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Jay Alexander - Du meine Seele, singe | CD-Rezension (VÖ 15.05.2020)

JayAlexanderDumeineSeeleAls Jay Alexander die Pläne für sein neues Kirchenlieder-Album „Du meine Seele, singe“ im Kopf hatte, ahnte er – wie jeder von uns – nicht im Entferntesten, was 2020 mit sich bringen würde. Noch voller Hoffnung ob der Termine, der Treffen mit Freunden und Fans, der letzten Konzerte mit seinem Duett-Partner, Marc Marshall, und vieler anderer Herausforderungen, schlug Anfang diesen Jahres das Schicksal gleich doppelt zu. So verstarb zunächst sein Onkel; dann brach das Corona-Virus sich Bahn und sorgte für ein absolutes Chaos im Terminkalender des Pforzheimer Tenor. Doch trotz allem ist es Jay Alexander gelungen, sein neues Album pünktlich zu veröffentlichen. Dass Kirchenlieder gerade in dieser „Krisenzeit“ noch mehr Halt, Anhalt und Hoffnung bieten können, bestätigt sich mit seinem erneuten Wechsel von der U- zur E-Musik auf der vorliegenden CD.
 
Seele sucht Gesang und Gesang sucht Seele
Dass dem Tenor Jay Alexander Kirchenlieder und deren Texte seit frühster Jugend am Herzen liegen, wissen seine Fans nur allzu gut. Schaut man sich seine Alben an, die er in den vergangenen Jahren veröffentlich hat, erkennt man einen steten Wechsel von der Unterhaltungsmusik hin zur ernsten Musik. Und so war es kaum verwunderlich, dass nach den „Serienhits“ 2019 nun erneut ein Kirchenlieder-Album folgen würde. Zieht man noch die Alben, welche Alexander mit seinem Sangespartner herausgebracht hinzu, so ist der Einschlag ins „Kirchenfach“ noch stärker zu erkennen.
Auf seiner neusten CD hat der Künstler zusammen mit dem Orchester der Kulturen, dass Jay Alexander schon bei vielen Aufnahmen musikalisch unterstützt hat, auch verschiedene Solisten mit dabei. Dies sind unter anderem der Knabenchor capella vocalis Reutlingen, die Murphy Singers, der Chor der Kulturen, Christiane Werner und der Männerchor capella vocalis Reutlingen.
Insgesamt sind 16 Stücke auf dem Album zu finden.
 
Dies sind im Überblick folgende Titel:
01. Du meine Seele, singe
02. Danket dem Herrn!
03. Stern, auf den ich schaue
04. Wie schön leuchtet der Morgenstern
05. Das ist der Tag des Herrn! (Schäfers Sonntagslied)
06. Wunderbarer König / Ich lobe meinen Gott
07. Himmel, Erde, Luft und Meer
08. Weiß ich den Weg auch nicht
09. Ehre sei Gott in der Höhe
10. Nun ruhen alle Wälder
11. Meinem Gott gehört die Welt
12. Heilig, heilig
13. Bei dir, Jesus, will ich bleiben
14. Ich hab von ferne
15. wenn Friede mit Gott
16. Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen
 
Schon die ersten Noten des Eröffnungsstückes zaubern eine wunderbare Ruhe und stillen Frieden in den Raum. Wenn dann Jay Alexander seine Stimme anhebt und von dem minimalistischen Instrumentarium getragen wird, ist das eine ganz einzigartige Mischung. Mit Orgel und Trompete geht es weiter. „Danket dem Herrn!“ steht im genauen Kontrast und ist quasi eine Lobeshymne an Gott. Hier überstrahlt Jay Alexanders Tenor die Atmosphäre. Unterstützt wird er dabei von den prächtigen Stimmen des Knabenchores.
„Stern, auf den ich schaue“, das dritte Stück auf der CD,  ist eines der bekanntesten evangelischen Kirchenlied aus der Zeit der Romantik und gehört zum festen Repertoire vieler Chöre. Das Lied baut sich nach und nach auf; der Mittelteil wird dann dominiert vom Orchester der Kulturen mit Chorbegleitung und zwingt den Zuhörer fast schon dazu, die Boxen seiner Anlage voll aufzudrehen. Für mich eines der schönsten Stücke der CD. 
Erneut im Kontrast steht dann Lied Nummer vier „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, ein Choral von Philipp Nicolai aus dem Jahr 1597 und somit das historisch älteste Lied auf Jay Alexanders neuer CD. Sehr zurückgenommen, ja schon minimalistisch, wird er hier ausschließlich von einer Harfe begleitet. Das hat beinahe etwas von a capella-Gesang und wirkt zart und zerbrechlich, so wie das Lied selbst. 
Natürlich wollen wir an dieser Stelle nicht alle Stücke inhaltlich besprechen, da wir sonst zu viel vorwegnehmen und verraten. Nur so viel können wir sagen: Hier gibt es kaum „Ausreißer“, die man nicht gerne hören möchte. Einzig Stück 11 "Meinem Gott gehört die Welt" hätte es nicht in diesem Arrangement bedurft. Man könnte es möglicherweise noch als Kontrapunkt ansehen. 
 
9Fazit: Mit „Du meine Seele, singe“ geht Jay Alexander auf seinem musikalischen Weg einen Schritt weiter, bleibt dabei jedoch auf bekannten und sicheren Pfaden. Wer eine neue Facette erwartet oder gar Experimentelles, wird vielleicht ein wenig enttäuscht sein. Wer jedoch genau diese bekannten Melodien liebt, einfach nur Jays Stimme lauschen möchte oder in diesen Krisenzeiten eine „Tankstelle für die Seele“ sucht, der darf auch hier wieder zugreifen. 
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei APmusic für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.
 
M. Heiland
 

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