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inn-joy @ "findito - M. Essen sucht einen Mörder" - Escape Room Essen

FinditoBild1Ihr seid Filmfans und liebt Klassiker? Oder sogar noch besser: Ihr seid Fans des legendären deutschen Regisseurs Fritz Lang, der sich mit Filmen wie „Metropolis“, „Dr. Mabuse“, „M. – Eine Stadt sucht einen Mörder“ oder auch „Die Nibelungen“ ein filmisches Denkmal gesetzt hat und spielt leidenschaftlich gerne Escape Räume? Dann seid ihr bei „findito“ in Essen goldrichtig. Denn der Anbieter hat sich auf Escape Räume spezialisiert, die sich thematisch an die großen Filme des Meisters anlehnen. „M – Essen sucht einen Mörder“, „Das Testament des Dr. Mabuse“ und – ab dem 01.12.2018 – „Metropolis“ heißen die drei Räume, die euch „findito“ anbietet. Wir durften „M. – Essen sucht einen Mörder“ für euch testen.

Mitten im Herzen der Kulturhauptstadt 2010

Als Essen im Jahr 2010 zur Kulturhauptstadt ernannt wurde, waren hierzulande Escape Räume noch nahezu unbekannt. Doch in den vergangenen Jahren haben sich vor allem im Ruhrgebiet diverse Anbieter niedergelassen. So auch „findito“. Der Anbieter befindet sich in Essen Huttrop, zwischen Südostviertels und Steele an der B52 auf der Steeler Str. Von Außen wirkt das Haus sehr unspektakulär und man übersieht es beinahe. Parkplätze sind leider Mangelware.

Wie man auf die Idee kam, selbst Escape Räume anzubieten, und warum ausgerechnet Räume zu Filmen von Fritz Lang, das beschreibt der Anbieter wie folgt:

„Warum haben wir Live Escape Game gegründet?

Ich habe etwa 5 Jahre lang während des Studiums PC- Spiele entwickelt, und unterschiedliche Spielwelten gebaut und getestet. Bei Twinity-Welt oder bei eigenen Projekten haben wir als Game-Entwickler immer nach einer Möglichkeit gesucht, isolierte PC-Spieler, am wahren, echten Leben wieder (spielerisch) teilnehmen zu lassen, und somit der Gesellschaft einzugliedern. Als ich zum ersten Mal ein Live Escape Game spielte, habe ich sofort gedacht: Das Spiel schafft den Raum, wo die Menschen sich begegnen, wo die PC-Spieler sich im echten Leben kennen lernen. Es begeistert mich auch, dass Live Escape- Rooms Generationen verbindet: Großeltern, Eltern, Kindern und Enkeln spielen zusammen und haben mega Spaß. Es ist sowohl interessant virtuelle Räume zu bauen, als auch echte Spielräume zu gestallten. Obwohl letzteres auch viel komplizierter ist.

Warum haben wir unsere Räume mit den Fritz Langs Filme thematisiert?

Ich habe meinen Masterstudiengang an der Universität Essen-Duisburg absolviert. Da hatte ich unendlich viele interessante Kunstrichtungen (kennen)gelernt und auch die Kinematografie. Mir war aufgefallen, dass wir kaum gute deutsche Filme heutzutage kennen. Es ist auch sehr schade, dass die deutsche Kinematographie heutzutage nicht so erfolgreich ist, obwohl sie bis zu den 30er-40er Jahren führend in der ganzen Welt war. Und es ist sehr schade, dass inzwischen viele Menschen in Deutschland keine deutschen Helden und keine klassischen, deutschen Regisseure mehr kennen, während auf der ganzen Welt Langs Filme bis heute zitiert werden. Darum habe ich als Thema die Filme von Fritz Lang gewählt. Ich versuche es, soweit ich kann, die Spieler über die Filme und den Regisseur zu informieren und den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Fritz Langs Filme sind immer noch aktuell, sie gelten als Vorbilder für die ganze kinematographische Welt und sie öffnen die Diskussionen über die wichtigsten Fragen unserer Gesellschaft!“

