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Vorstellung und ausgewählte Sorten im Test: Privatrösterei Schubert

Schubert1Wenn man eine Kaffeerösterei gründet, muss man sich so einige Gedanken machen, wie man auf sich aufmerksam macht und neue Kunden für sich gewinnt. Neben einer günstigen Lage und sehr guten Produkten, sollte auch der Name „griffig“ klingen und eine pointierte Aussage über das Motto, die Einstellung oder Lebensweise, für die das neu gegründete Unternehmen stehen wird, sein. Im Falle unserer neusten Vorstellung in der Rubrik „Kaffeewelten“ haben wir eine Kaffeerösterei, die sich und ihren Namen in den vergangenen zwei Jahren (radikal) verändert hat. Vormals unter dem spannenden Namen „Explorer Coffee“ bekannt, benannte man sich vor rund zwei Jahren in „Schubert Privatrösterei“ aus Winnenden um.

Für mich persönlich klingt der erste Name spannender und nimmt mich eher mit auf Entdeckertour zu den Geheimnissen der Kaffeevielfalt. Hier denke ich eher an Lara Croft aus „Tomb Raider“, an Urwälder, unerforschte Ruinen und wundervolle Kaffeesorten, während der „neue“ Name doch eher „typisch deutsch“, also eher gesetzt und bodenständig wird. Doch egal, welcher Name hier im Vordergrund stehen soll – entscheidend ist natürlich, wie die Privatrösterei Schubert in Sachen „Nachhaltigkeit“, „Fairness“, „Qualität“ und „Transparenz“ aufgestellt ist und wie der Kaffee schmeckt. Antworten darauf geben wir euch im Folgenden.

Zur Geschichte der Kaffeerösterei wird nicht wirklich etwas erzählt, sodass wir euch hierzu nichts berichten können. Lediglich, dass die Rösterei 2004 unter dem Namen „Coffee Explorer“ gegründet wurde, sich Inhaber Christoph Schubert bereits 20 Jahre zuvor mit der Kaffeeherstellung befasst hat und sich das Unternehmen als Familienbetrieb im klassischen Sinne versteht. Neben der Rösterei ist Cindy Schubert noch Leiterin des Spezialitätengeschäftes in der Winnender Markthalle. 2009 wurde man zum „Röster des Jahres“ vom Fachmagazin „Crema“ gewählt sowie aktuell vom „Feinschmecker“ ausgezeichnet. Darüber hinaus ist die „Privatrösterei Schubert“ Mitglied der Deutschen Röstergilde und der SCAE und besitzt das Siegel der Rainforest Alliance und das Biosiegel. Weitere Informationen in Kürze:

Engagement

„Nachhaltige Qualität und soziale Verantwortung

Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die die Produktion von Kaffee, der hauptsächlich in Ländern der dritten Welt angebaut wird, mit sich bringt. Wir pflegen den direkten Kontakt zu den Plantagenbesitzern welche unsere erlesenen Rohkaffees liefern für welchen wir bereit sind, Preise über dem Marktniveau zu bezahlen. Wir engagieren uns in regionalen sozialen Projekten, beispielsweise in Südamerika, und unterstützen weltweit agierende Hilfsorganisationen wie Coffee Kids.

Direkter Handel – Didu Naturkaffee

Wir vertreiben inzwischen einige Sorten direkt gehandelten Kaffee. Beispielhaft hierfür kann der Didu-Naturkaffee aus Äthiopien genannt werden: Hier sind wir in direktem Kontakt mit Kebede Debessa Mena, der die Produktion des naturbelassenen Waldkaffees im Dorf Didu begleitet. Das Resultat ist ein Kaffee, der zum einen Spitzenqualität aus traditioneller Aufzucht und Ernte aufweist und zum anderen in fairer Partnerschaft mit der örtlichen Bevölkerung hergestellt wurde.

Wir führen inzwischen ein vielfältiges Sortiment an direkt gehandelten Kaffees – unter anderem auch aus Nicaragua, Ruanda, Java, Äthiopien und Indonesien. Achten Sie beim Kauf auf unser Zeichen „Direkter Handel“ auf der Verpackung oder sprechen Sie uns an.

Santa Casa – Krankenhaus

In diesem sozialen Projekt in Brasilien beteiligten wir uns an einem örtlichen Projekt in Santa Casa de Misericórdia das von einem Rohkaffeehändler ins Leben gerufen wurde. Dabei ging es um den Erhalt und die Unterstützung des lokalen Krankenhauses, welches die medizinische Versorgung der Bevölkerung in der Umgebung sicherstellt. Das Krankenhaus in Santa Casa gilt als führend für Transplantationschirurgie in Lateinamerika und könnte allein von den Mitteln, die durch Leistungen aus der Krankenversicherung aufgebracht werden, nicht überleben.

