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App-Test: GoodNotes 4 für iPhone und iPad

GoodNotes4Ihr seid Schüler, Student, Referendar, Lehrer oder habt sonst eine Menge Papierkram? Dann kennt ihr das Problem: Ihr müsst unzählige Mitschriften anfertigen, erhaltet viele Zettel, die ihr irgendwo abheften müsst, bekommt unter Umständen Arbeitsblätter, die ihr im Laufe eines Schuljahres sammelt. Dann stellt sich immer die Fragen: Wie verwaltet man den Zettel-Wust, sodass man ihn auch schnell wiederfinden kann? Wie sorgt man dafür, dass die Zettel nicht unnötig zerknickt werden und schon nach kürzester Zeit Eselsohren haben und natürlich DIE Frage schlechthin: Wie lässt sich das Gewicht der Zettelsammlungen reduzieren? Auf all diese Fragen haben wir für euch eine Antwort. Denn die App „GoodNotes 4“ ist ein kompletter Notizbuchersatz, der euch den Alltag enorm erleichtert. Zusammen mit dem Apple iPad Pro oder dem neuen iPad 2018, die besonders komfortabel mit dem Apple Pencil zu bedienen sind, ergibt sich ein unschlagbares Duo. Wir haben die App für euch auf dem Prüfstand gehabt.

Das bekommt ihr

Aktuell liegt GoodNotes im iTunes Store in der Version 4 vor. Entwickelt wurde / wird die App von Time Base Technology Limited. Erhältlich isst GoodNotes 4 für Apples iPhone und iPad. Eine Windows- oder Android-Version gibt es hingegen nicht. Das „Kern-Feature“ der App ist die Möglichkeit, von Hand geschriebene Notizen zu erstellen und PDF-Dokumente zu kommentieren. Um dies zu realisieren, bedient sich die Software von GoodNotes einer so genannten „Vector Ink Engine“. Bei der “Vector Ink Engine” handelt es sich um einen von Time Base Technology selbst geschrieben Algorithmus, der die digitale Tinte simuliert und bei allen Handschriftapps das Herzstück ist. Wenn dieser Algorithmus nicht vernünftig umgesetzt ist, fühlt sich das Schreiben nicht natürlich an.

Über iCloud Sync können die von euch erstellten Dokumente automatisch zwischen iPhone und iPad synchronisiert werden, wodurch ihr quasi auf dem einen Gerät beginnen, die Notizen dann auf dem anderen Gerät weiterführen könnt. Leider wird der Mac nicht unmittelbar über die App unterstützt. Die von euch verfassten Notizen können über die App auch durchsucht werden. Doch damit nicht genug: Die von euch erstellten Notizbücher können mit Bildern versehen, in verschiedenen GoodNotes4Bild1Papiervorlagen und Sorten gestaltet werden, es können Arbeitsblätter mit dem iPad abfotografiert und eingebunden werden (z.B. mit Hilfe von „Scanner Pro“), Texte mittels einer Bluetooth-Tastatur eingegeben und eingebunden werden, Formulare könnt ihr ebenso erstellen, wie auch unterschreiben uvm. Die App unterstützt sogar Dokumente aus Microsoft PowerPoint und Microsoft Word!

