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Pagan Peak VR | Review (Oculus Rift S)

PaganPeakVRKennt ihr den „Krampus“? Außerhalb Österreichs oder Teilen Bayerns, dürfte wohl der dunkle Gesell, der in Begleitung des Nikolaus für Schrecken sorgt, nur wenigen bekannt sein. Denn dort ist die Heimat der gehörnten Gestalt, die zu Nikolaus durch die Straßen und Gassen läuft, um Menschen zu erschrecken. „Krampustag“ ist bei unseren Nachbarn allerdings nicht der 6.12., sondern der Vorabend, also der 5.12. jeden Jahres. Warum ich diesen kleinen Exkurs über die Gestalt des „Krampus“ an den Beginn dieses Artikels setze, werdet ihr euch vielleicht fragen? Die Antwort ist einfach: „Pagan Peak VR“, so der Titel des zweiten Spiels von AnotherWorld VR, hat die gruselige Sagengestalt des „Krampus“ als Antagonisten. Wir durften die Mischung aus Escape Room und Thriller für euch testen und verraten euch, ob sich die Investition für den „Stundengrusel“ lohnt.  
 
Das Klischee der einsamen Hütte…
…wird auch in diesem Spiel einmal mehr bemüht. Denn nach einem Unfall, den ihr mit eurem Auto inmitten eines Schneegestöbers habt, werdet ihr von einem als „Krampus“ begleiteten Serientäter „gerettet“ und auf einer verlassenen Hütte mitten in den österreichischen Bergen eingesperrt. Nachdem ihr aufwacht, habt ihr exakt eine Stunde Zeit, um aus der Hütte und somit dem sicheren Tod durch den „Krampus“-Mörder zu entkommen. Hier halten sich die Entwickler streng an die zeitlichen Vorgaben eines klassischen Escape Raumes.
 
Die Hütte, in der ihr euch befindet, wirkt sehr realistisch. Das kommt daher, dass die Entwickler eine real existierende Hütte eingescannt und ins Spiel übertragen und den Gegebenheiten der VR-Brillen angepasst haben. Dadurch hat man im Spiel das Gefühl, sich tatsächlich inmitten einer Almhütte zu befinden. Ein wenig schade ist allerdings, dass hier der Fliegengittereffekt der Oculus Rift S deutlicher zum Tragen kommt, als bei anderen Spielen. Dies liegt vor allem daran, dass die Umgebung in „Pagan Peak“ recht dunkel gehalten wurde. Selbst mit der Unterstützung eines Feuerzeugs oder einer Taschenlampe, ist alles sehr düster. 
 
Abgesehen davon ist die Atmosphäre absolut top. Vor allem durch die akustische Untermalung baut der Titel eine immer bedrohlich wirkende Grundstimmung auch. Auch das Klingen der Schellen, die der „Krampus“ mit sich führt, sind hin und wieder zu hören und vermitteln den Eindruck, der Serienkiller könne jeden Augenblick seine Hand auf eure Schulter legen. Doch die Entwickler gehen während der ganzen Spielstunde eher subtil vor, als auf Horrorelemente, Jumpscares oder ähnliche Dinge zu setzen, die zwar erschrecken können, aber auch irgendwie denkbarer und erwartbarer sind, als das, was man eben nicht vermutet. Was das ist und wie das Spiel sich im Verlauf der Stunde entwickelt, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden.
 
Ein Wort zu den Rätseln: Diese sind allesamt recht einfach zu lösen und stellen Kenner von Escape Room-Spielen nie vor große Herausforderungen. Lediglich an einer einzigen Stelle gibt es eine offene Entscheidungsmöglichkeit, die einen minimalen Twist in die Handlung einbaut. Aber selbst diese wird durch eine „zweite Chance“ fast schon zunichte gemacht. Hier setzt man eher auf „Familientauglichkeit“ als auf gnadenlose Kompromisslosigkeit, wie bei „Until Dawn“ und „The Dark Pictures Anthology: Man of Medan“. 
 
Was ich ein wenig schade finde, ist die Tatsache, dass das Ablegen und Aufheben von Gegenständen nicht immer ganz mühelos klappt, dass man hin und wieder durch die Gegenstände hindurch greift und das Spiel zweimal abgestürzt ist. Allerdings muss erwähnt sein, dass es sich bei den Entwicklern um ein ganz kleines Independent-Studio aus Berlin handelt, das von gerade einmal zwei Personen betrieben wird. Dafür ist „Pagan Peak“ absolut gelungen. Vor allem, da der Titel mittlerweile auch komplett in deutscher Sprache (mit passenderweise österreichischem Akzent zu Beginn des Spiels) erhältlich ist. Ein Punkt, der leider bei anderen Entwicklern viel zu stiefmütterlich behandelt wird. 
 
Fazit: Nach einer Stunde ist „Pagan Peak“ vorbei – so oder so. Einen Anreiz, das Spiel ein weiteres Mal zu spielen gibt es – wie bei einem Escape Raum generell – leider nicht. Doch für knapp 10 Euro kann man nichts falsch machen, vor allem, da ihr damit einen kleinen Entwickler unterstützt! Denn insgesamt ist der Escape Room absolut gelungen, baut eine dichte Stimmung auf und bietet nette Rätsel. Leider sind diese für Einsteiger doch recht einfach zu lösen. Unser Tipp: Unbedingt 7mit Kopfhörern spielen!
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Ioulia Isserlis und Max Sacker von AnotherWorld VR für den zur Verfügung gestellten Review-Key. 
 
U. Sperling
 

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