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Life is Strange: True Colors

LISTrueColorsBild1Die „Life is Strange“-Reihe gehört für Square Enix mit zu den erfolgreichsten überhaupt. Das liegt zum einen an den toll geschriebenen und inszenierten Geschichten; zum anderen daran, dass man als Spieler in vielen Situationen Entscheidungsmöglichkeiten bekommt, welche Teile der Story in eine andere Richtung führen. Mit dem neuen Ableger „Life is Strange: True Colors“ geht Square Enix den erfolgreichen Weg weiter und setzt dieses Mal auf Altbewährtes und kleinere Neuerungen. Wir sind anhand der XBSX-Version in die Rolle von Alex Chen geschlüpft und verraten euch, wie uns der Ausflug ins kleine Städtchen Haven Springs gefallen hat.

Die Macht der Emotionen Wer die Reihe kennt, der weiß, dass Square Enix bei einigen Spielen der Serie auf Helden mit übernatürlichen Kräften Wert legt. Und daher wundert es auch nicht, dass Alex solche Kräfte besitzt. Bei Alex bestehen die übernatürlichen Kräfte aus dem Erkennen und lesen von Emotionen. Zu Beginn des Spiels unterhält sich Alex mit ihrer Therapeutin. Worum es in diesem Gespräch geht, verraten wir an dieser Stelle natürlich nicht, um keine Spoiler zu bringen. Kurze Zeit später findet sich Alex in Haven Springs, einem kleinen Nest mitten in Colorado wieder. Hauptarbeitgeber ist die Minengesellschaft Typhon, welche in der Nähe der Stadt ein Bergwerk betreibt.

Alex kommt nach Haven Springs, um sich nach sieben Jahren mit ihrem großen Bruder Gabe zu treffen und nach langer Funkstille wieder zusammenzufinden. Auch lernen wir weitere Einwohner wie Jed, den Inhaber der lokalen Kneipe, Steph vom Plattenladen, Mac, Charlotte und andere Charaktere kennen. Sie alle haben ihre eigenen Geschichten, die durchweg interessant geschrieben sind. Doch schon nach kurzer Zeit nimmt die bis dahin recht idyllisch anmutende Story an Fahrt auf und durch einen ungeahnten Twist steuert sie von da an durch Höhen und Tiefen.

LISTrueColorsBild2Um herauszufinden, wer verantwortlich für das Geschehen ist und was hinter dem Drama in der Story steckt. Dabei trefft ihr bzw. Alex immer wieder Entscheidungen, welche die Handlung in die eine oder andere Richtung tragen. Während einige Personen offen mit Alex reden, müsst ihr bei anderen erst ein wenig „nachbohren“. Wenn es besonders emotional innerhalb der Dialoge wird, scheint eine farbige Aura um die Charaktere. Rot bedeutet dann, dass die Person wütend, blau, dass sie verängstigt und gold, dass sie glücklich ist. Das Ganze erinnert ein wenig an „Alles steht Kopf“ und wurde sehr gut umgesetzt. Je nach Emotion, nutzt Alex die Situation und kann quasi durch die Seele der Figur eine Situation „lesen“, um sie zu entschärfen, der Person zu helfen etc. So schlüpft ihr beispielsweise in die Großmutter der Blumenladenbesitzerin und erfahrt, dass diese an Demenz leidet. Auf einmal ist alles vernebelt. Die Zeit ist nicht mehr als solche wahrzunehmen, sondern die Ziffern laufen quasi sinnlos über die Uhr. Auch Buchstaben sind verdreht und wollen erst entschlüsselt werden. Dann versucht Alex, der alten Dame zu helfen, ihren Tag nachzuvollziehen, um sie zu beruhigen und dadurch wichtige Informationen zu erhalten. Was recht kompliziert klingt, ist aber relativ einfach zu handhaben und recht originell gemacht. Dadurch bleibt der Titel die meiste Zeit über recht glaubhaft im Umgang mit menschlichen Emotionen und den Problemen des Alltags, die hier natürlich verdichtet sind.

Die Geschichte ist dabei unterteilt in fünf Kapitel, die euch über einen Zeitraum von 14-16 Stunden beschäftigen, je nach Intensität der Unterhaltungen und zusätzlichen Aufgaben, die NPCs haben. Audiovisuelle ist „True Colors“ gut, wenngleich nicht überragend. Die Stadt ist glaubhaft gestaltet und könnte so auch in der Realität existieren. Leider kommt es oft zu Rucklern und leichtem Tearing und auch die Animationen der Charaktere hätten in einigen Fällen noch besser sein können. Gleiches gilt für die Gestik, die sich manchmal eher zufällig und der Situation unpassend zeigt. Schade ist außerdem, dass es den Entwicklern nicht möglich war, ohne Ladezeiten auszukommen. Zwar ist jeder Abschnitt binnen 15 Sekunden geladen. Doch ist es nervig, wenn man von einer Etage in die nächste wechseln möchte, und dies nicht nahtlos möglich ist, sondern von Ladebildschirmen unterbrochen wird. Auch bei der Synchronisation ist nicht alles gelungen. Zwar sind die Hauptfiguren sehr professionell ausgewählt und agieren auf hohem Niveau. Bei den Nebenfiguren bewegt sich dies allerdings nicht immer auf gleichem Level. Absolut gefallen hat uns dann wieder der tolle und abwechslungsreiche Score, der mit wunderbaren Melodien aufwartet und die Atmosphäre weiter verdichtet.

8Fazit: „Life ist Strange: True Colors“ überzeugt mit einer sehr emotionalen und erstklassig geschriebenen Geschichte, die ein paar ungeahnte Twists mit sich bringt. Schnell fühlt man als Spieler mit den Figuren mit und ist „voll dabei“. Grafisch hätten die Entwickler mehr aus der Engine und der Leistungsfähigkeit der XBSX holen können. Wer auf storygetragene Abenteuer steht, sollte sich das Spiel unbedingt kaufen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Square Enix für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

U. Sperling

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