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Schnellkochtopf 3.0 - Der Cook4Me+ Connect von Krups im Test

KrupsCookBild1Zugegeben : Hin und wieder schwelge ich gerne in Erinnerungen. Erst neulich erwischte ich mich dabei, wie ich daran erinnerte, als ich als kleiner Junge bei meiner Großmutter gewesen bin und ihr beim Zubereiten des Essens zusah. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ihr legendärer Schnellkochtopf, der binnen kürzester Zeit das Essen zubereitet hatte und unter Fauchen und Zischen (wie die Drachen in den Geschichten der Kindheit) seine Geheimnisse preisgab. Und auch wenn sich im Laufe der Zeit vieles verändert hat, ist meine Faszination zu diesem Küchenmysterium irgendwie erhalten geblieben. Und wie es scheint, hat sich die Faszination überlebt und hat manch kreativen Fürsprecher gewonnen. Und so wurde der geliebte Schnellkochtopf ins 21. Jahrhundert befördert und quasi als 2.0-Version (oder genauer bei gezählten Varianten 2.3er) von Krups unter dem Namen „Cook4Me“ neu interpretiert veröffentlicht. Da waren bei mir natürlich die Vorfreude und Neugierde besonders groß, als uns Krups ein Exemplar für den folgenden Test in Aussicht stellte. Nun steht das gute Stück in der Redaktion und wird fleißig genutzt. Meine Erfahrungen mit dem „Cook4Me+ Connect“ und ob er meine nostalgischen Erinnerungen an damals wieder aufleben lassen kann, lest ihr an dieser Stelle.

Willkommen in der Redaktionsküche

Da steht er nun. Relativ unscheinbar, in zeitlosem Schwarz, so hat er sich in Schale geworfen. Das ist also Krups Cook4Me Connect. Vom Design her zwar schlicht, aber dennoch mit dem gewissen Etwas und so gar nicht wie ein klassischer Schnellkochtopf. Die Verarbeitung des Produktes wirkt auf den ersten Blick sehr hochwertig. Und auch beim Öffnen des Deckels und Betrachten des Gerätes von innen täuscht der Eindruck nicht. Einzig die Tatsache, dass ihr hier dank hochglänzender Oberfläche und Edelstahloptik häufiger mal mit einem Tuch wischen dürft, könnte man als minimalen Kritikpunkt auf allerhöchstem Niveau ansehen. Sonst kann rein optisch nichts kritisiert werden. Was uns in der Redaktion gleich besonders positiv aufgefallen ist (und sich auch in den ersten Test-Sessions als besonders praktisch erwies), sind die breiten Griffe, die es wunderbar ermöglichen, den Topf zu tragen und aus dem Behälter zu entnehmen bzw. ihn wieder hineinzusetzen. Obenauf prangt der Drehknopf, der mit einer leichten Bewegung den Deckel öffnet und schließt.

Unterschieden werden die Modelle dieses modern genannt „Multikochers“ in ihrer Ausführung. Der uns zur Verfügung gestellte „Cook4Me+ Connect“ kann mit einer App verbunden werden, die verschiedene Vorzüge des Digitalen mit den Vorteilen des Analogen verbindet. Ein weiteres Modell wird mit einer Waage ausgestattet geliefert, was praktisch ist, wenn man vorab nicht alles auswiegen möchte. Das Basismodell schließlich kommt ohne App und Waage daher, ist dafür aber preislich auch ein wenig schlanker unterwegs.

Natürlich muss sich ein solches „Multikocher“-Produkt auch mit anderen „Küchenhelfern“ messen (lassen), wenngleich diese oft einen anderen Weg gehen. Daher haben wir hin und wieder auch den Vergleich zum Wuppertaler Familienunternehmen mit dem V im Namen gezogen. Doch dazu ebenfalls später mehr.

