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Immortals Fenyx Rising: Review (PS5)

ImmortalsBild1An dieser Stelle muss ich mal ein Geständnis machen: Ich gehöre zu den gefühlt weltweit 10%, die sich mit den „Zelda“-Titeln bislang nie befasst haben. Mag sein, dass ich mich nie für die Reihe interessiert habe, obwohl ich seit Gamecube-Zeiten nahezu sämtliche Nintendo-Konsolen besessen habe. Oder auch, weil ich nicht so der Mensch bin, der unzählige Stunden an einem Open World-Titel hängen mag. Wie dem auch sei: Für Ubisofts neuen Titel „Immortals Fenyx Rising“ bin ich dafür vielleicht umso prädestinierter, als dass ich keine voreingenommene Meinung habe und – im Gegensatz zu den werten Kolleginnen und Kollegen in unserer Redaktion – mir den Spielspaß nicht nehmen lassen konnte, da für mich nicht an jeder Ecke und jedem Ende „das ist aber von Zelda geklaut“ in meinen Gedanken auftauchte. Mag sein, dass ich daher ein wenig anders auf das Spiel blicke, als viele von euch. Dennoch glaube ich, mir auch so ein gutes Bild des neusten Spieles aus dem Hause Ubisoft machen zu können. Meine ganz persönlichen Eindrücke lest ihr im Folgenden.  
 
Fenyx Rising = Ubisoft Formel light?
Fragt man Fans, woran mein Ubisoftspiele, die ein Open World-Setting in den vergangenen Jahren als Grundlage hatten, erkennen kann, fällt den meisten von ihnen wohl die „Ubisoft-Formel“ ein. Hinter dieser verbirgt sich das im Kern immer sehr ähnlich Freischalten neuer Areale mittels Türmen, das Erledigen unzähliger Nebenaufgaben, Sammeln von Ressourcen oder auch (in Assassin’s Creed) die immer gleichen Spielmuster. Lange Zeit fuhr der französische Entwickler mit diesem 08/15-Grundgerüst seiner Titel recht gut. Doch die Kritik wurde in den vergangenen Jahren immer größer und auch die neusten Ableger – wie zuletzt noch „Assassin’s Creed: Valhalla“ – kommen nicht ganz ohne die Elemente der Ubisoft-Formel aus. 
Und auch „Immortals Fenyx Rising“ entlarvt man schnell als Ubisoft-Spiel. Denn die Art und Weise, wie der oder - im Editor festzulegende – die Heldin Felsen hochklettert, sich mit diversen Waffen Gegner vom Leib hält und neue Gebiete erkundet und auf der Karte freischaltet, ist ganz im Geiste von Assassin’s Creed und Co. angesiedelt. Dass der Titel dabei nicht komplett auf die geistigen Vorgänger reduziert wird und möglicherweise schnell wieder in Vergessenheit zu geraten droht, liegt an verschiedenen Elementen, die das Spiel dann doch von diversen anderen Open World-Titeln von Ubisoft unterscheidet und somit auch abhebt.
 
Zu nennen wäre da als Erstes die Idee, die Heldin oder den Helden in eine ganz neue, gänzlich unverbrauchte Spielwelt zu setzen. Denn auch wenn es hier (nach „Assassin’s Creed: Odyssey“) erneut ins antike Griechenland geht, ist die offene Spielwelt von „Fenyx“ eine vollkommen andere. Das beginnt schon mit der Geschichte. Denn hier seid ihr für die Götter unterwegs, genauer gesagt Prometheus, jenen Gott, der einst den Menschen das Feuer brachte und dafür von Göttervater Zeus persönlich an einen Felsen gekettet wurde, wo ihn Tag für Tag ein Adler aufsucht, um seine Leber zu verspeisen. Dieser Gott wird eines Tages von Zeus aufgesucht. Der Grund ist das Widererstarken eines alten Feindes namens Typhon. Dieser ist in der Unterwelt gefangen und will sich für die zahlreichen Schmähungen und die Gefangenschaft an Zeus rächen. Seine erste Tat ist es dann, die Menschen Griechenlands in Stein zu verwandeln und vier wichtigen Göttern ihre Kräfte zu rauben. Um Typhon zu vernichten und die Kraft wieder zu erlangen, schließt Zeus schließlich mit Prometheus ein Bündnis. Sie setzen Fenyx ein, die ihnen helfen soll, ihre Kräfte zurückzubekommen, da sie nicht selbst eingreifen können. Fortan kommentieren die beiden im Hintergrund das Spielgeschehen auf recht amüsante Weise und nehmen sich gegenseitig sowie Fenyx als Protagonistin des Spiels und vieles andere mehr auf die Schippe. Das mag nicht jedem gefallen; dennoch gibt es dem Spiel eine ganz eigene Note. 
 
