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Sea of Thieves | Review (Xbox One)

SeaofThievesBild1Sea of Thieves gehört zu den wenigen exklusiven Titeln für die XBox One. Entwickelt wurde es von Rare, die vor allem zu N64 Zeiten bekannt wurden. Zu den berühmteren Spielen gehören die Ego Shooter Golden Eye und Perfect Dark sowie die Action Adventure Reihe Banjo und Kazooie, als auch das Jump ´n´ Run Donkey Kong Country.

Hisst die Segel!

Nach den erfolgreichen Filmen der Fluch der Karibik-Reihe und dem Spiel Assassins Creed Black Flag, widmete sich auch Rare der Piratenthematik.

Alles beginnt mit der Wahl des Piraten/in, mit dem/der man sich im Spiel verkörpern möchte. Dabei stehen einem stets ein paar generierte Charaktere zur Auswahl, die man so lange durchtauschen kann, bis eine ansprechende Optik dabei ist. Einen Editor, in dem man sich seinen Spieler aus einer Auswahl an Skins selber zusammenbauen kann, sucht man jedoch vergebens. Im Laufe des Spiels kann das Aussehen des Charakters allerdings noch weiter optimiert werden, z.B. durch Augenklappen, andere Frisuren, Kleidung und weitere Extras. Diese müssen jedoch gegen Bares gekauft werden.

Nun könnt ihr selber wählen, ob ihr auf einer großen Galeone oder einer kleinen Schaluppe starten wollte, wahlweise alleine oder eben mit einer Gruppe.

Dann geht es auch schon los, man erwacht in einer Spelunke, ausgerüstet mit allerlei Zeug und zwei Waffen, einem Säbel und einer Steinschlosspistole. Tja und nun? Am Pier liegt das gewählte Schiff vor Anker und wartet darauf in See zu stechen. Hat man die Schaluppe gewählt, kann durchaus alleine auf große Fahrt gehen. Einfacher ist es jedoch mit einer Crew, bei der einer die Karte im Auge behält, einer sich um das Segel kümmert, ein Steuermann und eine Person kann übrige Aufgaben wie das Lichten des Ankers übernehmen, die Kanonen oder den Ausguck bemannen, oder ggf. Instandhaltungsarbeiten am Schiff vornehmen.

Problematisch an diesem Punkt ist, dass es kein richtiges Tutorial gibt, das einem erklärt, was man jetzt eigentlich machen soll und vor allem, wie das Schiff richtig zu steuern ist. Einiges erschließt sich zwar recht einfach, kann aber in der ersten Sekunde sehr nervig sein, gerade wenn man mit einer fremden Crew spielt, die sich bereits auskennt, während man selber noch mit den Steuerungsgrundlagen kämpft und versucht sich zu orientieren.

Umgekehrt kann man dieses natürlich auch als Vorteil betrachten, wenn man auf eine Crew oder auch nur einen anderen Spieler stößt, die die Geduld haben, einem Neuling die Grundlagen zu erklären. So wird das kommunikative Element des Spiels definitiv gefördert.

Will man als Mannschaft auf offener See bestehen, gerade im Kampf Crew gegen Crew, sollte man mit der Steuerung definitiv vertraut sein, oder es droht das schnelle Ende auf dem Meeresgrund, bar jeglicher erworbener Schätze. Übrigens, keine Sorge, wenn ihr versenkt werdet, oder euer Schiff durch gelegentliche Kollisionen mit Felsen oder Stränden sinken sollte, ihr erhaltet immer wieder ein neues Schiff.

SeaofThievesBild2Für mich zum Schotter, aber warum eigentlich?

Hat man sich einmal mit einer guten Crew zusammengefunden oder für das Solospiel entschieden, dann geht es auf Kaperfahrt.

Nun kann man versuchen, anderen Spielern ihre Schätze abzuluchsen, so wie es sich für echte Piraten gehört, was im Solomodus aber auf keinen Fall zu empfehlen ist, oder man erledigt Aufträge für die drei Organisationen im Spiel - Goldsammler, Seelenorden und Handelsbund. Letztere Organisation ist vor allem interessant, wenn man nicht unbedingt darauf aus ist, alle Aufträge mit Gewalt zu lösen. Mit Hilfe der gewonnenen Reputationen kann man neue Gegenstände freischalten, jedoch tritt außer kosmetischen Veränderungen kein richtiger Verbesserungseffekt ein, es fehlt ein fühlbarer Fortschritt, der sich auch auf den Charakter auswirkt. Zwar sind die Rätsel durchaus anspruchsvoll, um einen Schatz zu heben, jedoch wiederholt sich das Schema konsequent und kann so leider irgendwann auch ziemlich eintönig werden. Wenn man dann noch von einer feindlichen Crew belagert wird, die nicht damit zufrieden ist, einem den mühsam gefunden Schatz nach stolzer Piratentradition abzujagen, sondern einem die ganze Zeit hinterher jagt und immer wieder über die Klinge springen lässt, um ihre bereits zuvor zur Schau gestellte Überlegenheit zu demonstrieren, dann kann man die XBox durchaus genervt abschalten. Gerade das Campen von Mannschaften soll aber durch das aktuelle Update 1.0.2 behoben worden sein, dies konnte jedoch noch nicht überprüft werden.

Karibik mit Flair

Graphisch ist das Spiel durchaus ansprechend gestaltet, der Comic-Look nimmt der Thematik ein wenig die Schärfe und ist mit viel Detailliebe erstellt. Gerade das Meerwasser ist wunderbar anzusehen. Es gibt dynamische Wetter- und Tag/Nacht-Wechsel. Das schlechte Wetter kommt auch mal als solches rüber. Am Horizont wallen sich türmende dunkle Wolken auf, gelegentlich zucken Blitze über den Himmel. Wenn der Sturm dann über einem steht, reduziert sich die Sichtweite deutlich, Regen prasselt förmlich vom Himmel, nicht nur einzelne Tropfen wie z.B. bei Witcher 3: Wild Hunt und der Seegang nimmt deutlich zu, was sich zusätzlich noch auf die Steuerung des Schiffes auswirkt. Wirklich sehr gelungen!

Nett ist auch, wenn man zu tief in den mitgeführten Krug schaut, dann taumelt der eigene Seemann ziemlich durch die Gegend und entledigt sich lautstark des zuvor aufgenommenen Inhalts. Ist man gerade nicht in der Spelunke, kann man mit den mitgeführten Instrumenten selber musizieren, um zum Beispiel mit dem Ritt der Wallküren die Fahrt der Crew durch einen Sturm zu untermalen. Man sollte es aber nicht übertreiben, da der Rest der Crew auch irgendwann genervt sein kann und einen im schlechtesten Fall in die Brig, das Schiffsgefängnis, bringen kann. Damit dreht man nämlich erstmal Däumchen. Nette Idee, um die Mannschaft "auf Kurs" zu bringen.

7Fazit: Graphisch ist Sea of Thieves ein sehr gelungenes Spiel, dass das Karibikgefühl durchaus glaubhaft transportieren kann. Für Leute, die eher alleine Spielen wollen, ist das Spiel nicht unbedingt zu empfehlen, es lebt gerade durch die Kooperation mit anderen Spielern, gerade auf Kaperfahrt. Ist man in einem eingespielten Team, machen vor allem die Seeschlachten und die Suche nach Schätzen Laune. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass zumindest zum jetzigen Zeitpunkt relativ bald die Eintönigkeit eintreten kann, aufgrund der fehlenden Abwechslung. Aber vielleicht wird sich dieses Problem ja mit zukünftigen Updates beheben lassen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Microsoft für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

M. Plischka

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