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UFC 3 | Review (Xbox One)

UFC3Bild1Wenn es in der PC- und Videospiele-Welt etwas gibt, dass so sicher ist, wie das „Amen“ in der Kirche, dann sind es die alljährlichen Sportspiele-Ableger. Egal ob „FIFA“, „NHL“ oder „NFL“ – für Millionen Sportfans ist alljährlich das Angebot gewaltig. Und auch Fans der Ultimate Fighting Championship, kurz „UFC“, werden nun bereits zum dritten Mal mit einem Ableger von Electronic Arts bedacht. Mit „UFC 3“ will EA Sports beweisen, dass man auf die Fans hört und die Kritikpunkte der Vorgänger ausgeräumt hat. Wir haben uns davon anhand der Xbox One-Fassung ein Bild gemacht.

Blut spritzt, Knochen knacken – das Publikum freut sich

In den USA erfreut sich UFC seit vielen Jahren einer großen Beliebtheit. Im Gegensatz zum ausschließlich auf Show getrimmten Wrestling der „WWE“ geht es im Oktagon der UFC kompromisslos, brutal und hart zu. Wer hier bestehen will, muss ans Limit gehen. Abseits des „Käfigs“ haben Wrestling und UFC jedoch einige Gemeinsamkeiten. So sind die Kämpfer beider Sportarten große Sprücheklopfer und hauen sich im Vorfeld oftmals derbe Sprüche um die Ohren. Wie das klingt beweist das Intro des neuen Ablegers von UFC. Auf Pressekonferenzen und über die Sozialen Medien werden fleißig sportliche Feindschaften gepflegt. Da kommt selbst ein Donald Trump ins Staunen. Das Ganze wird von EA Sports so authentisch inszeniert, dass man sich als Spieler denkt: „Hört endlich auf zu Labern und lasst mich als McGregor (der im Intro im Mittelpunkt des Geschehens steht) ins Oktagon! Diesen Wunsch erfüllen euch die Jungs von EA natürlich nur allzu gerne und nach einigen Minuten hitziger verbaler Schlachten geht es auch schon los. Wer EA Sport kennt, der weiß, dass man auch bei „UFC 3“ viel Wert auf ein möglichst TV nahes Feeling setzt. In Sachen Präsentation kann man hier kaum etwas kritisieren und so fühlt man sich als virtueller Kämpfer einmal mehr mitten drin statt nur dabei. Vor allem im Karrieremodus steht das Drumherum im Vordergrund. Natürlich gibt es nicht nur spektakuläre Kämpfe, sondern auch unterschiedliche Trainingseinheiten, um euren Fighter zu verbessern – ganz wie im wahren Leben. Klar, dass ihr auch hier aufpassen müsst, um nicht beim Sparring oder anderen Einheiten unmittelbar vor einem wichtigen Kampf verletzt auszufallen. Auch an solche Herausforderungen hat man bei EA gedacht.

Doch nicht nur das Training ist für einen Nachwuchskämpfer der UFC (bzw. zunächst einmal in der WFA) wichtig. Auch Promo muss sein. Dafür stehen euch vorgefertigte Aussagen zur Verfügung, die ihr natürlich über diverse soziale Netzwerke in die Gegend pustet. Cool: Auf eure Tweets bei Twitter und Co gibt es sogar Reaktionen. Ein wenig schade ist hierbei allerdings, dass das Spiel häufig Tabellen, Zahlen und Dokumente vorbringt und ab und an das Drumherum so etwas dröge gestaltet.

