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Neu im Wochenschau Verlag: Leitfaden Referendariat im Fach Geschichte

LeitfadenRefiAls Referendarin oder Referendar fühlt man sich häufig überfordert im Hinblick auf alles das, was man sich in den anderthalb Jahren des Vorbereitungsdienstes erlernen und bis zu den Unterrichtspraktischen Prüfungen und dem Kolloquium können soll. Denn neben dem, was man an Theorie beherrschen muss, soll man auch noch Stunden planen, Zielformulierungen angeben, Binnendifferenzieren, fördernde und fordernde Materialien anbieten, natürlich auch reflektieren, was man besser machen könnte und so weiter. Klar, dass irgendwann bei jedem „Berufsneuling“ der Kopf qualmt. Umso schöner ist es, wenn es kleinere Hilfestellungen für den Referendaralltag gibt. Eine dieser Hilfestellungen bietet der Wochenschau Verlag für das Fach Geschichte. Unter dem Titel „Leitfaden Referendariat im Fach Geschichte“ wollen Ulrich Bongertmann, Ralph Erbar, Niko Lamprecht, Frank Schweppenstette und Sylvia Semmet Referendarinnen und Referendaren Unterstützung bieten, um im Schulalltag als Geschichtslehrerin oder Geschichtslehrer bestehen zu können.

Rezension: Das Buch bietet zunächst einmal ein paar Einstiegstipps zum erfolgreichen Start ins Refi-Leben. Nach einer kurzen Einführung zum Thema „Die Schwierigkeiten am Berufsanfang überwinden“ geht es direkt los mit einem „Erste-Hilfe-Paket“ für eine Kurzplanung einer Geschichtsstunde, das in Notfällen greifen sollte und kann. Daher stehen die „Mittel- und langfristigen Maßnahmen“ unmittelbar im Anschluss an die Hilfen für „absolute Notfälle“. Das erste Kapitel schließt mit Hinweisen und Tipps rund um Geschichtsschulbücher.

Der erste große Block (Kapitel 3) umfasst die „Ziele und Prinzipien des Geschichtsunterrichts“. Hier geht es um „Geschichtsbewusstsein und Geschichtsunterricht“, „Gegenwarts- und Zukunftsorientierung“, „Wissenschaftsorientierung und Wissenschaftspropädeutisches Lernen“, „Problemorientierung“, „Multiperspektivität“, „Werteorientierung, Werteerziehung und historische Urteilsbildung“, „Kompetenzorientierung“, einen „Beitrag zur politischen Bildung“ und die „Alters- und Schulformpassung“. Dieser Part ist natürlich verhältnismäßig trocken geschrieben, wie es bei der Theorie so ist. Dennoch kommen diverse Alltagsbeispiele zum Tragen, anhand derer die Theorien erläutert werden. Auch Fragen wie beispielsweise nach dem Interesse am Fach Geschichte mit zunehmendem Alter der Lernenden, werden beantwortet, um so dem Referendar / der Referendarin einerseits zu erklären, dass das mangelnde Interesse am Fach nicht unbedingt mit der eigenen Person einher geht, andererseits aber auch, um Chancen und Möglichkeiten aufzuzeigen, dem entgegenzuwirken.

Das folgende Kapitel befasst sich dann mit dem „Historischen Lernprozess: Lehr-Lernkonzepte, Aufgabenkultur“. Hier werden die vier großen Bereiche des „erarbeitenden Geschichtsunterrichts“, des „aufgabenzentrierten Geschichtsunterrichts“, des „projektfördernden Geschichtsunterrichts“ und des „erkundenden Geschichtsunterricht“ näher beleuchtet. Anhang von Beispielen werden die jeweiligen Möglichkeiten und Vorzüge dargestellt. Kapitel fünf stellt „Geschichte als Konstrukt“ in den Fokus und zeigt an drei ganz konkreten Beispielen, wie aus Geschichten Geschichte konstruiert wurde und werden kann.

Hieran schließt sich der nächste große Block, der wohl für alle Referendarinnen und Referendare mit das Wichtigste ist: Die „Planung und Durchführung von Geschichtsunterricht“. Die Autoren zeigen, wie es vom Fragenkatalog über die Reihenplanung, die konkrete Planung im Hinblick auf Didaktik und Methodik, Stoff und Ziele, die Lerngruppe, die Strukturierung und Materialien bis hin zu Methodik, Themen, die Durchführung und Reflexion zu einer „runden Stunde“ kommen kann.

Apropos „Materialien und Medien“: Auch dieser Teil ist natürlich (nicht nur für Refis) enorm wichtig. Daher wird den Texten, Bildern, Filmen, architektonischen Quellen, Zeitzeugen, dem Internet und den digitalen Medien ein Extrakapitel gewidmet. Auch hier wird wieder konkret „vorgemacht“, wie mit den diversen Materialien und Medien sinnvoll umgegangen werden sollte, welche Fragen an einen Text gestellt werden könnten, wie Filme in den Geschichtsunterricht eingebunden werden oder auch, welche Vor- und Nachteile die „Oral History“ (Zeitzeugengespräche) mit sich bringt.

Kapitel acht stellt die Schwierigkeiten der „Leistungsmessung und Leistungsbewertung“ in den Vordergrund. Denn gerade die „gerechte“ Benotung fällt in einem meist rein mündlichen Fach wie Geschichte schwerer, als in schriftlichen („Haupt-) Fächern. Wie man es dennoch schaffen kann, einigermaßen „gerecht“ und objektiv zu benoten, verraten die Autoren hier.

Kapitel neun befasst sich mit der „Königsdisziplin“, der Examensstunde. Dabei zeigen die Autoren nicht nur verschiedene Planungselemente auf und ein Beispiel für ein gelungenes Stundenraster, sondern sie scheuen auch nicht davor zurück, ein Stundenraster einer „misslungenen“ Stunde aufzuführen, um Referendaren explizit zu zeigen, was in der UPP möglichst vermieden werden sollte.

Last but not least befasst sich das letzte Kapitel dann mit „schriftlichen Lernkontrollen und Klausuren“. Anhand von konkreten Beispielen wird gezeigt, wie Tests aufgebaut werden, was bei Klausuren zu beachten ist und wie Erwartungshorizonte formuliert und erstellt werden.

Das Buch schließt mit dem Anhang, in dem zahlreiche Kopiervorlagen, Checklisten, Texte und Quellen sowie Literatur und ein Stichwortverzeichnis zu finden sind.

Fazit: Der „Leitfaden Referendariat im Fach Geschichte“ aus der Reihe „Geschichte unterrichten“ ist ein hervorragend konzipiertes und verständlich geschriebenes Buch, welches Referendarinnen und Referendaren, aber auch Berufsanfängern nach dem Referendariat viele gute und sinnvolle Tipps gibt. Praxistipps und konkrete Beispiele helfen, von der abstrakten Ebene weg zu kommen. Von uns gibt es eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Die inn-joy Redaktion vergibt 10 von 10 Punkten.

10Titel: Leitfaden Referendariat im Fach Geschichte

Reihe: Geschichte unterrichten

Autoren/Hrsg.: Ulrich Bongertmann, Ralph Erbar, Niko Lamprecht, Frank Schweppenstette, Sylvia Semmet

ISBN: 978-3-7344-0445-0

Die inn-joy Redaktion bedankt sich beim Wochenschau Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

D. Stappen

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