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inn-joy @ "Cirque du Soleil - Paramour" Neue Flora Hamburg

Paramour1Als kleines Kind habe ich den Zirkus geliebt. So oft ich konnte, habe ich mich in das Rund des Zirkus gesetzt, wenn er bei uns seine Zelte aufschlug, habe mich über die exotischen Tiere gefreut, mit den Clowns gelacht und die Akrobaten bewundert, die ihre waghalsigen Kunststücke hoch über den Köpfen der Zuschauer vollführten. Begleitet wurden die Programme von Kapellen, die live ihre Stücke zum Besten gaben. Dann, Jahre später, traten die Musicals in mein Leben. Auch hier war ich begeistert von der Magie, welche die Stücke auf den unterschiedlichen Bühnen zum Leben erweckte. Ich staunte über die große Angelika Milster in ihrer Paraderolle als alternde Katze „Grizabella“, war fasziniert von Bernie Blanks als „Rusty“ im Bochumer Musical „Starlight Express“ und staunte über den deutschen Tenor und Opernsänger Peter Hofmann als erstes Phantom der Oper in Hamburg.

Und immer wieder dachte ich: Was wäre eigentlich, wenn es eine Zirkusshow mit Musicalanteilen gäbe oder ein Musical mit Akrobaten? Viele Jahre hatte ich diesen Gedanken im Hinterkopf. Und nun, im Frühsommer 2019, erfüllt mir und vielen anderen Fans, die möglicherweise ähnlichen Träumen bislang nachhingen, Stage Entertainment diesen Wunsch. Gemeinsam mit den Artisten des legendären Cirque du Soleil haben die Verantwortlichen von Stage Entertainment das weltweit erste „Artistik-Musical“ mit dem „Paramour“ realisiert. Seit April können Fans diese außergewöhnliche Symbiose im Theater Neue Flora in Hamburg bestaunen. Wir waren für euch vor Ort.

Der Glanz des „Good Old Hollywood“ in der Neuen Flora

Die Geschichte von „Paramour“ ist im Hollywood der „Roaring Twentieth“ (bei uns der „Goldenen 20er“ angesiedelt. In der Zeit, in der man tun und lassen durfte, was man wollte, in der sich (in Europa) die Menschen so langsam von den Folgen des Ersten Weltkriegs erholten und die Weltwirtschaftskrise und der am Horizont auftauchende Faschismus und damit der Zweite Weltkrieg noch fern waren, herrscht in der „Traumfabrik“ Hollywoods eine absolute Goldgräber-Stimmung. Hier treffen wir auf den Regisseur AJ, die Schauspielerin Indigo und den jungen Pianisten Joey. In einer dramatischen Dreiecksgeschichte, in der sich Indigo zwischen ihrem Erfolg in Hollywood einerseits und der Liebe andererseits entscheiden muss, entspinnt sich die Handlung.

Doch im Gegensatz zu den meisten Produktionen von Stage Entertainment, steht bei „Paramour“ die Handlung nicht so sehr im Vordergrund, sondern bietet vielmehr den „Rahmen“ für die wohl spektakulärste, atemberaubendste und beeindruckendste Bühnenshow im Stage-Universum. In die Rollen der drei Protagonisten schlüpfen – neben dem in der Flora quasi aufgewachsenen Anton Zetterholm die beiden hierzulande noch wenig bekannten Pasquale Aleardi und Vajen van den Bosch aus den Niederlanden. Unterstützt werden die drei von einem spielfreudigen Ensemble und den Akrobaten des Cirque du Soleil. Deren Leistungen gehören mit zum Besten, was wir in den vergangenen Jahren gesehen haben und rauben uns nicht nur einmal den Atem. Das Besondere ist aber nicht nur die beeindruckende Leistung der Artisten, sondern auch die Tatsache, dass die Darbietungen sich wunderbar in die Handlung einfügen. Nichts wirkt hier aufgesetzt und gezwungen. Alles passt dort hin, wo es inszeniert wird.

Paramour2Neben akrobatischen Einlagen, die die Künstler auch an anderer Stelle gezeigt haben, wurden extra für dieses Stück neue Nummern einstudiert, die es exklusiv in Hamburg auf der Bühne der „Neuen Flora“ erstmals zu sehen gibt. Grandios ist hier exemplarisch die Trampolin-Darbietung zu nennen, die eine Verfolgungsjagd über die Dächer der Stadt darstellt und bei der man überhaupt nicht das Gefühl hat, hier eine akrobatische Einlage zu sehen. Einfach phänomenal wie hier die Welt des Musicals und die Welt der Akrobatik, des Zirkus und Varieté zusammenkommen und zu einer perfekten Symbiose verschmelzen. Und immer dann, wenn man denkt: „Das habe ich schon einmal gesehen!“ (z.B. bei der Schleuder-Wippe, dem Einrad oder den Strapaten) setzen die Artisten des Cirque du Soleil noch einmal 2-3 spektakuläre Akzente oben drauf, was jede Nummer einzigartig macht. „Gerahmt“ wird das Ganze von der wohl kleinsten „Stage-Band“, die gerade einmal sechs Musiker umfasst, was hier jedoch absolut passend ist, da die Musik lediglich untermalen und begleiten und die Ensemblemitglieder in den Fokus rücken soll. Dies gelingt ebenfalls vorzüglich. Last but not least ein Wort zum Bühnenbild sowie zu den Kostümen: Beides wurde stimmig und stimmungsvoll bis ins kleinste Detail realisiert, wodurch der Zuschauer wirklich das Gefühl hat, eine Zeitreise in die 1920er-Jahre unternommen zu haben.

Fazit: „Paramour“ gehört mit zu den aktuell besten Shows, welche Stage Entertainment hierzulande im Programm hat. Die perfekte Verbindung aus Akrobatik auf Weltklasseniveau, einem spielfreudigen Ensemble, teils mitreißender Musik und drei tollen Hauptdarstellern sind von der ersten bis zur letzten Minute Garant für Gänsehaut, ein emotionales Feuerwerk und Standing Ovation nach dem großen Finale.

C. Heiland

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