 

Kommen wir wieder zurück zum „Cook4Me+ Connect“. Im Innern des Topfes befindet sich ein Gareinsatz, der bequem entnommen werden kann. Der Kochtopf selbst hat ein Fassungsvermögen von satten sechs Litern (bzw. ein Funktionsvermögen von 4 Litern) und stellt damit schon mal die meisten Mitbewerber nahezu locker in den Schatten. Daher wird ein Essen für bis zu sechs Personen zuzubereiten vom Krups-Küchengerät sprichwörtlich mit einem müden Lächeln quittiert. 1600 Watt Leistung sorgen für ordentlich Stimmung unter der Haube und machen richtig Dampf! (Ok – blödes, aber passendes Wortspiel)

Und wenn es bei den Lieben wieder einmal länger dauert, hält der „Cook4Me+ Connect“ das Essen sogar (bis zu 15 Stunden) warm. Gut. So lange sollte es nicht unbedingt dauern, da auch sonst das beste Essen nicht mehr ganz so frisch ist (und sich die Stromrechnung in schwindelerregende Höhen schraubt). Aber gut zu wissen, wie ich finde. Die Qualität des Topfes zeigt sich auch in der guten Antihaftbeschichtung. Auch wenn eine Reinigung in der Spülmaschine möglich ist, würde ich jedoch empfehlen, den Topf per Hand zu spülen. Dies geht ruckzuck und garantiert eine schonende Pflege, sodass ihr lange etwas von eurem „Cook4Me+ Connect“ haben werdet.

 

Dem „Multikocher“ liegt ein dickes Büchlein mit 150 Rezepten bei. Gut: Jünger des Wuppertaler Konzerns dürften hierüber nur schmunzeln, da dort seit Jahren eine riesige Community über Tausende Rezepte wacht und stets neue Rezepte nachkommen. Die lässt sich der Konzern aber auch stellenweise teuer bezahlen. Da es hier ja auch auf einen reduzierten „Leistungsumfang“ geht, sind 150 Rezepte (die allesamt kostenlos verfügbar sind!) durchaus beachtlich. Hinzu kommt noch einmal ein Rezeptstamm von weiteren ca. 400 Rezepten aus der eigenen Community bzw. Rezepten auf der App.

Was gefällt ist die tolle Bebilderung, die vor allem in der App noch einmal besser ist. Was fehlt ist die Angabe von Nährwerten. Dies könnte allerdings digital nachgereicht werden, wenn das Interesse da ist. Schade ist, dass man „nur“ für 2,4 oder 6 Personen, nicht jedoch für 1 oder 3 Personen die Rezepte nachkochen kann. Aber das sollte jeder manuell umrechnen können.

Wie auch der Wuppertaler Konkurrent so besitzt der „Cook4Me+ Connect“ eine geführte Kochfunktion, die euch über das große Display Schritt für Schritt durch das Rezept leitet. Im Praxistest erwies sich das Steuern über ein Scroll & Click-System via Drehknopf als gut, da es zu präzisen Eingaben führte und keinerlei Verzögerungen zu erkennen waren.

 

KrupsCookBild3Jetzt geht’s ans Eingemachte – Die ersten Praxisschritte

Natürlich ist alle Theorie grau. Und so haben wir sofort nach Inbetriebnahme uns auf das erste Rezept gestürzt. Zunächst ein analog, also ohne App. Wer will kann übrigens auch frei Schnauze arbeiten, was beim Thema Würzen wichtig ist. Dazu gleich mehr. Das erste Rezept konnte ganz klar nur die Bolognese Sauce sein – Was sonst… Die Zutaten wurden direkt nach Anwahl des Rezeptes im farbigen, gut abzulesenden Display angezeigt. Je nach Änderung der Personenanzahl rechnet das Programm wie gesagt die Mengenangaben um. Vier Personen sollten es dann schon sein. Die Zutaten in den Topf und ab dafür! Das Ganze ging relativ schnell und bereits nach einer kurzen Aufheizphase ließen sich erste Düfte von „Bolo“ in der Redaktionsküche erkennen. Da wir jedoch stückige Tomaten verwendeten, hatten wir etwas mehr Saft bzw. Flüssigkeit, als im Originalrezept. Was immer im Hinterkopf behalten werden muss, ist die Tatsache, dass hier mit Dampf gearbeitet wird, also Wasser häufiger zum Einsatz kommt, um Druck aufzubauen, als bei anderen Rezepten. Dementsprechend muss später auch gewürzt werden. Hier bleiben die Originalrezepte doch schwammig. Klar: Man möchte so niemandem etwas aufdrängen. Andererseits werden vor allem Neulinge sich schwerer tun, die richtigen Geschmacksnoten beim ersten Mal zu finden. Hat man dies einmal raus, ist das Resultat top! Dank der tollen Beschichtung brannte nichts an und alles lies sich wunderbar aus dem Topf holen. Wichtig ist nur, das Kondenswasser aus dem Auffangbehälter zu entleeren. Dies zeigt das Gerät aber an. Sind gewisse Schritte erledigt oder benötigt das Gerät eure Aufmerksamkeit, ertönt ein Signal, sodass ihr auch im Nebenraum stets informiert seid.

