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inn-joy@Tanz der Vampire im Metronom Theater Oberhausen (2019/2020)

TanzderVampireÜber viele Jahre hinweg gehörte das Musical „Tanz der Vampire“ zu den erfolgreichsten Musicals überhaupt. Basierend auf dem Roman von Roman Polanski und für die Bühnenmusik umgesetzt von Jim Steinman und Michael Kunze, begeisterte die Geschichte rund um den Grafen Krolock und die junge Sarah ein Millionenpublikum. Nach einer längeren Bühnenabwesenheit ist das Musical aktuell als „Tournee-Version“ wieder unterwegs. Aktuell macht es Station im Oberhausener Metronom Theater, wo ihr „Tanz der Vampire“ noch bis März 2020 besuchen könnt. Wir haben uns die Inszenierung angeschaut und verraten euch, was euch bei der „Neuauflage“ so erwartet.  
 
Oberhausen sieht blutrot
Nachdem das Musical schon über zwei Jahrzehnte auf diversen deutschsprachigen Bühnen aufgeführt wurde, könnte man fast schon der Meinung sein, dass es kaum noch jemanden gibt, der nichts von „Tanz der Vampire“ gehört oder das Musical selbst gesehen hat. Natürlich ist seit der Uraufführung im Jahr 1997 eine ganze Generation groß geworden. Doch irgendwie dürften wohl auch die jüngeren Musicalfans mit dem Vampire-Musical in Berührung gekommen sein. Denn wenngleich die Story nicht unbedingt zu den einfallsreichsten gehört und einige andere Musicals mehr „Ohrwurmpotential“ besitzen, erfreut sich das Musical nach wie vor einer großen Beliebtheit. 
 
Die Geschichte um Professor Abronsius, der auf der Suche nach Vampiren ist, seinen Assistenten Alfred, der sich in die attraktiv-charmante Wirtstochter Sarah verliebt und den Grafen Krolock ist für die Neuinszenierung selbstverständlich unangetastet geblieben. Auch die Songs wurden allesamt übernommen; ebenso wie das Bühnenbild, das durch Stage-typische Schnürboden-, Dreh- und Kippelemente, tolle Projektionen und viel Liebe zum Detail überzeugen kann. Lediglich die Sängerinnen und Sänger sowie die Cast sind neu. Zumindest gilt dies für alle, die noch nicht die „Tour-Produktion“ gesehen haben. Denn die Hauptdarsteller, Filippo Strocchi als Graf Krolock, und Diana Schnierer in der Rolle der Sarah, sind bereits all denen bekannt, die schon in Berlin dabei waren. 
Stimmlich sind beide recht ordentlich dabei, wenngleich Filippo Strocchi nicht an „Krolock-Legenden“ wie Jan Ammann, Thomas Borchert oder auch Mark Seibert heranreichen kann. Und auch Diana Schnierer kann zwar durchaus einiges aus ihrer Rolle rein gesanglich machen, dafür fehlt es ihr irgendwie an Spielwitz und Leidenschaft. Und auch Strocchi fehlte es am notwendigen Charisma, was man für eine derartig große Rolle benötigt. Er bleibt oft zu brav, ja beinahe bieder – kein Vergleich vor allem mit Ammann und Borchert. Dafür gilt ein großes Extralob für die Darstellung des Alfred durch Raphael Gross. Ein toller Schauspieler und Sänger, der die beiden Protagonisten in einigen Momenten ziemlich alt aussehen lässt und an die Wand spielt. Die Rolle des Professor Abronsius wird von Luc Steegers unglaublich toll gegeben. Der wissenschaftlich-nüchterne Kern, dazu aberwitzig schnelle Textpassagen, welche er mühelos rezitiert und die humorvolle Darstellung des Forscherkauz - all das gibt er beinahe perfekt. Aber auch die Nebenrollen wurden hervorragend besetzt und sind mit Herz und Leidenschaft dabei. Ein besonderes Lob verdient sich das grandiose Orchester, das stets auf dem Punkt war und ein paar echte Glanzlichter geboten hat. 
 
Fazit: Unterm Strich können wir nur sagen, dass uns der Tanz der Vampire begeistert hat. Das grandiose Bühnenbild ist stellenweise wirklich spektakulär, die Sängerinnen und Sänger können - vor allem in den Nebenrollen - stimmlich und schauspielerisch überzeugen und stehlen so den Protagonisten - allen voran dem nicht perfekt besetzten Graf Krolock (F. Strocchi) - in einigen Szenen locker die Show. Dies merkte man auch am Schlussapplaus, der zwar die Nebendarsteller mit großem Beifall bedachte, bei den Hauptrollen jedoch ein wenig bescheidener blieb. Nichtsdestotrotz sollten sich Fans und solche, die schon immer mal ins Reich der Vampire reisen wollten, das Spektakel auf keinen Fall entgehen lassen.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei der Stage Entertainment für die freundliche Unterstützung.
 
M. Heiland
 

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