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Vorstellung und ausgewählte Sorten im Test: Kaffeerösterei Kanne

KanneKaffeeBild1Um sich heute in der Welt des Kaffees von seinen Mitbewerbern abzuheben, bedarf es mehr, als lediglich „schonend gerösteten Kaffee“ im Portfolio. Ganz im Sinne der „Third Wave Coffee“-Bewegung verlangt der Kunde, genau zu wissen, woher der Kaffee, den er zu kaufen beabsichtigt, stammt, ob die Kaffeebauern gut bezahlt werden, wie es um den Schutz von Natur und Umwelt (Nachhaltigkeit) in den Herkunftsländern bestellt ist und wie die Qualität der Bohnen ist, die in der Trommel des Rösters zu einem einzigartigen Kaffee fertig geröstet werden, um dann vom Konsumenten in der Tasse genossen zu werden. Wenn all diese Punkte stimmen, kann man von einem hochwertigen und nachhaltigen Kaffee sprechen. Ob diese Punkte auch auf den Kaffee der Kaffeerösterei „Kanne“ aus Heede in der Samtgemeinde Dörpen im Landkreis Emsland in Niedersachsen. zutreffen und wie der Kaffee schmeckt, haben wir für euch herausgefunden.

Vorstellung und Geschmackstest

Für unseren Test hat uns das Unternehmen einen Filterkaffee und einen Espresso aus dem Portfolio der Rösterei zur Verfügung gestellt. Dies sind die beiden Blends „Ordinary Madness“ und „Organic Wake Up“. Die Beschreibungen der Kaffeesorten haben wir der Homepage entnommen. Die Geschmackseindrücke stammen von uns.

Beide Sorten kommen in einer optisch schlichten Verpackung mit Vakuumventil und Zip-Verschluss daher. Gut gefällt uns nicht nur diese Lösung, damit man seinen Kaffee direkt aus der Verpackung mehrfach entnehmen kann, sondern auch die Tatsache, dass die Verpackung hingestellt und so der Kaffee vernünftig entnommen werden kann (Standbodenverpackung).

Auf jeder Verpackung befinden sich auf der Vorderseite das Logo der Kaffeerösterei mit dem Firmenslogan „We Roast It Yout Taste It“, der Name des Kaffees / Espressos und die Angaben zum Tassenprofil sowie der Stärke. Auf der Rückseite finden wir einen kleinen informativen Text zum Kaffee und den Zubereitungsmöglichkeiten sowie ein paar allgemeine Aussagen zum Produkt Kaffee. Auch die Kontaktdaten und die Gewichtsangabe sind zu finden. Was uns jedoch fehlt sind hier grobe Angaben zur Herkunft des Kaffees (Länderangaben), das Röstdatum und das MHD sowie die vorliegenden Varietäten und die Aufbereitung des Rohkaffees. Dies wird ebenfalls auf der Homepage nicht erwähnt. Hier gibt es auch keiner konkreten Angaben zu den Fincas, von denen der Kaffee stammt oder auch Angaben zum Röstprofil etc. Diese Auskünfte wären wünschenswert. Angeboten werden beide Sorten zu je 250g und 500g. Der uns zur Verfügung gestellte Filterkaffee kostet in der 250g Verpackung 6,50 Euro und in der 500g Verpackung 11,70 Euro, der Espresso in der 250g Verpackung 6,90 Euro und in der 500g Verpackung 12,50 Euro. Das Bohnenbild / Röstbild der getesteten Sorten ist sehr homogen, Defekte sind nur wenige zu finden.

Zubereitung

Gemahlen haben wir die Sorten – wie immer – mit unserer Comandante C40 MK3 Nitro Blade für den Filterkaffee und der Baratza Sette 270W für den Espresso. Zubereitet haben wir die Sorten im Hario V60 Handfilter, in der French Presse, dem Siebträger, im Kaffeevollautomaten und der Chemex sowie der AeroPress.