UFC3Bild2Komplexe Steuerung

Kommen wir zu dem zurück, was bei „UFC 3“ natürlich das Wesentliche ist, nämlich den Kämpfen. Wie bereits erwähnt, sind die Fights im dritten Ableger in Sachen Atmosphäre noch einen Tick näher an der TV-Übertragung heran gekommen. Egal ob Einmarsch in die Halle, typische Bewegungen der einzelnen Kämpfer, Nummern-Girls, Beleuchtung der Hallen, das Mitgehen des Publikums und die Reaktionen auf einzelne Aktionen oder die sehr guten und oft punktgenauen Kommentare der Kommentatoren – alles wirkt überlegt und authentisch! Was auch zur gelungenen Atmosphäre beiträgt, sind die tollen Animationen der einzelnen Kämpfer. Alle Bewegungsabläufe gehen geschmeidig ineinander über. Wenn der Schweiß vom Körper tropft und das Blut aus den Wunden hervortritt, leidet man mit den Fightern mit. Einzig die Gesichter wirken – das ist aber ein Problem aller Sportspiele, bei denen man das echte Bild modellieren muss – doch recht „wachsgleich“.

Neben der Optik wurde auch an der Steuerung gearbeitet. Das Grappling-System, die Konter, die Schläge, Tritte und Boden-Manöver und auch die Spezialmoves und Kombos – alles wurde recht gut auf die Sticks, Schultertasten, Buttons und Bumper gelegt. Einsteiger sollten sich allerdings intensiv mit der Steuerung vertraut machen, da sonst bereits im „Intro-Kampf“ mit McGregor schnell das Ende kommt. Wichtig ist nämlich bei „UFC 3“, dass ihr euren Gegner im Auge behaltet und schaut, welche Aktionen er ansetzen will, um schnell zu kontern oder zu blocken. Denn die KI der Käfig-Kämpfer ist nicht ohne. Und so kann mancher Kampf, der scheinbar schon für euch entschieden ist, durch eine Unachtsamkeit zu einer schmerzhaften Niederlage für euch ausgehen. Aber genau das macht die Kämpfe auch so glaubhaft und spannend. Ein wenig schade ist, dass EA Sports es bei den Aktionen am Boden und den Submissions übertreibt. Warum man da ein Minispiel einbaut, bei dem ihr euch in eine Vorteilsposition schieben und drücken müsst, das auch weder gut umgesetzt noch verständlich ist, bleibt ein Rätsel. So scheint es eher, als wäre hier der Zufall am Werk, anstelle des taktischer kämpfenden Gegners. Denn ob die Aktionen, die gerade ausgeführt werden, überhaupt Sinn machen, einen Vorteil bringen oder effektiv sind – all das wird überhaupt nicht angezeigt. Hier wäre mehr drin gewesen.

Wer sich nicht mit der Karriere begnügen will, der kann auch zu Herausforderungen antreten, Schnellkämpfe bestreiten, an Turnieren teilnehmen und in Multiplayer-Gefechten sowohl Offline als auch Online sich mit anderen Spielern messen. Auch hier sind dieselben Schwächen und Stärken auszumachen, wie in der Karriere.

Fazit: Wie bei den meisten Sportspielen aus dem Hause Electronic Arts weiß auch bei „UFC 3“ die Präsentation absolut zu gefallen. Die Kämpfer bewegen sich wunderbar realistisch durch den Ring, die Atmosphäre ist über allen Zweifel erhaben und auch die Kommentatoren leisten gute Arbeit. Auch wenn es im Vergleich zum Vorgänger viele Verbesserungen gibt, strauchelt der dritte Ableger an einigen Aktionen im Oktagon. Denn 7nicht nur, dass die Steuerung vor allem für Anfänger sich als sehr komplex erweist. Viel schwerwiegender ist die Tatsache, dass die Bodenaktionen viel zu wenig nachvollziehbar gestaltet wurden, hier also das direkte Feedback fehlt und die Minispiele einfach nur nerven. Wenn EA Sports dies für den Nachfolger deutlich verbessert, dann klappt’s auch mit einer noch höheren Wertung. Verdient hätte es die Reihe allemal.

Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Electronic Arts für das zur Verfügung gestellte Review-Muster.

U. Sperling

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