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Super Lucky's Tale | Review (Xbox One X)

SuperLuckyBild1Zum Launch einer neuen Konsole bringt ein Unternehmen normalerweise entweder einen „Must have“-Titel, wie bei Sony „Uncharted“ (egal welcher Titel) oder „Killzone“ auf den Markt. Auch Microsoft hat sich stets ein erstes Highlight für eine neue Konsole aufgehoben, wie „Halo“ (auch hier gibt es diverse Ausgaben zum Release) oder „Forza Motorsport“. Doch mit dieser Tradition bricht der Redmonder Konzern ausgerechnet zum Streetday seiner zweifellos potentesten Konsole aller Zeiten, der am 07.11.17 erscheinenden Xbox One X. Wenn man dem Konzern böses wollen würde, dann würde man Häme und Spott über sämtlichen Entscheidungsträgern kübelweise ausschütten! Denn anstelle einer „Killer App“ bietet das Unternehmen lediglich Titel an, die bereits auf der Xbox One released wurden. Natürlich wissen wir, dass Microsoft hier lediglich ein „Konsolen-Update“ auf den Markt wirft und keine „richtige“, wirklich neue Konsole. Doch warum muss man dann als den einzig wirklich neuen Titel, der gemeinsam mit der Konsole erscheint (und natürlich auch für die Xbox One), einen Jump&Run-Titel nehmen, der eigentlich nur eine Neuauflage eines VR-Titels vom PC ist? Warum ausgerechnet „Lucky’s Tale“ als „Super Lucky’s Tale“ in 4K und 60fps zum Launch erscheint, ist mir persönlich ein Rätsel. Da jedoch Nintendo bei seiner Switch ein ähnlich katastrophales Line-Up zum Release gefahren hat, und sich mittlerweile die Hybrid-Konsole mehr als ordentlich verkauft, dürfen künftige Besitzer der Xbox One X die Hoffnung über ein paar wirkliche Xbox-Exklusivtitel, welche die Power der neuen Konsole mehr als imposant unter Beweis stellen und Sony-Fans neidisch machen, noch nicht ganz begraben und nicht nur verbesserte Spiele, die eigentlich auch auf Sonys PS4 Pro laufen. Nun gut. Genug gemosert. Lasst uns schauen, was „Super Lucky’s Tale“ so zu bieten hat.

Eine Zeitreise in die 1990er

„Man ist das retro!“ Dieser Satz verfolgte mich über die gesamte Zeit, die ich mit dem Spiel verbracht habe. Denn irgendwie scheint das Spiel, in dem der Held stark an Conker und Konsorten erinnert, ziemlich aus der Zeit gefallen zu sein. Darüber hinaus bedient er sich – sowohl vom Gameplay als auch von seinen Ideen her – bei vielen anderen Spielen, die wir in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gespielt haben.

Eine weitere Sache, die der Titel mit den klassischen Jump&Run-Spielen gemeinsam hat, ist die quasi kaum existente Story, die zudem ziemlich abgefahren ist. Es geht um zwei Füchse – ein weiblicher und ein männlicher Geselle. Während die junge Lady mit ihrem Flugzeug abstürzt und in einem magischen Buch landet, muss der männliche Fuchs (also der titelgebende Lucky) hinterher. Gleichzeitig geht es auch noch um Katzen, die irgendwie die Weltherrschaft erlangen wollen. Klingt seltsam? Ist es auch! Darüber hinaus banal und belanglos erzählt und inszeniert.

SuperLuckyBild2In den nächsten etwa 7-8 Stunden müsst ihr verschiedene Areale bereisen (die irgendwie kaum etwas miteinander zu tun haben), um die Füchsin zu finden und die Katzen an ihrem Plan zu hindern. Dabei müsst ihr Rätsel lösen, Feinde besiegen, springen und Münzen sammeln. Kennt man alles, war schon mal da – nur in besser. Denn wer hier auch nur ansatzweise so viel Kreativität erhofft, wie beim jüngst erschienenen „Madio Odyssee“, wird schnell eines besseren belehrt und auch womöglich enttäuscht. Denn die Missionen spielen sich allesamt nach 08/15-Schema, sind keine wirkliche Herausforderung und machen auch nicht sonderlich Spaß. Die beiden wirklichen Spaßkiller sind allerdings die zum Teil furchtbare Kameraführung und die nicht immer exakt reagierende Steuerung. Da nützt es mir als Spieler auch rein gar nichts, dass die Grafik in feinstem 4K erstrahlt und alles butterweich über den Bildschirm läuft, wenn diese Schnitzer an der Tagesordnung sind. Für mich sind solche Fehler ein absolutes No Go! Da hätte ich lieber ein Spiel, dass in 1080p (oder im schlimmsten Fall in „Wii-Optik“) fehlerfrei, mit erstklassiger Steuerung und frei justierbarer Kamera läuft, als dieses „Hightech“-Machwerk. So jedenfalls macht mir der Start in die „neue Ära“ keinen Spaß.

Fazit: Was auf dem PC mit der VR wirklich gut lief, verkommt hier zum „Möchtegern-Schaulaufen“. Warum sich Microsoft nach den letzten fulminanten Titeln und kleinen Perlen wie „Cuphead“ jetzt ausgerechnet dieses Jump&Run ans Bein bindet (immerhin dürfte die Zielgruppe dieser „Premium-Konsole“ sich kaum aus 4-8jährigen Spielern zusammensetzen), ist mir ein absolutes Rätsel. Chance vertan, würde ich sagen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 6 von 10 Punkten für den „Niedlichkeitsfaktor“. Wer ein Spiel sucht, dass wirklich visuelle Schauwerte bietet, welche ja im Vorfeld so oft unterstrichen wurden, zieht nochmal einen Punkt ab.

U. Sperling

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