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inn-joy live @ Geheimdepot Dorsten: Atomarer Ausbruch

GheimDepotNachdem wir euch vor einigen Wochen vom „Kammerflimmern“, dem Escape Room des „Geheimdepot Dorsten“ berichtet haben, durften wir uns erneut auf den Weg machen, um dieses Mal den „atomaren Ausbruch“ zu erleben. Wie sich hier gekonnt Fiktion und Wirklichkeit überschneiden, warum wir die Mischung aus „Einzelarbeit“ und Teamwork für besonders spannend halten und was uns sonst noch so erwartete, schildern wir in unserem Bericht. Viel Spaß bei der Lektüre!
 
Ein Experiment – wenn Fiktion auf Wirklichkeit trifft…
Die Idee hinter „atomarer Ausbruch“, so die Entwickler des Raumes, basiert auf dem legendären psychologischen „Stanford Prison Experiment“ aus dem Jahr 1971. Der Psychologe Philip Zimbardo hatte mit freiwilligen Studenten im Keller der Stanford Universität ein Experiment über einen Zeitraum von 14 Tagen durchgeführt. Während die Hälfte der Studenten (insgesamt wurden 18 Studenten gewählt) in die Rolle der Wärter schlüpfte, wurde die andere Hälfte in die Rolle der Häftlinge gesteckt. Der Psychologe übernahm während der geplanten zwei Wochen die Leitung als Direktor des „Gefängnisses“. 
Da den Wärtern keine Regeln auferlegt waren, kam es im Verlauf der Zeit zu brutalen Übergriffen, sodass das Experiment bereits nach sechs Tagen abgebrochen wurde. Der Wissenschaftler war der Meinung, dass alle Menschen im Stande seien, Böses zu tun und Macht über andere auszuüben. Entscheidend dafür seien die äußeren Umstände – nicht die Menschen selbst. Auf diese Weise versuchte der Psychologe zu erklären, dass Verbrechen der Geschichte durch die Umstände entstanden sind. Das Experiment wird bis heute heftig kritisiert. 
 
Die Umsetzung auf den Escape Raum, der in einer ehemaligen Zeche in Dorsten konzipiert und umgesetzt wurde, steht im Schatten des atomaren Krieges. Auf ihrer Homepage beschreiben es die Entwickler des Raumes wie folgt: „Die Welt ist im Krieg. Großmächte bedienen sich biologischer und nuklearer Waffen, um die Oberhand zu gewinnen. Eine Atomrakete befindet sich auf dem Weg Richtung Ruhrgebiet. Die radioaktive Oberflächenstrahlung ist dann zu hoch, um die nächsten Tage an der Oberfläche zu bleiben. 
Im Chaos entsteht eine neue Ordnung „Die Auslese“. Einflussreiche und wohlhabende Menschen werden selektiert und erhalten Schutz unter Tage. Unter Tage ist ein autarkes Überleben für die Auserwählten möglich. Schutzsuchende werden gewaltsam abgewehrt und eingesperrt. Wir geben ihnen nur eine Aufgabe, überleben Sie!“
 
Also insgesamt eine recht spannende Ausgangslage. Einen ersten Pluspunkt für ihr Konzept erhalten die Verantwortlichen für ihr hohes Maß an Flexibilität. Je nach Alter der „Probanden“, also der Spieler*innen, wird der Grad an Immersion und Intensität verändert. Während bei unserem Spiel aufgrund unseres 10jährigen Mitspielers die Intensität recht weiter runtergeschraubt wurde und die beiden Wärter amüsant und unterhaltsam daherkamen und weitgehend auf laute Rufe, Geräusche und Schockeffekte verzichteten, ist es bei Junggesellenabschieden, vertrauensbildenden Maßnahmen etc. möglich, auf hohe Intensität, schockierende Momente etc. zu setzen, um so die Immersion noch stärker zu verdichten. 
GeheimdepotDorstenWaerterjpgBevor wir in den Raum geführt wurden, gab es einige Instruktionen, die mit einer großen Portion Humor ausgeschmückt wurden und uns mit einbanden. Dann ging es in die einzelnen Zellen, in die wir eingesperrt und durch ein kurzes, gut gemachtes Video ins Spiel eingeführt wurden. Im Anschluss musste jeder für sich diverse Rätsel lösen, die in ganz klassischer Escape Room-Art der ersten Generation (Schlüssel-Schloss-Prinzip) gelöst wurden. So war jeder zunächst einmal auf sich fixiert und konnte sich auf sein eigenes Vorankommen fokussieren. Im Anschluss startete der zweite Teil, welcher im Teamraum stattfand. Hier gab es einfachere und kompliziertere Rätsel, die stark auf Kommunikation und gemeinschaftliche Interaktion setzten. So mussten unter anderem die beiden Wärter abgelenkt werden, während ein Teil des Teams Rätsel lösen konnte, ein anderer Teil jedoch auf den Bänken verharren musste. Hierdurch hatten die beiden Spielleiter immer die gesamte Gruppe im Blick. Mehr wollen wir euch jedoch nicht verraten, um nichts vom Erlebnis, der Story oder auch den Rätseln zu verraten. 
Wie schon beim „Kammerflimmern“ wurde das Erlebnis von den Teammitgliedern recht unterschiedlich bewertet und aufgenommen. Einig waren wir uns jedoch, dass vor allem die hervorragende schauspielerische Leistung der beiden Wächter / Spielleiter erneut rundum überzeugen konnte. Die Art, mit der sie in ihre Rollen schlüpfen, gehört zur oberen Liga und ist ganz große Unterhaltung!
Bei der Qualität und Umsetzung der Rätsel zeigten sie, wie gut man mit recht einfachen Mitteln Abwechslung und Spaß erzeugen kann, wenngleich ein bis zwei Rätsel etwas in die Irre führten. Aber auch hier schafften es die beiden, mit gut in die Story und die Szenerie eingebauten Tipps und Hilfestellungen uns weiterzubringen. Da die Räume sehr gut inszeniert und in die Story mit integriert waren, kam auch hier nicht das Gefühl auf, sich in einem typischen Rätselraum zu befinden. 
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.
 
Zusammensetzung der Gesamtbewertung:
Immersion / Atmosphäre: 8
Story: 8
Rätsel: 8
8Gamemaster / Hilfestellungen: 10
Ausstattung des Raumes: 8
Spielspaß: 8
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich beim Team vom „Geheimdepot“ für die nette Betreuung und die freundliche Unterstützung.
 
Text: M. Heiland, C. Heiland
 

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