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Anno 1800 - Die Passage | Review (PC)

Anno1800DiePassageNachdem die beiden DLCs „Botanika“ und „Gesunkene Schätze“ für „Anno 1800“ erschienen sind, schickt uns Ubisoft nun mit dem letzten DLC mit Namen „Die Passage“ ins Ewige Eis des hohen Nordens. Dort gilt es, eine Expedition aufzuspüren, bei der man sich an realen historischen Ereignissen orientiert hat. Ob uns der dritte DLC Spaß gemacht hat, welche Herausforderungen er an euch als Spieler stellen wird und ob sich die Investition lohnt (sofern ihr nicht bereits den Season Pass erworben habt), lest ihr im Test.  
 
Zurück zu Aufbau und Wirtschaftskreisläufen
Nachdem die beiden ersten DLCs von ihren Schwerpunkten sich vom klassischen Anno-Verständnis abgewandt hatten, kehrt Ubisoft mit dem dritten Teil wieder zu den Wurzeln der Reihe zurück. Denn in „Die Passage“ steht wieder das im Vordergrund, wofür die Serie seit jeher bekannt und bei Fans beliebt ist: Dem Wirtschaftspart und dem Aufbau von Siedlungen bzw. Städten. Daher stehen im dritten DLC auch neue Gebäude (über 30 an der Zahl) und Produktionsketten im Mittelpunkt. Außerdem kommt mit Einführung der mächtigen Luftschiffe ein ganz neues Element hinzu, dass vor allem Veteranenherzen höher schlagen lässt. Als Erweiterung für das Endgame kann man hier von einem echten „Mehrwert“ sprechen. Denn das, was ihr hier baut, produziert und erforscht, kann mit der alten bzw. neuen Welt sinnvoll verknüpft werden und hat dementsprechend auch sich gegenseitig befruchtende Auswirkungen. 
Gestartet werden kann der neue DLC allerdings erst in dem Moment, in dem erste Ingenieure in eure Stadt gezogen sind. Denn diese Bevölkerungsgruppe ist essentiell wichtig für die Besiedlung des Nordens. Eingebettet in eine kleine, aber eher nebenbei entwickelte Handlung, in der ihr eine vermisste Expedition aufspüren und mögliche Überlebende retten sollt, habt ihr mit dem neuen DLC etliche Stunden zu tun. Natürlich kommen wir der Anfrage nach und machen uns auf die Suche nach der Expedition in der Arktis.
 
Vor Ort angekommen, wird serientypisch eine Siedlung errichtet. Im Anschluss werden vorsichtige Kontakte mit den Inuit, den Eingeborenen der Arktis, geknüpft, um von ihnen möglicherweise Hilfe zu erhalten. Bereits nach kurzer Zeit erkennt man, dass es hier doch einige interessante (und vom Lebensraum her bedingte) Neuerungen gegenüber den bisher errichteten Städten gibt. Vor allem die Heizöfen, welche für die lebensnotwendige Versorgung mit Wärme und Energie enorm wichtig sind, fallen sofort auf. Denn ohne Wärme und Energie ist die Arktis ein lebensfeindlicher Raum. Außerdem können ohne Wärme und Energie keine Produktionsstätten in Betrieb gehalten werden.  Dafür benötigt ihr allerdings Kohle, die ihr – da ihr die Region mit Produktionsstätten zur Versorgung eurer Bevölkerung belegen müsst – aus der Alten Welt in die Arktis schippert. Auch einige Luxusgüter wollen auf diese Weise mitgebracht werden. Was mir beim Spielen richtig gut gefallen hat, sind die neuen, themenbezogenen Produktionsstätten wie beispielsweise eine Huskystation oder eine Rentierfarm. Diese, wie auch der Rest des dritten DLCs, wurde mit einer unglaublichen Liebe zum Detail und einer äußerst schicken Grafik in Szene gesetzt und toppt damit sogar die bislang veröffentlichten DLCs und das Hauptspiel. Nach der feinen und detailreichen Grafik, die die Entwickler schon bei „Anno 1800“ aufgeboten haben, war dies keine Selbstverständlichkeit. Ein großes Lob hierfür!  Gleiches gilt für die vorliegenden knapp 60 (!) Quests, die immer wieder eingestreut werden und sich teilweise als eine ziemliche Herausforderung zu erkennen geben. „Die Passage“ ist definitiv etwas für Veteranen der Reihe und für Fans von Aufbauspielen. Wer nur „mal eben“ sich mit dem DLC befassen möchte, wird an einigen Stellen überfordert und möglicherweise auch frustriert werden. Schön: Auch nachdem die Story durchgespielt ist, lädt der DLC zum weiteren Erforschen, Verwalten und Vergrößern seiner Siedlung und Erledigen von Aufgaben ein. Die Langzeitmotivation ist also gegeben. 
 
Der Zeppelin – Pracht und Reichtum eines ganzen Zeitalters
Wie bereits erwähnt, gibt es als besondere technische Errungenschaft im DLC „Die Passage“ eine Halle, in der ihr Zeppeline bauen könnt. Natürlich sind die Voraussetzungen zum Bau dieser Halle und zur Errichtung der Luftschiffe nicht gerade gering und verschlingen recht viele Ressourcen. Doch wenn dann erst einmal ein so mächtiges Fluggerät die Halle verlässt, ist das fast schon ein Gänsehautmoment. Dass diese fliegenden Zigarren Vor- und Nachteile haben – und sich somit in sämtliche „Fahrzeuge“ der Serie einreihen, ist verständlich. 
Und noch eine Neuerung hat der dritte DLC zu bieten: Parallel zur Veröffentlichung ist ein kostenloses Update herausgebracht worden, durch das ein kooperativer Multiplayer ermöglicht wird. Hierdurch können bis zu vier Spieler gleichzeitig ans Werk gehen. Jeder kümmert sich dann um einen ganz eigenen Bereich. Auch ein Statistiksystem wurde mit dem Update eingeführt. 
 
Fazit: Herzlichen Glückwunsch, Ubisoft! Mit dem dritten DLC, „Die Passage“, habt ihr eurem grandiosen „Anno 1800“ noch einmal eine tolle Erweiterung spendiert, die sich äußerst angenehm von den beiden vorherigen DLCs abhebt, zurück zu den Wurzeln der Reihe geht und für Fans und Veteranen eine tolle Bereicherung darstellt. Mit der Arktis gibt es ein wunderbares, grafisch aufwendig in Szene gesetztes Szenario, das ist vom ersten Moment an ins Herz geschlossen habe. Schade nur, dass die Story irgendwie noch immer recht stiefmütterlich daher kommt. Ansonsten können wir Anno-Fans den DLC ohne Einschränkungen empfehlen. 
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Ubisoft für den zur Verfügung gestellten Testcode.
 
U. Sperling

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