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"The Milkman V2" - der neue Espresso der Ersten Tegernseer Kaffeerösterei im Test

ETKAls ich noch ein kleiner Bub war, habe ich mit meinem Großeltern im Hessischen oft Urlaub in einem Dorf gemacht. Eine meiner Lieblingsaufgaben bestand darin, jeden Tag die Milchkanne zum Bauern zu bringen und dann wieder befüllt abzuholen. Am Abend wurde dann die frische Milch im Kreise der Familie genossen. Dieses Bild ist mir über all die Jahrzehnte in Erinnerung geblieben. Und noch heute erfreue ich mich über frische, leckere Milch. Auch wenn ich Kaffee, mein Lebenselixier, am liebsten schwarz trinke, gönne ich mir ab und zu doch einen Kaffee mit Milch in verschiedenen Varianten. Und da viele von euch wohl auch „den Weißen“ mögen, hat Mario Felix Liebold, Inhaber der Ersten Tegernseer Kaffeerösterei, den „Milkman“ kreiert. Dieser Espresso – zusammen mit Milch – macht eine perfekte Symbiose aus. Wir haben die „Version 2“ für euch in der ersten Röstung probieren dürfen.

Milk meets Coffee oder „Die Milch macht’s!“

Mit dem „Milkman“ bietet euch die Erste Tegernseer Kaffeerösterei einen Espresso-Blend aus Brasilien, Mexiko und Äthiopien. Der Rohkaffee aus Brasilien stammt von der Fazenda „Cachoeira da Grama“. Er wurde pulped natural aufbereitet; der Kaffee aus Mexiko ist ein „Topacio“ Altura und ist washed aufbereitet. Last but not least ist der äthiopische Rohkaffee ein natural aufbereiteter „Harrar“.

Die Fazenda Cachoeira da Grama gehört seit 1890 zur Familie Carvalho Dias und einige der auf der Farm angepflanzten Bourbon-Sorten sind über 107 (!) Jahre alt. Die Farm befindet sich auf einer Höhe von 1.100 bis 1.500 Metern über dem Meeresspiegel in der Region Mogiana im Bundesstaat São Paolo. Die hügelige, fruchtbare Gegend verläuft entlang der São Paulo / Minas-Grenze und beherbergt einige der ältesten Kaffeefarmen Brasiliens. Die Region ist nach der Eisenbahnlinie Companhia Mogiana Estrada de Ferro benannt, die 1882 gegründet wurde, um Kaffee aus den vielen Kaffeefarmen zu transportieren, die zu dieser Zeit in die Region expandierten.

Die Fazenda Cachoeira wird von Gabriel de Carvalho Dias, einem Neffen des Besitzers und einem der führenden Agronomen des Landes, geleitet. Der Hof erstreckt sich über 417 Hektar, von denen 165 Hektar mit Kaffee bepflanzt sind. Fast alle Aufgaben auf dem Hof werden von Hand ausgeführt, da die steile Topografie des Hofes den Einsatz von Maschinen unmöglich macht.

Gabriel de Carvalho Dia setzt auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit. So verfügt die Farm über ein eigenes Wasserkraftwerk. Nur während der Ernte wird Energie hinzugekauft. Das Abwasser wird vollständig aufbereitet, um eine Verschmutzung des Flusses zu vermeiden, der über die Farm fließt. Die meisten Arbeiter sind vor Ort untergebracht, die Farm bietet u.a. sogar eine eigene Schule.

Der Rohkaffee aus Mexiko wächst an den Hängen der berühmten Sierra Madre an der Pazifikküste auf rund 1100m. Die Altura-Bohnen sind die besonders hoch angebauten Kaffeebohnen. Höhe, wächst dieser füllige, weiche und milde Kaffee. „Altura“ steht für Hochland und bezeichnet hierbei die am höchsten gewachsenen Bohnen. Die Kaffeeindustrie ist Arbeitgeber von rund 300000 Menschen, die meisten davon Kleinbauern mit Farmen unter 25ha. In Mexiko wird überwiegend Bourbon und Typica angebaut.

Der Rohkaffee aus Äthiopien stammt aus dem Osten des Landes, genauer gesagt, aus Harar. Die Region ist heiß und trocken. Der Kaffee hat häufig einen erdigen Geschmack. Der Kaffee wird aufgrund der Gegebenheiten nahezu ausschließlich „natural“ aufbereitet. Die äthiopischen Kleinbauern sind häufig in Kooperativen zusammengeschlossen. Diese Kooperativen ermöglichen den Kleinbauern des Landes, sich durch ihre erstklassige Qualität ihres Rohkaffees gegen andere „Großproduzenten“ durchzusetzen. Allein in einer der wohl bekanntesten Regionen, Sidamo, sind über 80000 Kleinbauern in Kooperativen organisiert, die sich für Nachhaltigkeit, faire Bezahlung und soziale Projekte einsetzen.

Zubereitung

Den „Milkman V2“, der quasi eine Neuauflage des enorm schnell ausverkauften „Milkman V1“ mit der aktuellen Ernte darstellt, haben wir in unserem Test mit dem Kaffeevollautomaten und im Siebträger getestet. Mario Felix Liebold gab uns den Tipp, 240ml Milch zu nutzen (am besten ist 3,8%ige Milch!), die Milch zu schäumen und den Espresso beizugeben. Geschmacklich wurden „Brüsseler Waffel“, Milchschokolade und Toffee angegeben. Die Kaffeemenge beträgt hierbei (ebenfalls empfohlen) 20g Kaffee bzw. extrahiert 40ml Espresso. Mit dem Siebträger ist dies natürlich ohne Weiteres zu schaffen. Bei „guten“ Kaffeevollautomaten entspricht die angegebene Menge in etwa ebenfalls einem Espresso-Bezug.

Unser Eindruck: Wie der Name bereits verrät, handelt es sich um einen Espresso, der nach Milch verlangt. Also immer her damit! Natürlich kann man diesen Espresso auch „trocken“ genießen. Doch in Kombination mit frischer Milch entfaltet er erst sein volles Potential. Und das hat es in sich. Schon beim Öffnen der Verpackung erkennt man schnell, wohin die Reise mit dem „Milkman V2“ geht. Eine rauchig-würzige Note dringt in die Nase, begleitet von kräftigen Aromen, die an Zartbitterschokolade erinnern. Feuchte Walderde hatte ich mir auf meinem Zettel notiert. Der würzig-aromatische Duft verstärkt sich während der Zubereitung und in der Tasse entfaltet sich das intensive Bouquet. Gemeinsam mit der Milch geht er eine perfekte Symbiose 9ein. Zunächst kommt die Würze, bei der man im allerersten Augenblick das Gefühl hat, etwas Geräuchertes zu trinken. Man merkt schnell: Der Espresso geht nach vorn, der will was! Dann, beim ersten Schluck macht sich die „Melange“ aus Milch und Kaffee extrem charmant im Mundraum breit und bietet eine tolle „Cremigkeit“. Mit seinem vollen Körper und langem Abgang weiß der Espresso „The Milkman V2“ absolut zu gefallen. In der nächsten Röstcharge, so Mario Felix Liebold, wird die „Rauchdominanz“ ein wenig zurückgenommen. Ich persönlich finde allerdings genau das spannend. So oder so kann ich euch den Milchmann empfehlen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Mario Felix Liebold von der Ersten Tegernseer Kaffeerösterei für das zur Verfügung gestellte Testmuster.

D. Stappen

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