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Wolfenstein 2: The New Colossus | Review (Xbox One)

Wolfenstein2Bild1Was wäre gewesen, wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten? Diese Frage haben sich schon viele Menschen gestellt. Gott sei Dank ist es ja nicht so gekommen. Doch in Bethesdas neuem Shooter „Wolfenstein 2: The New Colossus“ wird genau dieses Szenario für die Vereinigten Staaten von Amerika Realität. Wir haben die Fortsetzung des viel gelobten ersten Teils ausgiebig getestet und erklären euch, warum „Oldschool“-Shooter auch 2017 noch in gewisser Weise modern sind.

Die USA unter dem Regime – nur ein Mann kann es richten!

„The New Colossus“ greift Handlungsstränge des Vorgängers auf, und führt diese im Nachfolger weiter. So schlüpft ihr natürlich auch dieses Mal in die Haut der „Ein-Mann-Armee“ BJ Blazkowicz und müsst euch gegen „Frau Engel“ und ihre Schergen stellen. Diese war schon im Vorgänger (zusammen mit General Totenkopf) das ultimativ Böse und auch im neuen Teil geht sie nicht gerade zimperlich mit euch und euren Gefährten um (um es einmal ganz vorsichtig auszudrücken). Habt ihr im letzten Teil zum Schluss gegen Engel gekämpft, seht ihr zu Beginn von „The New Colossus“, dass BJ es irgendwie geschafft hat, diese Schlacht zu überleben. Zwar wird er wieder notdürftig zusammengeflickt, doch müsst ihr den Kampf zunächst einmal aus dem Rollstuhl heraus führen. Dies stellt euch vor einige Herausforderungen. Denn Leitern klettern, in Deckung hechten und geheime Wege ausnutzen ist mit dem „Rolli“ unmöglich. Doch wenige Spielminuten später steckt BJ in einer Art Exoskelett. Wie er da ran kommt und wie es weiter geht, wollen wir natürlich nicht verraten. Neulinge müssen sich übrigens keine Sorgen machen, da die Handlung des Vorgängers „Wolfenstein: The New Order“ zusammenfassend präsentiert wird.

Die Story von „Wolfenstein 2: The New Colossus“ spielt im Jahr 1961 in New Mexico. Das Regime (aus verständlichen Gründen redet man in der deutschen Version nicht von Nazis und einem „Führer“, findet keine Hakenkreuze und ähnliche, nach deutschem Recht verbotenen Abzeichen), hat die USA mit einer Atombombe in die Knie gezwungen und sich damit die gesamten USA einverleibt. Klar, dass BJ Blaszkowicz das nicht akzeptieren kann und nun versucht, die Feinde aus dem Land zu jagen.

Wolfenstein2Bild2Um dies zu schaffen, findet er in den zahlreichen Levels viel Munition (die auch Gegner hinterlassen), neue Waffen und Medikits. Ein Druck auf die Taste und euer Alter Ego sammelt die Muni ein. Um Einsteigern und Profis gleichermaßen etwas bieten zu können, haben die Entwickler verschiedene Schwierigkeitsgrade eingebaut. Während ihr auf dem untersten Level recht gut durch die Areale kommt, zieht bereits auf der zweiten Stufe der Schwierigkeitsgrad ordentlich an. So macht ein Shooter Spaß! Dadurch, dass die Gesundheit – im Gegensatz zu manch „modernem Shooter“ nicht automatisch regeneriert, sondern ihr immer auf die Medipaks angewiesen seid, wird euch auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad schnell mal der Schweiß auf der Stirn stehen. Gut, dass es viele Deckungsmöglichkeiten gibt, aus denen heraus ihr agieren könnt. Wer nicht immer wie einst Stallone in Rambo die Gegner reihenweise niedermähen möchte, der kann auch im Schleichgang seine Widersacher ausschalten, was sich vor allem im oberen Schwierigkeitsgrad in manch heikler Situation empfiehlt.

Denn – ob man es glaubt oder nicht – der neue Teil hat auch einige strategisch-taktische Komponenten zu bieten. So gibt es Kommandanten, die zuerst erledigt werden sollten, bevor sie Verstärkung rufen, diverse Soldaten, die über besondere Taktiken verfügen oder Flammenwerfer mit sich führen und einige clevere Einfälle der Entwickler, die wir aber ebenfalls nicht spoilern wollen. Was uns gefallen hat, ist die Tatsache, dass es Upgrades für Waffen gibt und ihr eure Waffen in mehreren Stufen verbessern könnt. So bleibt man in jedem Level wachsam, ob man hier und da noch eine zusätzliche Kiste mit Upgrades finden kann.

Neben den eigentlichen Missionen innerhalb der Story gibt es diverse Attentatsaufträge, die euren Einsatz mit Belohnungen honorieren.

Durch diese Aufträge, und die Missionen in der Kampagne, könnt ihr BJs Attribute verbessern. Je nachdem, wie ihr vorgeht, werden dabei unterschiedliche Verbesserungen realisiert. Besonders gute Kills eröffnen einen Schadensbonus, während das Besiegen der Gegner aus dem Dunkeln heraus Boni beim Schleichen ermöglicht.

Der Narr unter lauter Verrückten

Was wir am Vorgänger so grandios fanden, waren die unglaublich abgedrehten Charaktere und der trockene, sarkastisch-zynische Humor. „Wolfenstein 2: The New Colossus“ steht dem in nichts nach und setzt erneut auf Grausamkeiten gepaart mir abgedrehtem Humor, überzeichneten Charakteren und wahnsinnig viel Irrsinn. Das kann man mögen oder einfach nur widerwertig finden. „Wolfenstein“ polarisiert nun einmal seit frühen Tagen wie kaum eine andere Reihe.

„Getragen“ wird die Verrücktheit durch eine ziemlich drastische Darstellungsweise, die es natürlich auch dieses Mal zuhauf gibt. Dabei fällt auf, dass die Entwickler ihre Grafikengine für „Wolfenstein 2: The New Colossus“ besser im Griff haben. Denn die Areale verfügen über besser aufgelöste Details, die Kantenglättung arbeitet sauberer und Ruckler kommen so gut wie gar nicht mehr vor. Einzig bei den Gesichtern der Figuren und der Darstellung der Haare hätte es noch ein wenig Feinschliff gebraucht. Wir sind gespannt, wie das Ganze auf der Xbox One X aussehen wird. Ein entsprechendes Test-Update werden wir euch natürlich nachreichen.

Ebenfalls gefallen kann der Sound, der in feinster 5.1-Abmischung vorliegt, präzise Ortung von Gegnern zulässt und eine tolle Synchro zu bieten hat. Hier gibt es nichts zu kritisieren.

9Fazit: „Wolfenstein 2: The New Colossus“ ist eine rundum gelungene Fortsetzung, welche die Stärken des Vorgängers weiter ausbaut und einige Schwächen ausmerzt. Wer ein Faible für Shooter der „alten Schule“ hat, der kommt auch bei „Wolfenstein 2“ voll und ganz auf seine Kosten.

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.


Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Bethesda für das zur Verfügung gestellte Rezensionsmuster.

U. Sperling

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