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Sebastian Fitzek: Das Geschenk

FitzekGeschenkMilan Berg steht an einer Ampel, als ein Wagen neben ihm hält. Auf dem Rücksitz ein völlig verängstigtes Mädchen. Verzweifelt presst sie einen Zettel gegen die Scheibe. Ein Hilferuf? Milan kann es nicht lesen – denn er ist Analphabet! Einer von über sechs Millionen in Deutschland. Doch er spürt: Das Mädchen ist in tödlicher Gefahr. Als er die Suche nach ihr aufnimmt, beginnt für ihn eine albtraumhafte Irrfahrt, an deren Ende eine grausame Erkenntnis steht: Manchmal ist die Wahrheit zu entsetzlich, um mit ihr weiter zu leben - und Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden.

Rezension: Mittlerweile kann der geneigte Fan seine Uhr danach stellen: Jedes Jahr im Oktober, wenn es draußen spürbar kälter wird, die Tage kürzer werden und man innerlich Lust verspürt sich ein gutes Buch zu nehmen und einige Stunden in Fantasiewelten zu entrinnen, erscheint vom Meister der Psychothriller, Sebastian Fitzek, ein neuer Roman. So auch in diesem Jahr. Mit „Das Geschenk“ hat Fitzek ein weiteres spannendes wie verstörendes Werk auf den Markt gebracht, das seine Fans wieder einmal sehnsüchtig erwartet haben, das aber – genau wie die Vorgänger auch – polarisiert und möglicherweise die Fangemeinde spalten wird.

In „Das Geschenk“ steht Milan im Mittelpunkt des Geschehens. Milan ist Analphabet. Was heutzutage in unserer digitalen Gesellschaft wie ein Exot anmutet und aufgrund unseres Bildungssystems kaum noch möglich erscheint, ist leider nicht selten. Denn noch immer gibt es viele Menschen, die nicht lesen können. In dieser Situation kommt es für Milan zu einem wahren Albtraum. Denn er gelangt in eine Situation, in der er helfen soll, aber nicht kann.. Während Milan versucht, das ihm unbekannte Mädchen, welches ihn in Form eines Zettels um Hilfe zu bitten scheint, ist er komplett überfordert. Was also tun? Ziellos macht er sich auf die Suche nach dem Mädchen. Im Laufe der Zeit erfährt Milan nicht nur, dass das unbekannte Mädchen von der eigenen Mutter und dem Lebensgefährten gefangen gehalten wird, sondern muss sich auch noch mit seiner eigenen Geschichte auseinandersetzen. In der Hoffnung, das Mädchen aus den Fängen ihrer Mutter und deren Partners retten zu können, begibt Milan sich auf eine Reise, die ihn tief in seine eigene Vergangenheit führt. Denn das unbekannte Mädchen weiß eine Menge über Milan und seine Kindheit und weiß mehr, als er es ahnen kann. Das Interessante hierbei ist, dass das Mädchen mit Milan in einer Art Geheimschrift kommuniziert, die Milan selbst zu Schulzeiten erfunden hat. Klingt wirr? Ist es auch. Eben ein typischer Fitzek-Roman. Interessant und spannend ist dabei nicht nur die Geschichte, sondern auch, wie akkurat der Autor aus der Perspektive des Analphabeten schreibt. Dies schafft Fitzek dermaßen gut, dass man wirklich glaubt, hier einen „echten“ Analphabeten vor sich zu haben. Auch die Mechanismen, die Milan benutzt, um nicht als „Nicht-Lesender“ entdeckt zu werden, beschreibt Fitzek sehr detailliert. Einfach nur toll. Auch die Tatsache, dass die Handlung wieder auf mehreren Ebenen passiert, macht das Buch lesenswert. Schnell hat man sich in die Geschichte „hineinbegeben“ und wird wieder einmal perfekt unterhalten, sodass man das Buch gar nicht wieder weglegen möchte.

Dass Fitzek dabei nicht gerade zimperlich mit seinen Figuren und den Beschreibungen vorgeht, wissen Fans des Autoren seit seinem ersten Roman. Daher verwundert es nicht, dass auch hier wieder explizite Darstellungen von Handlungen beschrieben werden. Welche das sind, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Da Sebastian Fitzeks Romane auch immer sehr atmosphärisch dicht sind, mit vielen kleinen Cliffhangern daher kommen und so manchmal ein „Ist nicht wahr, oder?“-Moment dabei ist, lässt sich ein neuer Roman des Autors oft nur schwer rezensieren, ohne zu viel vorweg zu nehmen oder auf Details einzugehen. Daher kann ich abschließend sagen: Wieder einmal hat Sebastian Fitzek einen tollen Roman verfasst. Allerdings muss man den Stil des Autors mögen, um auch Gefallen an „Das Geschenk“ zu finden.

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich beim Droemer-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Titel: Das Geschenk

9Autor: Sebastian Fitzek

Verlag: Droemer HC; Auflage: 2 (23. Oktober 2019)

ISBN-10: 3426281546

ISBN-13: 978-3426281543

L. Zimmermann

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