Der Filterkaffee „Ordinary Madness“

„Unser Ordinary Madness“ wird durch sein besonders leichtes, aber intensives Kaffee-Aroma zu einem klassischen Highlight. Er überzeugt mit seiner fruchtigen Note, sodass die Gefahr besteht, dass du der Madness verfällst und kaffeeverrückt wirst. Ein wunderbar ausgewogener Körper wird mit seinem runden Mundgefühl vereint. Dein Verlangen nach mehr wird geweckt. Sowohl als Filterkaffee als auch für Vollautomaten geeignet, beweist sich der Klassiker als Brewtaler Allrounder, der auch für diverse Experimente geeignet ist: Ob Cold Brew, Affogasto, Freshpresso Orange oder einfach pur und klassisch, es besteht Suchtpotenzial.“

Soweit die Beschreibung seitens der Kaffeerösterei Kanne. Leider können wir – was ziemlich selten der Fall ist – außer diesen ziemlich allgemeinen Floskeln keine handfesten Fakten liefern, da sich – wie bereits erwähnt – sowohl die Verpackungsangaben als auch die Homepage komplett über die Herkunft der Bohnen ausschweigen. Lediglich die Länder (hier Brasilien, Kenia und Indien) werden genannt. An Transparenz für den potentiellen Kunden fehlt es somit komplett. Dies ist äußerst bedauerlich, zumal das Unternehmen damit wirbt: „der komplette Weg jeder einzelnen Kaffeebohne ist bei uns nachvollziehbar und bei der Auswahl unserer Rohprodukte legen wir großen Wert auf herausragende Qualität“. Das mag ja durchaus stimmen (wir wollen hier niemandem etwas unterstellen oder im Vorfeld verurteilen). Aber dennoch sollten grundlegende „Basics“ dem Kunden nicht nur in der Kaffeerösterei vor Ort mitgeteilt sondern auch auf der Verpackung oder im Online-Shop bekannt gemacht werden, wenn man nichts zu verbergen hat. So sollten detaillierte Auskünfte gemacht werden, wie die Kaffeebohnen angebaut werden, ob vor Ort auf den Fazendas / Fincas oder auch Plantagen Nachhaltigkeit und soziales Engagement groß geschrieben werden, ob es sich um Single Origin-Kaffee je Land handelt, ob der Kaffee von Kooperativen stammt, ob er als Direct Trade von den Farmern bezogen wird oder über Umwege usw. All das sollte heutzutage transparent gemacht werden!

Unser Eindruck: Geschmacklich kann der Kaffee durchaus überzeugen und bietet fruchtige und zitrusartige Noten, einen leichten Aufbau im Mund mit einem nicht zu vollen Körper und einem interessanten, komplexen Geschmack. Der lange Abgang kann überzeugen.

KanneKaffee2Der Espresso „Organic Wake Up“

„Mit unserem Espresso Organic Wake Up genießen deine Geschmacksnerven einen ganz besonders außergewöhnlichen Espresso. Durch seine Noten von dunkler Schokolade und Mandel, mit einem Hauch von Zitrone, wird sogar deine Schwiegermutter schwach. 100% Bio-Arabica-Bohnen fair gehandelt und schonend veredelt in unserer Grünen Rösterei machen ihn zum perfekten Kaffee für deine Umweltbilanz. Jeder Schluck lässt deine Geschmacksnerven voll durchstarten. Also schnapp ihn dir, bevor er es tut.“

Auch hier fehlen wieder Angaben zum exakten Ursprung des Rohkaffees. Aussagen wie „100% Bio-Arabica-Bohnen“ sind in etwa so treffsicher wie „Der Tisch besteht zu 100% aus Bio-Holz“. Lediglich Peru, Mexico und Indonesien stehen als Angaben fest. Aber auch hier gibt es qualitativ enorme Unterschiede. Natürlich erwarten wir zu den Preisen keinen „Cup of Excellence“-Gewinner. Doch ein wenig mehr Input für den Leser wäre doch toll.

Unser Eindruck: Geschmacklich bietet dieser Blend genau das, was viele Deutsche an Espresso lieben: Einen vollmundig-kräftigen Geschmack, leichte Röstaromen, Anklänge von Zartbitterschokolade und einen langen Abgang. Auch dieser Kaffee / Espresso ist geschmacklich gelungen.

Fazit: In Sachen Transparenz geht noch mehr. Geschmacklich bietet man guten Kaffee mit einigen netten Akzenten. In Punkto Nachhaltigkeit und Fairness hüllt sich das Unternehmen weitgehend auf seiner Internetseite in Schweigen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.

Zusammensetzung der Gesamtbewertung:

Qualität: 9 von 10 Punkten

7Fairness und Nachhaltigkeit: nicht nachzuvollziehen

Geschmack: 8,5 von 10 Punkten

Transparenz: 3 von 10 Punkten

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei der Kaffeerösterei „Kanne“ für die zur Verfügung gestellten Testexemplare.

D. Stappen

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