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Sebastian Fitzek: Flugangst 7A

Flugangst7ADr. Mats Krüger, ein Psychiater überwindet seiner Tochter Nele zuliebe seine panische Flugangst und fliegt von Buenos Aires nach Berlin, um ihr bei der Geburt des Babys beizustehen. Auf dem Flug erhält Krüger einen verhängnisvollen Anruf...

Rezension: Seit seinem ersten Buch „Die Therapie“ aus dem Jahr 2006 bin ich ein Fan von Sebastian Fitzeks Romanen. Die Thriller, von denen er alljährlich ein bis zwei Stück veröffentlicht, sind von der ersten bis zur letzten Seite spannend geschrieben, lassen in die Abgründe der menschlichen Psyche blicken, bringen am Ende beinahe jedes Kapitels einen kleinen Cliffhanger mit und überraschen durch unvorhersehbare Wendungen. So auch bei „Flugangst 7A“, dem neusten Roman von Sebastian Fitzek. Hier spielt er mit der Urangst des Fliegens, unter welcher der Protagonist des Buches leidet. Wie immer durchleiden die Charaktere in Fitzeks Werken enorme körperliche und seelische Schmerzen und wie immer geht Fitzek dabei bis zum Äußersten und lässt auch den Leser körperlich mitleiden. Und dennoch ist es fast schon ein Zwang, das Buch weiterzulesen, da man als Leser unbedingt wissen möchte, wie es mit den Figuren weitergeht.

Bei den vergangenen Romanen (vor allem Fitzeks letztem Roman „AchtNacht“) habe ich immer wieder gestaunt, wie Fitzeks es schafft, sich derart abgedrehte Plots und Figuren auszudenken. Doch hier treibt er die Story und die Charakterentwicklung auf die Spitze und toppt damit seine Vorgängerromane noch einmal. Ich habe selten ein Buch vor mir gehabt, das ich in der Tat in einem Tag durchgelesen hatte.

Sebastian Fitzek schafft es nämlich nicht nur, seine Leser in den Bann zu ziehen. Dadurch, dass die Handlungen – so verrückt sie auch wirken mögen und stellenweise etwas zu konstruiert wirken – irgendwie doch so passieren könnten, bleibt ein Funken Glaubwürdigkeit vorhanden, der auch ein gewisses Unbehagen beim Leser hinterlässt.

Und wie schon zuvor, so erzählt Fitzek auch bei „Flugangst 7A“ die Geschichte aus der Perspektive der unterschiedlichen Figuren als allwissender Autor. So bremst er immer wieder den Handlungsfluss ein wenig ab, bringt aber auch Erläuterungen für die Handlungsstränge und zeigt, wie alles miteinander verwoben ist. Vor allem der Hauptaspekt der Entführung von Nele, der an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden kann, ist ein gesellschaftlich vernachlässigter aber dafür umso spannender und wichtiger Aspekt, den Fitzek durch den Handelnden präsentiert. Gesellschaftskritik wird (auch durch das Handeln anderer Akteure) bei Fitzek immer groß geschrieben, kommt aber nie mit dem Holzhammer daher. Allerdings ist es schon ein wenig schade, dass der Entführer mit seiner Ansicht als Verrückter dargestellt wird. So wird sein eigentlich fast schon nachvollziehbarer Ansatz karikiert und dem Wahnsinn Preis gegeben. Wer den Roman gelesen hat, weiß, was ich damit meine.

Fazit. Mit „Flugangst 7A“ hat Sebastian Fitzek erneut einen knallharten, gut recherchierten, packend geschriebenen und in jeder Hinsicht dramatischen Psychothriller geschrieben, den man „in einem Rutsch“ lesen will. Daher gibt es für den Roman eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Lediglich die Tatsache, dass er einen Hauptaspekt seiner Gesellschaftskritik ein wenig auf „den Wahnsinnigen“ abwälzt, ist schade, da Verfechter dieses eigentlich doch recht wichtigen Aspektes es sowieso schon alles andere als leicht haben, gegen Lobbyisten und Gesellschaft auf die Probleme hinzuweisen. Aber vielleicht trägt der Roman seinen Teil dazu bei, dass man als Leser über diesen (aus Spoiler Gründen nicht näher zu erläuternden) Aspekt nach der Buchlektüre kritisch reflektiert.

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Titel: Flugangst 7A

9Autor: Sebastian Fitzek

Verlag: Droemer HC (25. Oktober 2017)

ISBN-10: 3426199211

ISBN-13: 978-3426199213

Die inn-joy Redaktion bedankt sich beim Verlag Droemer-Knaur für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

D. Stappen

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