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The Inpatient | Review (PS VR)

TheInpatientBild1Als vor rund zweieinhalb Jahren der „Teenie-Slasher“ „Until Dawn“ für die PS4 erschien, konnte der Titel sowohl Fans als auch Kritiker überzeugen. Das Horror-Adventure um eine Gruppe Teenager, die von einem irren Killer rund um eine abgelegene Blockhütte gejagt, gefoltert und ermordet werden, gehörte mit zu den spannendsten Spielen des Jahres 2015. Nun hat Entwickler Supermassive Games nachgelegt und bringt euch mit „The Inpatient“ ein reines PSVR-Adventure, dass durch Einsatz der VR-Brille noch intensiver sein soll, als Until Dawn. Wir haben den Titel für euch angespielt.
 
Fängt ja schon mal gut an
Gleich zu Beginn des Spiels befinden wir uns in einer prekären Situation. Wir sind gefesselt und sehen uns einem älteren, zunächst freundlich wirkenden Mann entgegen, der uns zu verstehen gibt, dass wir zur eigenen Sicherheit gefesselt wurden. Dummerweise bekommen wir von all dem nur unbewusst etwas mit. Der Kopf scheint irgendwie nicht recht zu funktionieren und die Amnesie lässt uns sprichwörtlich im Dunkeln tappen. Mit diesem fehlenden Gedächtnis spielen die Entwickler von „The Inpatient“, lassen sie uns doch oft am eigenen Verstand zweifeln, reißen Dinge an, ohne sie auszuführen, bringen Fetzen aus dem Gedächtnis zurück und verwirren mit für uns nicht nachvollziehbaren Momenten. So ist natürlich zunächst einmal unklar, warum wir uns in einer Nervenheilanstalt befinden, warum dort andere Menschen gefangen gehalten werden, und wer uns hier hinein gebracht hat. Hinweise erhalten wir durch Gordon, einen Patienten, der behauptet, dass das Anstaltspersonal nicht das ist, als was es sich ausgibt. Darüber hinaus berichtet Gordon von einer Mine, in der seltsame Dinge vor sich gehen. Was die Anstaltsleitung und die Pfleger damit zu tun haben, ist natürlich noch unklar. Also gehen wir dem Ganzen nach. Während wir versuchen, dem Rätsel auf die Spur zu kommen, müssen wir uns mit diversen Charakteren unterhalten, was leider ziemlich unspektakulär, ja sogar langweilig inszeniert wurde. Denn wo Titel wie „Heavy Rain“ und Co. von packenden Dialogen, Dramaturgie und dem legendären „Schmetterlings-Effekt“, bei dem unsere Antworten den Fortgang der Story beeinflussen, herrscht hier gähnende Monotonie und eine zu geringe Auswahl an Antwortmöglichkeiten. Selbst bei „Until Dawn“ klappte das System um Längen besser. Darunter leidet mit fortschreitendem Spielverlauf dann auch die Atmosphäre. Selbiges gilt für die Gruselaspekte. Können die Jump Scares zu Beginn des Spiels noch schicken, ringen sie uns nach einer halben Stunde bereits nur noch ein müdes Lächeln ab. An die packende Inszenierung und die Schockmomente eines „Resident Evil“ in VR kommt „The Inpatient“ nicht heran.
TheInpatientBild2 Ein weiterer Schwachpunkt des Spiels ist, dass sich an der Handlung nahezu gar nichts verändert, egal, wie ihr euch entscheidet. So gaukelt der Titel euch Handlungsfreiheiten vor und nimmt den Wunsch, das Spiel noch einmal durchzuspielen. Als besonders ärgerlich empfanden wir im Test, dass es uns vollkommen egal war, ob ein NPC aufgrund unserer scheinbaren Fehlentscheidungen hops ging oder nicht. Haben wir bei „Until Dawn“ noch mit den Handelnden mitgefiebert und stets vor unserer Entscheidung Angst gehabt, weil wir wussten, dass diese wirklich fiese Auswirkungen auf die anderen Charaktere haben konnten, geht uns das Schicksal der anderen Figuren nahezu vollkommen am Allerwertesten vorbei. Dies liegt vor allem an den austauschbaren Figuren, der faden Story, den schlicht nicht allzu tief greifenden Wendungen, wenn wir uns scheinbar falsch entscheiden und den fehlenden Identifikationsmöglichkeiten. Ein weiteres Moment, dass den Spielspaß oft zunichte macht, ist die schlechte Einbindung des Controllers, einem Schwachpunkt, der der ersten VR-Generation seit Anbeginn häufig angekreidet wird. Denn im Gegensatz zu den PC VR-Brillen können eure Bewegungen und damit die des Controllers nur von der Kamera der PS4 erfasst und umgesetzt werden. Dies hat zur Folge, dass es hier immer wieder dazu kommt, dass Bewegungen nicht richtig registriert werden, was zur Folge hat, dass Bewegungen nicht erkannt, Aktionen nicht umgesetzt und unter Umständen im richtigen Moment die Entscheidungen nicht „verstanden“ werden. Auch die Option, sich mittels Stick zu bewegen, funktioniert nicht immer fehlerfrei. Einzig in Sachen Grafik und Sound kann „The Inpatient“ voll und ganz überzeugen. 
 
Fazit: Da wäre viel mehr drin gewesen. Was uns in „Resident Evil“ in Sachen Schockmomente, Horror-Atmosphäre und Spielbarkeit professionell vorgeführt wird, erstickt bei „The Inpatient“ bereits im Ansatz. Die Story ist nicht sonderlich einfallsreich, die Charaktere austauschbar, die Dialoge 6sind fad und die Schockelemente nutzen sich schnell ab. Hinzu kommt eine ungenaue Steuerung. Was bleibt sind drei Stunden, die zunächst hoffen lassen, dann aber schnell enttäuschen. Leider einer der schwachen PSVR-Titel und kein Pflichtkauf für Grusel-Fans.
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 6 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Sony für das zur Verfügung gestellte Testexemplar.
 
L. Zimmermann
 

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