 

Wie eben erwähnt: Zum Würzen bzw. Abschmecken gehört eben mehr, als nur stupides sich auf Technik verlassen. Dies zeigte sich auch bei unserem zweiten Test, in dem wir einen kleinen Milchreis mit Mandel ausprobierten. Die Zutaten waren klar: Wasser, Milch, Milchreis, Mandeln, Zucker und Zimt (auf Wunsch). Die Zubereitung des Milchreis bzw. das Kochen verlief auch hier ohne Schwierigkeiten. Allerdings sog der Milchreis durch das hinzugefügte Wasser derart das Wasser auf, dass es im Anschluss sehr schwierig war, mit Zucker und Zimt hier einen „vernünftigen“ Geschmack an den Milchreis zu bekommen. Da ist dann der Multikocher doch ein wenig an seinen Grenzen. Auch wenn die Konsistenz des Milchreis absolut überzeugen konnte – geschmacklich war es schwierig.

 

Ein kurzer Zwischenstopp – Die App und ihre Möglichkeiten

Nun mag sich vielleicht der eine oder andere unter euch fragen, ob er bzw. sie die App benötigt und welchen Mehrwert diese mit sich bringt. Zunächst einmal stellt sich die kostenlose App einen Vorschlag des Tages vor. Hierbei handelt es sich um ein offiziell unterstütztes Rezept, welches ihr auf das Gerät laden könnt. Ein kurzer Tipp auf das Rezept öffnet einen neuen Bereich. Hier finden sich Einzelheiten zur Rezeptart (Vorspeise, Hauptgericht oder Dessert), variable Mengenangaben, Infos zur Gesamtzubereitungszeit, eine Zutatenliste, eine Step by Step-Anleitung, die Möglichkeit, eigene Notizen hinzuzufügen und – wie bei sämtlichen Rezepten der App – die Zutaten unmittelbar zu einer Einkaufsliste hinzuzufügen. Leider ist es aktuell (noch) nicht möglich, die Einkaufsliste direkt ohne Umwege in die Alexa-App Einkaufsliste hinzuzufügen. Immerhin könnt ihr das Rezept über viele verschiedene Wege teilen. Darüber hinaus ist es möglich, das Rezept zu speichern. Wer sich inspirieren lassen will, kann Vorschläge der App erhalten wie beispielsweise neue Trends usw. Und wer gar nicht mehr weiter weiß, der lässt sich aus den Zutaten im Kühlschrank (die natürlich auch konsequent eingetragen werden müssten), ein Rezept zusammenstellen.

Selbstverständlich darf auch der Community-Bereich nicht fehlen. Dort werden neue Rezepte vorgestellt. Allerdings ohne eine Garantie seitens Krupps auf Gelingen. Die Rezepte können auch kommentiert und bewertet werden.

 

KrupsCookBild2Das Schöne: Die App verbindet sich unglaublich schnell mit dem „Cook4Me+ Connect“, wenn er in Reichweite ist über Bluetooth. Da haben wir schon ganz andere Produkte gesehen, die weit teurer waren und Ewigkeiten benötigten oder ganz versagten. Hier kann sich manch anderer Bewerber eine Scheibe von abschneiden. Ebenfalls von Vorteil ist, dass einmal von der App auf das Gerät geladene Rezepte dort bequem in der Bibliothek wieder aufgefunden werden aber auch auf Wunsch von dort gelöscht werden können. Einige Schritte sollten in den Rezepten hier und dort dennoch etwas ausführlicher und klarer erläutert werden.