Und viele weitere Beispiele…

…wären noch zu nennen. So unterstützen wir Frauenprojekte in Südamerika und versuchen jenseits von Bio und Fairtrade unsere Lieferanten, die wir als Partner auf Augenhöhe begreifen, zu begleiten. Wir möchten die Konsumenten des Kaffees dafür sensibilisieren nicht nur über den Preis, sondern nach qualitativen und ethischen Gesichtspunkten einzukaufen.“

Ein wenig sonderbar ist, dass die uns zur Verfügung gestellten Seite nicht über den Online-Shop zu finden sind. Wer diese erwerben möchte, kann dies nur im Laden vor Ort oder nach Rücksprache mit dem Inhaber tun. Generell wäre es auch schön, die Internetpräsenz in diesem Bereich aktueller zu halten. Auch in der beigelegten „Kaffee-Fibel“ sind nicht alle Sorten aufgeführt.

Die Kaffee-Sorten im Kurztest

Für unseren Test hat uns Cindy Schubert freundlicherweise sechs Sorten ihres Portfolios zur Verfügung gestellt. Dies sind die Sorten „Peaberry“, ein Grand Cru aus Papua Neuguinea, „Didu Natur-Kaffee estate“ aus Äthiopien, der wohl vielen von euch bereits bekannte „PachaMama“ aus Peru, der Grand Cru „Sumatra Lington“ aus Indonesien, der Hochlandkaffee „School Project“ aus Mexico sowie der „La Craneo“.

Schubert2Alle Sorten kommen in einer optisch schicken goldfarbenen Verpackung mit Vakuumventil daher. Ein klein wenig schade ist, dass die Verpackungen nicht wiederverschließbar sind. Schön: Die Verpackungen haben einen vernünftigen Boden, sodass ihr sie während der Entnahme der gewünschten Kaffee-Portion fest und sicher hinstellen könnt. Auf jeder Verpackung sieht man auf der Vorderseite das Logo des Unternehmens, den Namen der Sorte, Angaben zum Tassenprofil, einen Hinweis, dass es sich (bei einigen Sorten) um direkt gehandelten Kaffee handelt, das Siegel der Deutschen Röstergilde und Angaben zur Kaffeemenge sowie Kontaktdaten. Das MHD findet sich auf der Unterseite wieder. Weitere wichtige Informationen, wie exakte Angaben zur Herkunft des Kaffees (Region und Farm), dem Röstgrad, der Qualität (Zusammensetzung bei einem Blend, Erntejahr, Ernteart, Varietäten der vorliegenden Bohnen, Aufbereitung, Anbauhöhe, Bodenbeschaffenheit) etc. sind leider nicht zu finden und auch nicht in allen Fällen auf der Homepage vorhanden. Ebenfalls ist dem Laien nicht klar, ob es sich um einen Filterkaffee oder um einen Espresso handelt. Da wäre mehr möglich.

Ein Wort zum Bohnenbild: Dieses ist nicht immer sehr einheitlich und auch die Qualität ist schwankend. Mal ist die Zahl der Defekte höher, mal geringer.

Zubereitung der Testsorten

Gemahlen haben wir die Sorten – wie immer – mit unserer Comandante C40 MK3 Nitro Blade und der Baratza Sette 270W. Zubereitet haben wir die Sorten im Hario V60 Handfilter, in der French Presse, dem Siebträger, im Kaffeevollautomaten, in der SoftBrew-Kanne, im Cafflano für unterwegs, in der Madame Solo und in der AeroPress.

Geschmacklich sind die von uns getesteten Sorten gut, können aber keine besonderen Highlights und Akzente bieten, die langfristig in Erinnerung bleiben. Manche sind ein wenig schwach und fad, andere ok.

Fazit: In Sachen Transparenz geht noch mehr. Geschmacklich bietet man guten Kaffee mit einigen netten Akzenten. In Punkto Nachhaltigkeit und Fairness ist man am Puls der Zeit.

Die inn-joy Redaktion vergibt 7,5 von 10 Punkten.

Zusammensetzung der Gesamtbewertung:

Qualität: 8 von 10 Punkten

Fairness und Nachhaltigkeit: 8,5 von 10 Punkten

Geschmack: 7-8 von 10 Punkten

Transparenz: 5 von 10 Punkten

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Cindy Schubert von der „Privatrösterei Schubert“ für die zur Verfügung gestellten Testexemplare.

D. Stappen

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