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Frostpunk - Console Edition | Review (Xbox One)

FrostpunkDie Welt von „Frostpunk“ ist gnadenlos. In der Eiswüste müsst ihr moralische Entscheidungen treffen, die euch unter Umständen auch nach dem Ende des Spiels noch länger beschäftigen werden. Denn die Macher von „This War is mine“ bieten euch hier kein „Kinderspiel“ mit Wohlfühlfaktor, sondern Aufbaustrategie mit moralischen Dilemmata, die nicht selten zu Unbehagen führen. Wir haben die Xbox One-Umsetzung für euch getestet.

So sieht die Apokalypse aus

Die Geschichte von „Frostpunk“ ist angesiedelt im Jahr 1883. Eigentlich könnte alles so schön sein. Die Industrielle Revolution sichert vielen Menschen Arbeitsplätze und der technische Fortschritt ermöglicht einen gewissen Wohlstand. Doch leider trifft dies nicht auf die Arbeiter zu, die oftmals im Elend leben und von den Fabrikbesitzern wie Sklaven ausgebeutet werden. Fabrikordnungen sahen damals schon bei kleinen Verstößen Strafen und – im schlimmsten Fall – die sofortige Entlassung vor. Versicherungen und Altersvorsorge waren ebenso ein Fremdwort, wie der Schutz vor Kinderarbeit und freie Tage oder bezahlter Urlaub. Warum ich diese Zeilen schreibe? Nun: „Frostpunk“ spielt zur Zeit eben dieser Industriellen Revolution im viktorianischen London. Und das Elend der Arbeiter wird durch eine fiktive Apokalypse verstärkt. Denn von einem Moment auf den anderen versinkt die Welt unter einer Schnee- und Eisdecke, die alles Leben unmöglich macht. Nur ein kleiner Trupp aus rund 80 Arbeitern schafft es, sich um einen großen Generator zu Versammeln. Gemeinsam macht ihr euch als Anführer des Trupps auf den Weg mit den Überlebenden, um im Norden nach Kohlevorräten, Eisen und anderen lebenswichtigen Dingen zu suchen und eine kleine Zivilisation aufzubauen. Hierfür steht euch eine Spielzeit von 20 Tagen zur Verfügung. Gespielt wird das Ganze in einer Art Kampagne. Nach den knapp drei Spielwochen geht es mit einem zweiten und einem ergänzenden Teil weiter.

Während dieser Zeit müsst ihr für Ressourcen sorgen, euch um eure Arbeiter kümmern und Nahrung sammeln, damit möglichst alle überleben. Doch wer die Macher von 11 bit Studios kennt, der weiß, dass sie auch bei „Frostpunk“ moralische Entscheidungen in den Fokus stellen. Und so werdet ihr mit verschiedenen Aspekten und Situationen konfrontiert, die aktiv euer Handeln erfordern. Mal wollen Asyl suchende Menschen bei euch Unterschlupf finden und ihr müsst überlegen, ob ihr sie aufnehmt, obwohl es bei euch selbst an allen Ecken und Enden mangelt oder ob ihr das Gesuch ablehnt, und damit riskiert, dass die Suchenden elendig erfrieren und verhungern werden. Ein anders Mal müsst ihr euch entscheiden, ob ihr euren Arbeiter eine Extraschicht auferlegt, um ein bestimmtes Zwischenziel zu erreichen und das auf die Gefahr hin, dass die Arbeiter gesundheitlichen Schaden nehmen und sterben können. Ein weiterer Aspekt ist der Generator. Dieser muss permanent laufen, um eure Bewohner mit Wärme zu versorgen. Doch wenn die Maschine zu hochtourig läuft, kann sie ebenso nicht mehr richtig funktionieren, wie bei einer zu geringen Leistung, falls es an Ressourcen fehlt.

Einsteiger dürften hier allerdings etwas überfordert sein, zumal das Ressourcenmanagement nicht gerade besonders leicht ist und die Herausforderungen stellenweise recht hoch. Wer sich aber intensiv damit auseinandersetzt, bekommt ein packendes Spielerlebnis. Alternativ zur Kampagne könnt ihr auch ein Endlosspiel in Angriff nehmen. Dies ist in den Varianten „Sorgenfrei“ mit besserer Ressourcenlage und „Durchhalten“ mit knappen Ressourcen zu spielen. Auch die Schwierigkeitsstufen sind variabel und fordern auf höchster Stufe sogar Profis enorm.

Die Umsetzung der Steuerung auf die Xbox One ist gelungen. Genretypisch arbeitet ihr mit einem Radialmenü. Die Steuerung reagiert präzise und die Umsetzung erfolgt ohne Verzögerungen. Grafisch kann „Frostpunk“ auch auf der Xbox One überzeugen und bietet euch (auf der Xbox One X) sogar eine Auflösung in 4K. Die Steampunk-Optik überzeugt mit Liebe zum Detail. Ein stufenloses Zoomen wird leider nicht unterstützt. Ruckler und Tearing sind hier nicht 8auszumachen.

Fazit: Nach „This War of mine“ bringen die 11 bit Studiosmit „Frostpunk“ das nächste erstklassige Spiel mit moralischer Tragweite auf den Markt, das auch auf der Xbox One zu überzeugen weiß. Für den regnerischen Herbst und die kurzen Tage ist dieses Spiel eine willkommene Bereicherung.

Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Marchsreiter Communications für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

U. Sperling

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