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Fe | Review (Xbox One)

FeHeutzutage bestimmen vor allem Fortsetzungen bekannter und beliebter Serien den Videospielemarkt. Selten traut sich noch ein Entwickler, etwas ganz Neues, Eigenständiges und Unkonventionelles zu produzieren. Umso schöner ist es dann, wenn hin und wieder doch so ein Titel abseits des Mainstream das virtuelle Licht der Welt erblickt. Einer dieser Titel ist das gerade veröffentlichte „Fe“, welches von Zoink Games entwickelt und über Electronic Arts neue Marke „EA Origins“ veröffentlicht wurde. Dabei geht Electronic Arts mit seiner Marke den für Newcomer der Szene schönen Weg, dass man ihnen hier eine Plattform für ihre Spiele gibt. Was den Reiz des Titels ausmacht und ob sich der Kauf lohnt, erfahrt ihr im Test der Xbox One-Version.

Ein unkonventionelles Spiel in Pastellfarben

In „Fe“ schlüpft ihr in die Rolle eines kleinen Wesens namens „Fe“, das uns ein wenig an ein Stachelschwein erinnert (nur in süß und leichtend). Da das Intro recht kryptisch ist und im Spiel zu keiner Zeit gesprochen wird, ist zunächst unklar, worum es denn nun genau im Spiel geht. Klar ist nur, dass ihr „Fe“ durch verschiedene Level steuert, über Hindernisse springen müsst und versucht, neue Ebenen zu erreichen. „Fe“ ist also im Grunde genommen ein klassisches Jump’n’Run-Spiel. Was das Ganze dann doch angenehm von der Masse anderer „Hüpf-Spiele“ abhebt, ist die liebevoll und recht surreal gestaltete Umgebung, in der sich „Fe“ befindet und der Einsatz von – ja wie nennt man das eigentlich? – tierischen Geräuschen oder Lauten, welche „Fe“ von sich gibt. Diese Laute oder auch „Gesang“ erlernt „Fe“ zunächst. Mithilfe dieser Laute kann „Fe“ bestimmte Dinge aktivieren und Fähigkeiten erlernen. Wer allerdings nun befürchtet, dass dieses Erlernen aufgesetzt oder gezwungen wird, dass Aktivieren von Blumen, um höher gelegene Plattformen zu erreichen oder das Interagieren mit anderen tierischen Bewohnern in der Welt von „Fe“ aufgesetzt, künstlich oder gezwungen wird, der täuscht sich gewaltig. Denn alles wirkt hier durchdacht, äußerst organisch (im wahrsten Sinne des Wortes) und wie aus einem Guss. Die Designer des Titels haben wunderbare Arbeit geleistet. Denn obgleich die „Landschaften“ sehr surreal wirken, stellt sich rasch ein Gefühl von Heimat und Vertrautheit ein. Damit dieses Gefühl auch nicht unnötig durchbrochen wird, verzichten die Entwickler bei diesem 3D-Plattformer auf klassische Kämpfe. Stattdessen weicht ihr Gegnern aus, indem ihr euch vor ihnen für eine gewisse Zeit versteckt. Da ist es dann umso wichtiger, aus der Sicht der Gegner zu verschwinden, denn anderenfalls segnet „Fe“ das Zeitliche und ihr müsst am letzten Speicherpunkt neu beginnen. Da diese Savepoints allerdings fair gesetzt wurden, ist das nicht allzu dramatisch.

Im Laufe der Zeit bekommt ihr heraus, dass eure Gegner die Natur zerstören, die Waldbewohner einsperren und aus dem Wald bringen wollt und ihr das einzige Wesen seid, dass dies verhindern kann. Und obwohl die Geschichte – wie eingangs erwähnt – komplett ohne Sprache auskommt, baut „Fe“ eine unglaublich dichte Atmosphäre auf und kann die „Geschichte“ gut vermitteln. Es bedarf eben nicht zwingend umfangreicher Cutscenes, um einen Plot glaubhaft an den Spieler zu bringen. „Fe“ ist mit rund acht Spielstunden zwar kein allzu langes Spiel. Dafür gibt es jedoch jede Menge Abwechslung. Die Entwickler verfolgen das Motto: „Lieber kurz und abwechslungsreich, als lang und sich andauernd wiederholend“. Diese Rechnung geht voll und ganz auf. Denn in den acht Spielstunden haben wir uns im Test zu keiner Zeit gelangweilt. Wer möchte, kann – abseits des Hauptgeschehens – noch diversen Geheimnissen nachgehen und versteckte Dinge finden. So wird die Spielzeit noch ein wenig erweitert. Apropos Geheimnisse: Um sich in der Welt von „Fe“ zurecht zu finden, könnt ihr entweder frei Schnauze die Level erkunden, euch eine Karte einblenden oder aber mithilfe eures „Gesangs“ einen kleinen Vogel zur Hilfe rufen, der euch dann kurzerhand den Weg weist. So werden sowohl Neugierige, als auch Einsteiger und eher ungeduldige Naturen gleichermaßen vom Spiel unterstützt.

Fazit: Für uns in der Redaktion ist „Fe“ eine echte Überraschung geworden. Der Titel glänzt durch wunderschöne Levels, durch ein 8unkonventionelles Gameplay, durch viel Abwechslung und eine kleine, aber feine „Geschichte“. Da ist es ein wenig schade, dass die Dramaturgie nicht so ganz mitgeht und sich das letzte Drittel des Spiels - im Vergleich zum Einstieg – dann überraschenderweise ein wenig zäher spielt. Dennoch sollte jeder von euch, der Spiele abseits des Mainstreams sucht, einen intensiveren Blick auf den Titel werfen. Es lohnt sich!

Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Electronic Arts für das zur Verfügung gestellte Testmuster.

D. Stappen

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