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Burnout Paradise Remastered | Review (Xbox One)

Paradise1Neuauflagen älterer Konsolenspiele für die aktuelle Generation gibt es ja schon seit jeher. Besonders erfolgreiche Titel, Spiele, die Maßstäbe setzten oder Games, die ein Genre prägten, aber aktuell leider keine allzu große Rolle mehr spielen, werden auf Hochglanz poliert, mit den seinerzeit erschienenen Inhalten zu einem Gesamtpaket geschnürt und als „Remaster“ in den Handel gebracht. Das neuste Spiel, das sich in die Galerie einreihen darf, ist das ehemals für die Xbox 360- und die PS3 erschienene Arcade-Rennspiel „Burnout Paradise“ aus dem Hause Electronic Arts. 10 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung bringt EA den Racer mit allen DLCs und in grafisch überarbeitetem Gewand in den Handel. Wir haben uns erneut für euch nach Paradise City begeben und schauen, ob es sich nur um ein aufgehübschtes Gesamtpaket handelt, oder ob EA auch die Schwächen der „alten“ Version ausgemerzt hat. Als Bewertungsgrundlage dient für unsere Review die Xbox One-Fassung.

Das Gaspedal am Anschlag, Nitro gezündet und mit Karacho in die offene Spielwelt

Als ich vor einigen Wochen hörte, dass Electronic Arts seinen Arcade-Racer „Burnout Paradise“ als Remaster erneut in den Handel bringen will, da staunte ich nicht schlecht. Ist es tatsächlich schon 10 Jahre her, dass dieser Titel das Licht der digitalen Spielewelt erblickt hat? Ein Jahrzehnt ist – nicht nur in der Spielebranche – gar nichts und verändert doch so viel. Denn vor zehn Jahren waren Arcade-Rennspiele fast noch an der Tagesordnung und die „Burnout“-Reihe feierte kolossale Erfolge. Zugegeben: Es machte damals auch unglaublich viel Spaß, virtuelle Zerstörungsorgien mit seinem Fahrzeug hinzulegen, und dafür auch noch Punkte zu erhalten. Natürlich beschränkte man sich ausschließlich auf Gegenstände. Das Menschen über den Haufen fahren gehörte Gott sei Dank nie zum Markenzeichen der Reihe. Neu war damals das, was man heute in nahezu jedem Spiel schon als Grundgerüst oder auch must have verlangt: Die offene Spielwelt. Fingen „Need for Speed“ und „Test Drive“ mit dem Konzept im Racer-Genre an, so zeigte eben jenes „Burnout Paradise“, wie eine offene Welt und spektakuläre (Chaos- und Zerstörungs-)Rennen wunderbar ineinander verzahnt werden können. Hierauf bauten spätere Titel – allen voran die „Forza Horizon“-Reihe auf. Doch „Burnout Paradise“ konnte vor 10 Jahren einfach gewisse Maßstäbe setzen. Verantwortlich für diesen Titel zeichnete damals das Entwicklerstudio „Criterion“, welches mittlerweile unter dem Dach von EA eingegliedert wurde. Und wenn die Jungs von Criterion etwas konnte, dann war das atemberaubend schnelle Rennspiele in optisch ansprechender Kulisse mit sauberer Steuerung zum Leben zu erwecken.

Daher muss ich sagen, dass es mich umso mehr freut, dass ich den Titel auch auf der Xbox One noch einmal spielen kann. Denn auch im Jahr 2018 hat das Spiel kaum etwas von seinem Spielspaß eingebüßt. Warum „kaum“? Ganz einfach: Electronic Arts hat den Titel rein visuell überwiegend stimmig und stimmungsvoll auf die aktuelle Konsolengeneration gehievt, ihn in ein 4K-Gewand gekleidet und die Grafik insgesamt aufpoliert und auf 60p hochgeschraubt (wenngleich man dem Titel stellenweise trotzdem sein Alter ein wenig ansieht). Doch man hat eben auch die wenigen Schwächen der „Ur-Version“ nicht ausgemerzt. Und das ist – meines Erachtens nach – liegen gelassenes Potential! Denn auch wenn ich es absolut lobenswert finde, dass das Erweiterungspack für die Motorräder und andere Fahrzeuge dabei ist und auch ein paar Mehrspieler-Modi mit am Start sind, ein Tag- und Nachtwechsel sowie verschiedene Wetterlagen, so sehr ärgere ich mich darüber, dass das Wegfindungssystem nach wie vor so suboptimal geregelt wurde und ich während der pfeilschnellen Rennen oftmals viel zu spät erkennen kann, wo ich denn nun hin muss, wo abzubiegen ist etc. Selbiges Problem gibt es natürlich nicht nur im Hauptspiel, sondern auch in „Big Surf Island“, dem später erst ergänzenden Teil von „Burnout Paradise“.

Ohne Story aber mit ganz viel zu erleben

Doch abgesehen von diesem Manko bietet „Paradise“ enorm viel Freiheit, Entdeckungsmöglichkeiten und Vielfalt an. Auch wenn EA / Criterion hier auf eine Story leider verzichten, gibt es eine Menge zu tun. Egal ob offline oder online: „Burnout Paradise“ wird euch lange vor den Monitor fesseln. Denn die Wettbewerbe, Herausforderungen und Rennen sind unterhaltsam, motivierend und fordernd. Hinzu kommen mehr als 130 Fahrzeuge, die ihr durch die enorm große Spielwelt jagen könnt. Am meisten Spaß machen natürlich die hervorragend inszenierten Crash-Orgien, für die die „Burnout“-Reihe stets bekannt, berüchtigt und beliebt gewesen ist. Wenn man sich hitzige Duelle liefert, packende Rennen absolviert und halsbrecherische Crashs hinlegt, dann ist man schon ein wenig wehmütig in Anbetracht des Mangels an wirklich neuen „Burnout“-Spielen. Leider wird sich hier wohl auch auf absehbare Sicht nicht viel ändern. Abgerundet wird das gelungene Remaster von „Burnout Paradise“ durch den rockigen Soundtrack – allen voran natürlich das passend zum Titel des Spiels gewählte „Paradise City“ von Guns’n’Roses.

Fazit: Bis auf die Tatsache, dass das Wegfindesystem noch auf dem alten Stand von 2008 ist und die Grafik hier und da ihre Wurzeln nicht verleugnen kann, gibt es am Remaster von „Burnout Paradise“ nichts zu kritisieren. Der Umfang ist enorm, alle Verbesserungen von damals sind mit am Start und es macht enorm viel Spaß, 8wieder alles in Schutt und Asche zu legen! Schade, dass auf absehbare Zeit kein richtiger neuer „Burnout“-Titel das virtuelle Licht der Welt erblicken wird. Fans der Serie würde dieser längst überfällige Schritt sicherlich gefallen. Wer Den Arcade-Racer noch nie gespielt hat, wer Lust hat, wieder mal in Paradise City und Umgebung sein Unwesen zu treiben und einfach mal ein paar Stunden richtig Vollgas geben will, greift zu!

Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Electronic Arts für das zur Verfügung gestellte Testexemplar.

U. Sperling

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