ImmortalsBild2Fenyx tritt in die Geschichte als Schiffbrüchige. Nachdem sie an die Küste angespült wird, muss sie sich auf die Suche nach ihrem Bruder und ihrer Mannschaft machen. Doch auch diese wurden zu Steinfiguren verwandelt. Nur wenige Minuten nach dem Spielstart muss sich Fenyx gleich mehreren Aufgaben stellen: Ihre Leute retten und den Gegenspieler Typhon vernichten. Da das für eine oder einen Normalsterblichen eigentlich ein nicht zu bewältigendes Unterfangen ist, erhält sie diverse Artefakte wie Flügel, eine Axt oder auch einen Bogen, mit denen sie Typhons Schergen aufhalten kann. Nach und nach werden ihre Waffen und Fähigkeiten stärker, sodass sie (oder er) im weiteren Spielverlauf zu einem mächtigen Heroen wird. 
All das ist wunderbar in Szene gesetzt worden und besticht durch einen tollen cartoonartigen Look, der dennoch unverbraucht und neu wirkt. Auf der PS5 läuft „Immortals Fenyx Rising“ geschmeidig flüssig und ohne grafische Probleme. Die Ladezeiten sind sehr kurz und auch das Umschalten zwischen den einzelnen Menüs geht blitzschnell vonstatten. Leider machen die Entwickler keinen Gebrauch von den Möglichkeiten, die der neue DualSense-Controller bietet, was ein wenig schade ist.
Auch wenn das Gameplay von „Immortals Fenyx Rising“ stark an AC erinnert, besitzt es genug eigene Elemente wie eben das Fliegen. Wichtig bei all den Aktionen, die ihr mit Fenyx unternehmt, ist, dass ihr stets eure Ausdauerleiste im Auge habt, damit Fenyx nicht an Felsen abstürzt oder mitten im Flug zu Boden gerissen wird. Diese Leiste kann jedoch durch das Aufsammeln blauer Pilze gefüllt werden. Auf dieselbe Art erlangt Fenyx durch den Genuss von Lebensmitteln ihre Lebensenergie zurück.
Bekannt von anderen Ubisoft-Titeln ist hingegen, dass es diverse Nebenaufgaben gibt, bei denen ihr verschiedenen Personen Wünschen erfüllen müsst oder Rätsel löst. Das Ganze wurde jedoch sehr organisch in die Spielwelt eingebaut, dass es motivierend und unterhaltsam und zu keiner Zeit aufgezwungen wirkt, zumal die Aufgaben sehr abwechslungsreich gestaltet wurden. Hinzu kommen verschiedene Aufgaben in der griechischen Unterwelt, dem sogenannten Tartaros, wo ihr Rätsel löst, um einen Gegenstand zu finden. Auch diese Welt ist mit abwechslungsreichen Rätseln gefüllt, wenngleich das Grundprinzip hier sehr ähnlich ausfällt. 
 
Mit Axt, Schwert und Langbogen
Wie bereits erwähnt, gibt es auch zahlreiche Kämpfe gegen kleinere Gegner und Bosse. Sie alle haben ihre unterschiedlichen Stärken und Schwächen, sind aber recht gut zu durchschauen. Bekämpft werden sie von Fenyx mit dem Schwert, der Axt oder auch dem Bogen aus der Distanz. Neben einem starken und einem schwächeren Angriff, besteht die Möglichkeit, den Gegnern geschickt auszuweichen und Angriffe abzublocken. All das funktioniert gut. Ein besonderer Clou der Kämpfe sind die göttlichen Fähigkeiten, die euren Gegnern für kurze Zeit den Garaus machen, gleichzeitig aber auch eine Menge Ausdauer verbrauchen. Mit dem Einsatz verschiedener Kombos könnt ihr aber auch die größten Gegner recht gut besiegen. Keine Angst: „Immortals Fenyx Rising“ ist zu keiner Zeit ein zweites „Demon’s Souls“. Hier soll ganz klar die Unterhaltung im Vordergrund stehen und kein Frust. Ein wenig schade ist, dass die Kamera nicht immer in Kämpfen optimal platziert ist und so – trotz Autolock – nicht jeder Gegner im richtigen Moment anvisiert werden kann. 
 
Fazit: Bereits der erste Trailer hat uns in der Redaktion seinerzeit wahnsinnig neugierig auf „Immortals Fenyx Rising“ gemacht. Und das fertige Produkt hält genau das, was es verspricht: Ein frisches Setting, das 8zwar an allen Ecken und Enden in guter Tradition zu Ubisoft-Titeln wie der „Assassin’s Creed“- Reihe und Co. steht, aber dennoch eigene Akzente setzen kann, die einen grandiosen Charme versprühen und bereits jetzt Lust auf einen (hoffentlich bald erscheinenden) Nachfolger machen. Mal schauen, wie gut die neue IP bei der Community ankommen wird. Wir sind jedenfalls begeistert, dass Ubisoft endlich seine eigene Formel auf ein absolutes Minimum heruntergebrochen hat, um den Spielspaß in den Vordergrund zu stellen. 
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Ubisoft für das zur Verfügung gestellte Testmuster.
 
L. Zimmermann
 

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