Wer das Arbeiten mit der App oder das geleitete Kochen nicht mag, der kann auch ganz klassisch „per Hand“ mit dem „Multikocher“ ans Werk gehen. Hierfür bietet das Produkt klassisches Garen, schonend langsames Garen („Slow Cooking“), Schmoren und Braten, Garen unter Druck sowie Aufwärmen an.

 

Schokokuchen im Glas und Bratapfel – die Königsdisziplin?

Klar: Beim „Cook4Me+ Connect“ handelt es sich um ein „One Pot“-Küchengerät. Hier wird weder auf mehreren Ebenen gearbeitet, noch werden irgendwelche Multifunktionsfähigkeiten bis zum Exzess überstrapaziert. Das soll es aber auch gar nicht. Denn was Omas Schnellkochtopf konnte, kann dieses Gerät allemal und noch viel besser. Dies zeigt auch abschließend der doppelte Dessert-Test mit einem Bratapfel-Dessert und einem Schokoladenkuchen-Nachtisch.

Für das Bratapfel-Dessert wurden zunächst die Äpfel gewaschen und die Gerne samt Gehäuse entfernt; danach die Nüsse grob gehackt und Marzipan, Nüsse, Sultaninen, Honig und Zimt miteinander verknetet. Im Anschluss die Äpfel mit der Füllung bestückt und Butter in den Kochtopfbehälter gegeben. Nun wurden die Äpfel für zwei Minuten von allen Seiten angeröstet und dann in den Garkorb gegeben. Der dreiminütige Kochvorgang rundete das Ganze Prozedere ab. Nach einer guten Viertelstunde waren die Bratäpfel fertig. Sie hatten eine wunderbare Konsistenz und waren weniger zerfallen, als im Backofen. Ein absolutes Plus für uns, da wir gerne Bratäpfel zur Winterzeit genießen.

Ihr sehr: Manchmal werden „im Topf“ ganze Gerichte hergestellt, manchmal ergänzt der „Cook4Me+ Connect“ einen Teil des Arbeitsprozesses bzw. unterstützt diesen. Ähnlich beim Schokoladenkuchen im Glas. Dort wird ein kleiner Teig vorbereitet, der dann in kleine Förmchen gegeben und mit Frischhaltefolie bedeckt wird. Im Dampfeinsatz bleibt der Minikuchen dann 16min. im Gerät zum „Kochen“. Und was soll ich sagen? Auch das hat toll funktioniert und schmeckte uns in der Redaktion vorzüglich (sogar ohne nachzuwürzen). Auch hier gilt natürlich: Das Ganze schmeckt nur so gut, wie die von euch verwendeten Zutaten! In unserem Test haben wir die vorzügliche Schokolade von Tony's Chocolonely als Basis genutzt. Wer Schokolade vom Discounter nutzt, muss sich dann unter Umständen nicht wundern, wenn es nicht so gut schmeckt...

 

Fazit: Bislang konnte uns der „Cook4Me+ Connect“ aus dem Hause Krups überzeugen. Die Qualität ist top und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt ebenfalls. Dass hier und dort doch noch ordentlich nachgewürzt werden muss, ist klar und nicht alles gelingt gleich gut. Das bekommt aber kein Küchengerät der Welt hin. Denn jedes Gerät ist nur so gut, wie derjenige, der es bedient! Die Stärken liegen ganz klar in der einfachen Handhabung, der deutlichen Zeitverkürzung bei gewissen Kochvorgängen und den tollen Rezeptvorschlägen und kreativen Ideen, die sowohl von Krups als auch der Community kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Hier gibt es keine versteckten Kosten und niemand muss Partys besuchen, um das Gerät zu verstehen, die Leidenschaft zu entdecken oder das Produkt erhalten zu können. Und am Ende des Tages macht auch der „Cook4Me+ Connect“ nur einen Teil einer guten Küche aus. Eine eierlegende Wollmilchsau wird es 9auch weiterhin nicht geben. Bis dahin empfehlen wir im Bereich Multikoch-Geräte und Schnellkochtopf-Produkte das Küchengerät von Krups. Und in Zeiten, in denen Teekocher schon mal gerne mit 500 Euro angepriesen werden, sind knapp 250 Euro für solch ein tolles Produkt schon ein Schnäppchen…

 

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

 

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Krups für das zur Verfügung gestellte Testexemplar.

 

M. Heiland, U. Sperling

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