Findito2Ein – wie wir finden – äußerst interessanter Ansatz, der auf jeden Fall Lust auf mehr macht. Beim Betreten der Location fiel uns angenehm auf, wie hell der Empfangsbereich gehalten und wie sauber alles ist. Dies ist leider nicht bei jedem Anbieter der Fall. Kaum eingetreten, wurden wir schon vom Spielleiter empfangen, der uns in die Welt der Filme von Fritz Lang einführte. Man merkte ihm sofort an, dass hier ein großer Fan des cineastischen Meisters sitzt. Wir sollten, wie im Film, einem Serienmörder, der es auf Kinder abgesehen hat, dingfest machen. Ein sehr emotionales Thema, welches allerdings im Raum nicht allzu „hart“ aufgegriffen wird, wodurch der Raum auch für jüngere Spieler zu spielen ist. Wenige Minuten später betraten wird den Raum, der ganz im Stil der 1930er Jahre eingerichtet war. Während der folgenden 60min. konnten wir selbst über ein kleines Tablet mit dem Spielleiter in Kontakt treten und wurden hin und wieder vom Spielleiter über das Tablet kontaktiert. Im ersten Raum selbst hing eine kleine digitale Uhr versteckt, die uns angab, wann die Stunde abgelaufen ist. Bei der Kommunikation zwischen uns als Team und dem Spielleiter hat ein Anbieter natürlich immer den Spagat zwischen Immersion und Teamkommunikation zu schaffen. Gerade bei einem Raum wie diesem, der in den 1930er Jahren angesiedelt ist, verbieten sich der Immersion wegen natürlich technische Spielereien wie Walkie Talkies. Aber auch ein großer Bildschirm hätte hier störend gewirkt. Nun ist das Tablet ein Versuch, die Jetzt-Zeit mit der historischen Situation zu verknüpfen, was aber recht gut gelungen ist, da das Tablet – wie bereits erwähnt – recht klein war und daher kaum die Immersion störte. Die Tipps und Hinweise selbst konnten wir uns anschauen, mussten es aber nicht. Ein Ton gab uns bekannt, wann ein neuer Hinweise gegeben wurde. Ein wenig schade war, dass wir nicht wussten (hier hätten wir natürlich fragen können), ob wir das Tablet hätten mitnehmen dürfen. Da es an einem Ladekabel hing, war es uns nicht klar, ob es noch Strom benötigt, oder nicht. So mussten wir hin und her laufen.

Wie bereits erwähnt, ist der Raum sehr detailverliebt eingerichtet und mit Dekorationselementen und Alltagsgegenständen der 1930er Jahre eingerichtet. So hat man von der ersten Minute an das Gefühl, sich tatsächlich in der Zeit am Ende der Weimarer Republik zu befinden. Wer den Film von Fritz Lang kennt, findet kleine Details wieder. Allerdings ist es kein Muss, den Film vorab gesehen zu haben. Die Rätsel im Raum sind recht facettenreich. Das klassische Finden von Schlüsseln und Öffnen von Schlössern mittels Zahlencode steht im Vordergrund.

Mit einem kleinen „Überraschungseffekt“ geht es dann in den zweiten Raum. Dieser ist mit noch abwechslungsreicheren Rätseln ausgestattet. Die Immersion klappt auch hier recht gut. Allerdings nimmt man im zweiten Raum den Raum als Zimmer noch stärker war und der Bruch zwischen den beiden „Teilräumen“ ist etwas stark, da die Verknüpfung zwischen beiden Räumen ein wenig unklar ist bzw. etwas untergeht. Schade ist auch, dass der Anbieter komplett auf eine Geräuschkulisse oder musikalische Untermalung zur Verdichtung der Atmosphäre verzichtet. Persönlich hätte ich mir die Filmmusik gewünscht (was vermutlich aufgrund der GEMA-Gebühr etwas zu kostspielig ist) oder das Lied zu Fritz Hamann. Warum, das möchte ich natürlich an dieser Stelle nicht verraten.

Vom Anspruch her befindet sich der Raum auf recht hohem Niveau und sollte mindestens mit 3-4 Personen gespielt werden. Diese sollten durchaus eine gewisse Erfahrung in Sachen Escape Rooms mitbringen. Allerdings kann der Raum auch ein wenig modifiziert werden. Nach exakt 60min. haben wir den Mörder geschnappt. Dieses Finale ist leider – im Vergleich zum Rest des Raumes – ein wenig unspektakulär ausgefallen, was etwas schade ist. Auch wäre es schön, wenn die Story noch ein wenig durch äußeren Input oder durch andere Hinweise etc. vorangetragen würde. Dennoch hat uns der Raum sehr viel Freude bereitet.

Zusammensetzung der Gesamtbewertung:

Immersion / Atmosphäre: 8,5

Story: 7

Rätsel: 8,5

Hilfestellungen: 8,5 (Spielleiter 9)

Ausstattung des Raumes: 8,5

Spielspaß: 8

Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.

8Fazit: Abschließend können wir erneut sagen, dass uns der Raum „M - Essen sucht einen Mörder “ viel Spaß gemacht hat. Die Location ist sauber und toll eingerichtet, der Spielleiter sehr gut im Thema, der Raum passend eingerichtet und die Rätsel abwechslungsreich, wenngleich das Finden von Schlüsseln und das Knacken von Schlössern ein wenig überproportioniert vorhanden ist. Das Finale fällt leider gegenüber dem starken Beginn ab. Auch hätte ich mir eine auditive Unterstützung in Form von Musik oder einer aktiven Geräuschkulisse für noch mehr Immersion gewünscht. Wir hoffen, euch auch von „Dr. Mabuse“ berichten zu dürfen sowie vom bald eröffnenden Raum „Metropolis“, auf den ich persönlich schon sehr gespannt bin.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich beim Team von „Findito“ Essen für die freundliche Unterstützung.

M. Heiland

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