter Ristretto beflügelt er lange den Geist und füllt den ganzen Gaumen aus.

Anbauregion

Die Farm liegt in einer Höhe von 900 m in Karnataka, Region Nord Kodagu (Indien) Varietät: Old Paradenia (SLN 274).

Unsere Geschmackseindrücke

Das muss man wirklich mögen. Die kräftige Würze mit leichten Tabak-Anklängen wird nicht unbedingt jeden Geschmack treffen. Ich persönlich finde sie etwas zu aufdringlich, vor allem als doppelten Ristretto, wie Markus Schlotter es vorschlägt. Man merkt ganz klar, dass hier der Robusta in niedriger Lage dominiert. Kein schlechter Kaffee, aber einfach nicht für den Geschmack der Massen gedacht.

LCWildeRasselbandeDie wilde Rasselbande

Der Traum von einer Gemeinschaft, von Gruppenzugehörigkeit und Stärke, sind der Ursprung dieser Kreation! Die Gemeinschaft und die Zusammenarbeit machen den Menschen glücklich und reich an Ideen. Ein Traum …

Als kleine Kinder waren wir immer die wilde Rasselbande und zusammen waren wir stark. Diese Gruppendynamik darf in keiner Familie fehlen.

Geschmack

Temperamentvoll, rassig und würzig, dennoch ausgewogen und nicht zu stark. Sehr leichte Fruchtnuancen.

Anbauregion

Ausgesuchte Bohnen von kleinen Bergdörfern in Nord-Thailand, aus Familienbetrieben in Süd-Indien und Brasilien (1.000 m – 1.700 m Anbauhöhe).

Unsere Geschmackseindrücke

Uns in der Redaktion hat dieser Kaffee besonders gut gefallen. Die Mischung dieses Blend aus brasilianischem Kaffee, Kaffee aus Thailand und Indien ist sehr interessant und bietet eine tolle Aromenvielfalt. Die fruchtigen Noten erinnern ein klein wenig an „Obstsalat“. Vor allem im Sommer kann man sich den Kaffee sehr gut vorstellen.

Die kleine Schwester

Es ist schon wunderbar, eine kleine Schwester in der Familie zu haben. Lange war ich auf der Suche nach einer leichten fruchtigen und wohlschmeckenden Geschmacksexplosion – jetzt bin ich fündig geworden.

Meine kleine Schwester ist eine ganz liebe und zarte Persönlichkeit mit einer sagenhaften Phantasie und Vorstellungsgabe. Sie kann aber auch leicht frech sein – das hat sie vom Onkel.

Geschmack

Milder Kaffee mit leichten Zitrusnoten und mittlerem Körper.

Anbauregion

Eine Mischung aus den besten Anbauregionen und kleinen Bergdörfern aus Nord-Thailand, Süd-Indien und Brasilien (Anbauhöhe: 1.000 – 1.700 m). Wir kennen die meisten Kaffeebauern persönlich.

Unsere Geschmackseindrücke

Geschmacklich handelt es sich hierbei in der Tat um einen recht milden Kaffee. Die Zitrusnoten kommen vor allem bei der Zubereitung im Handfilter zum Tragen, wobei der Kaffee mir persönlich da schon fast zu schwach ist. Zubereitet im Cafflano oder in der Stempelkanne ist er etwas runder im Geschmack. Im Abgang bleibt er nicht allzu lang erhalten

Fazit: Gute Kaffees mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis, ein großer Einsatz für Nachhaltigkeit und Fairness sowie Transparenz im Sinne der „Third Wave Coffee“-Bewegung – all das findet ihr bei „Life&Coffee“ aus Baden-Baden. Wir haben uns überzeugen lassen und freuen uns schon auf einen persönlichen Besuch, wenn wir das nächste Mal in der Stadt sind. Mach weiter so, lieber Markus!

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Zusammensetzung der Gesamtbewertung:

Qualität: 9 von 10 Punkten

9Fairness und Nachhaltigkeit: 9

Geschmack: 8 von 10 Punkten

Transparenz: 9 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Markus Schlotter von „Life&Coffee“ Baden-Baden für die zur Verfügung gestellten Testexemplare.

D. Stappen

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