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Train Sim World 2020 - Collector's Edition | Kurztest (Xbox One)

TrainSimWorldIn meiner Jugendzeit wollten viele Jungen später mal Lokführer werden. Bis heute hat sich mir allerdings nicht erschlossen, warum. Zwar habe ich als Kind auch eine Eisenbahn gehabt, genauer gesagt eine große Platte, die in einem Schrank eingeklappt werden konnte und auch oft damit gespielt. Doch als Berufswunsch lag mir der Lokführer wohl so fern, wie der Mond von der Erde. Daher bin ich auch recht skeptisch an „Train Sim World: Collectors Edition“ herangegangen. Dennoch habe ich dem Titel eine faire Chance gegeben, mich davon zu überzeugen, dass Lokführer doch irgendwie etwas cooles sein könnte. Ob mir der Ausflug in die Welt der Bahnen gefallen hat oder der Titel so dröge ist, wie eine Plenarsitzung des Deutschen Bundestags, verrate ich im Test.

Die Bahn kommt

Sim-Spiele gibt es eigentlich schon, seitdem es Computerspiele gibt. Was haben wir nicht alles aufgebaut, verwaltet und verschönert? Unzählige Stunden habe ich früher mit Giganten wie „Sim City“, „Sim Earth“, „Theme Hospital“ und Co. verbracht. Auch einigen neueren Reihen bin ich durchaus nicht abgeneigt. Etwas schwer tue ich mich mit Titeln wie „Autobahnpolizei-Simulator“, „Landwirtschafts-Simulator“ oder „Omnibus-Simulator“, wenngleich sie für Fans allesamt eine Daseinsberechtigung haben. Nun also steht der „Zug-Simulator“ für Konsolen auf dem Programm.

Nachdem etliche Daten und diverse Erweiterungen auf die Xbox One X geschaufelt worden, geht es los – zumindest theoretisch. Denn leider dauert es bis zu meiner ersten Begegnung mit der (spannenden) Welt des Schienenverkehrs, da das Spiel recht lange Ladezeiten hat. Steckt wohl eine spektakuläre Grafik dahinter? Sollte es möglicherweise keinerlei Ladezeiten im Spiel selbst geben? Oder haben die Entwickler einfach nur die Technik der Xbox One X nicht im Griff? Dies können wohl nur die Mannen von Dovetail Games beantworten.

Nachdem das Spiel dann endlich mit dem Laden fertig ist, weißt es mich in die Grundelemente der Steuerung ein. In der Ego-Perspektive laufe ich auf meine Bahn zu, setze mich ins Führerhaus und beginne mit ersten Handgriffen. Hier ein Drehrad, dort einige Knöpfe und Regler und dann geht es los. Langsam setzt sich die Bahn in Bewegung. Was mir auffällt, ist, wie interessant das Ganze noch am Anfang wirkt, wie unspektakulär es allerdings nach einiger Zeit daher kommt. Denn über große Teile der Fahrt ist man nur mit wenigen Dingen beschäftigt. Das könnte dennoch Spaß machen, wenn die Grafik nicht so stellenweise grottenschlecht wäre. Fährt man beispielsweise die Rhein-Sieg-Strecke ab, kann man nur erahnen, wo man sich gerade befindet. Zwar weisen Schilder an den Bahnhöfen darauf hin. Ansonsten sieht hier aber kaum etwas aus, wie in der Realität. Wie es sich mit den anderen Szenerien verhält, kann ich nicht sagen, da ich nicht vor Ort gewesen bin. Immerhin sind die Bahnen recht detailreich gestaltet und wirken realistisch. Fans der Materie werden mit Sicherheit die Züge und ihre Besonderheiten wiedererkennen. Leider gibt es nicht viel, was den Titel zu etwas Besonderem macht. Unvorhergesehene Dinge passieren ebenso wenig, wie spannende Entdeckungen, die man in den Bahnhöfen oder auf der Strecke machen könnte. Wenn man von der realistischen Physik, die mir als Spieler ein gutes Gefühl für die zu bewegenden Stahlkolosse gibt, einmal absieht, habe ich nicht den Eindruck, hier etwas zu tun, was mich besonders beeindruckt.

Fazit: Warum dieser Test so extrem kurz ausfällt? Ganz einfach: Trotz verschiedener Erweiterungen bietet „Train Sim World“ einfach zu wenig, um den Kauf zu rechtfertigen. Man muss schon beinharter Sim-Fan sein, um mit diesem Spiel Spaß zu haben. Denn außer einige Knöpfe, Regler und Schalter zu drücken und ein paar Missionen zu erfüllen gibt es nichts, das mir auch nur ansatzweise im Gedächtnis geblieben ist, um den Titel euch empfehlen zu können. Vor allem die Grafik, die außerhalb der Bahnen absolut unzeitgemäß ist und die vielen Momente, in denen es gar nichts zu tun gibt, nehmen dem Spiel den Spaß und seine möglicherweise tiefere Substanz. Für Fans rechnen wir noch einen Punkt oben drauf und kommen zu folgender Bewertung:

Die inn-joy Redaktion vergibt 6 von 10 Punkten.

L. Zimmermann

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