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Joachim Witt - Rübezahl | VÖ: 23.03.2018

RuebeEr gilt als einer der Mitbegründer der „Neuen Deutschen Welle“ und konnte mit „Der goldene Reiter“ und „Tri Tra Trullala (Herbergsvater)“ Songs für die Ewigkeit schreiben. Dann wurde es jahrelang still um Joachim Witt bis er 1996 in Kontakt mit dem neuen Genre der „Neuen Deutschen Härte“ (u.a. geprägt von Bands wie „Oomph!“ und „Schweisser“) kam und das grandiose „Das geht tief“ veröffentlichte. Zwei Jahre später landete er gemeinsam mit Peter Heppner von „Wolfsheim“ mit „Die Flut“ einen Megaerfolg. Von da an ging es ununterbrochen weiter mit neuen Werken wie die „Bayreuth“-Reihe, „Eisenherz“, „POP“, „DOM“, „Neumond“, „ICH“ und zuletzt „Thron“. Nun hat Joachim Witt sein neustes Album mit dem durchaus etwas merkwürdigen Namen „Rübezahl“ am Start. Wir durften bereits vor Verkaufsstart in das Werk reinhören und verraten euch, was euch Witt dieses Mal zu bieten hat.

Stürme – immer wieder Stürme...

Das Joachim Witt ein Faible für die düstere Beschreibung von Natur und Umwelt hat, wissen wir seid vielen Jahren. Und so wundert es nicht, dass der Opener aus seinem neuen Album „Herr der Berge“ auch gleich mit Stürmen, zerberstendem Holz und sich aus steilen Wänden lösenden Felsen beginnt. Die drohende Atmosphäre, die Witt mit seiner tiefen, klagenden, mahnenden und drohenden Stimme hervorruft, macht sich hier gleich in vielen Facetten bemerkbar. Da fragt man sich sofort, wie düster und melancholisch das Album werden wird. Unterstrichen wird der Opener durch bedrohliches und teils aggressives Gitarrenspiel, Chöre und Synthesizer.

Mit „Ich will Leben“ hat man das Gefühl, als marschiere Witt mit einem Orchester direkt durch die Ohren ins Gehirn des Zuhörers. Mit dabei eine starke „Streicherfront“ und die martialische Stimme Witts, der uns die Worte um die Ohren schlägt.

Nicht weniger heftig, aber textlich besser ist Song drei „Dämon“. Hier sind wir wieder beim „alten“ Witt, wie wir ihn von den „Bayreuth“-Werken kennen. Mehr Gesang und weniger Brimborium. Toll!

Dass Witt auch ruhiger kann, erfährt man bei „Goldrausch“, einem Song mit geradezu „balladesken“ Zügen. Was mich ein wenig an diesem Song stört, sind die Chöre zu Beginn. Aber gut. Das ist eben Geschmacksache. Toll ist hier erneut das begleitende Orchester. Ein ziemlich melancholischer Song, aber absolut gelungen.

Sehr minimalistisch kommt hingegen „Mein Diamant“ daher. Dieser Song wird vom Klavier und Witts Stimme dominiert. Ein schönes Stück, wenn man es auch mal ruhiger mag, wenngleich der Text auch hier nicht ohne ist.

Nach dem für „Witt-Verhältnisse“ recht tiefenentspannten „Wofür du stehst“ folgt mit „Quo Vadis“ einer der „verworrensten“ Songs des Albums mit sehr coolem Gitarren-Riff. Kann man mögen – oder auch nicht. (Vor allem der Text ist ein wenig sehr skurril) Ein Song, bei dem man das Gefühlt hat, als wohnen in Witt heulende Wölfe...

Die nächsten Stücke haben keine allzu starken „Killer“-Momente, sodass wir sie einfach überspringen. Das folgende Stück „1000 Seelen“ ist dann leider kaum mitreißend, was vor allem an dem 08/15 Aufbau und der uninspirierten Melodie liegt.

Ein weiteres Highlight ist „Wenn der Winter kommt“, das ebenfalls an die alten „Bayreuth“-Werke erinnert und wunderschöne Bilder in die Phantasie malt. Einfach top! Das Album schließt mit „Leben und Tod“ sowie „Wiedersehen woanders“.

Fazit: „Rübezahl“ steht in vielen Momenten in guter Tradition mit den starken „Bayreuth“-Werken vor allem mit dem letzten Teil. Das bedrohlich-klagende, das martialische, die Kämpfe mit den inneren Dämonen, das Düstere und Getriebene – all das kennen und lieben wir. Manche Songs 8hingegen wirken etwas zu sehr für den breiten Massenmarkt geschrieben, wenngleich es unterm Strich nur 2-3 Titel sind. Für Fans ist das Album jedoch empfehlenswert. Es steht im Kontrast zu den vergangenen Alben (was man alleine schon an den Bildern von Witt erkennt, der eine Mischung aus dem Titel gebenden „Rübezahl“ und Heinrich IV als Büßer vor Canossa darzustellen scheint), nimmt aber tolle Elemente der älteren Werke mit auf, um weitere, neue Akzente und Facetten aufzuzeigen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei result-promotion für den zur Verfügung gestellten „Hör-Stream“.

U. Sperling

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