GoodNotes 4 im Praxistest

Wenn man mit dem Programm anfängt, bekommt man zunächst einmal eine „blanke“ Seite angezeigt. Dann kann man Hauptkategorien und verschiedenen Unterkategorien erstellen. Um eine gute Übersicht zu erhalten, ist es empfehlenswert, möglichst wenige Hauptkategorien zu erstellen, so z.B. beruflich und privat oder für seine Vorlesungen, Fächer etc. Um Notizen schneller zu finden, könnt ihr Lesezeichen anlegen. Um die Notizbücher schnell zu erkennen, bietet euch GoodNotes 4 verschiedene Einbände und die Option, sie zu beschriften bzw. mit einem Namen zu versehen. Mittels Pencil, per Tastatur-Eingabe oder über eine Bluetooth-Tastatur könnt ihr dann Notizen eingeben. Das System erkennt eure Handschrift sehr gut. Toll: Linkshänder sind zu keiner Zeit im Nachteil, da es eine Handballenerkennung gibt. Ein weiterer Vorteil bei GoodNotes ist, dass Linien oder andere „leichtere“ geometrische Figuren, welche ihr von Hand gezeichnet habt, vom Programm erkannt und „begradigt“ werden. Eure Notizen könnt ihr selbstverständlich weiterschicken, in die Dropbox laden, ausdrucken usw. Das Bearbeiten von PDF-Dateien funktioniert ebenfalls sehr gut. So ist es möglich, Tests zu korrigieren, Anmerkungen zu machen oder Sätze anhand der integrierten „virtuellen Stifte“ zu markieren. Habt ihr mal einen Fehler gemacht, ist es möglich, mittels der „Radiergummi“-Funktion den Fehler rückgängig zu machen. Mithilfe der „Lasso“-Funktion verschiebt ihr in Windeseile Textteile an jeden gewünschten Platz im Dokument. Wollt ihr zum Beispiel eine Unterrichtsstunde mit einem von Schülern angefertigten Dokument halten, könnt ihr das Dokument vom Schüler abfotografieren, an die Wand projizieren und einzelne Aspekte mittels „Lupe“-Tool vergrößern, kommentieren und markieren. Oder ihr fotografiert ein Standbild, welches die Schüler vorführen, fügt es in euer Notizbuch ein und stellt es in der nächsten Stunde zur Stundeneröffnung vor. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Wie bereits erwähnt, lassen sich auch Dokumente fotografieren und einfügen. Dies ist beispielsweise dann besonders genial, wenn ihr Zettel für einen Elternsprechtag, eine Lehrerkonferenz oder eine Klassenfahrt bekommt. Wie schnell sind diese im Wust der alltäglich anfallenden Unterlagen verschütt gegangen? Mit GoodNotes 4 habt ihr sie immer zur Hand und könnt sie jederzeit auf Wunsch ergänzen und bearbeiten. Klasse! Auch das Vorbereiten von Unterrichtsstunden oder Meetings funktioniert sehr gut. Veränderungen jeglicher Art werden übrigens von GoodNotes 4 automatisch gespeichert, können aber auch zurückgenommen werden. Ein besonderes Feature ist der so genannte „Präsentationsmodus“. Hier könnt ihr die Bedienoberfläche komplett ausblenden, um das Dokument bzw. die Notiz den Lernenden zu zeigen. So dient die App gleichzeitig als eine Art Whiteboard für Präsentationen.

Nachteile von GoodNotes 4?

Bei all den Vorteilen, welche die App mit sich bringt, fragt man sich natürlich auch, wo die Schwachstellen liegen. Zugegeben finden sich nicht viele (was auch für die hohe Qualität des Programms spricht). Dennoch sind ein paar kleinere Schwächen vorhanden, die eine Folgeversion beheben könnte. So können nicht sämtliche Dateiendungen bearbeitet werden und das Weiterarbeiten am Mac ist nicht ohne Umwege realisierbar. Denn hier müsst ihr euch abermals die App als „Begleit“-App für erneut 8,99 Euro kaufen. Integriert ist die Mac-Version leider nicht im Kauf der iPhone / iPad-Version. Dass sich das Schreiben auf dem iPad immer ein wenig anfühlt, als würde man auf Glas schreiben, ist hingegen keine Schwäche der App, sondern des iPad als solches. Abhilfe schaffen kann allerdings hier – so verspricht es der Hersteller – ein „Screenprotector“, der ein Gefühl entstehen lassen soll, als würde man tatsächlich auf Papier schreiben. Leider gibt es den Protector derzeit ausschließlich für Apples iPad Pro und noch nicht für das iPad 2018.

Die Umwandlung von handschriftlichen Notizen in „Maschinenschrift“ funktioniert überwiegend gut, kann aber (gerade bei schlecht entzifferbarer Schrift) doch zu Fehlern bei der Erkennung neigen. Dies lässt sich jedoch relativ rasch mittels der iPad-Tastatur oder einer Bluetooth-Tastatur korrigieren. Für Einsteiger ist es ein wenig schwer, alle Besonderheiten des Programms direkt zu erkennen. Doch dafür gibt es einerseits ein Handbuch, welches ihr von der Homepage von GoodNotes 4 laden könnt, sowie zahlreiche gute Tutorials zum Programm im Netz.

Fazit: GoodNotes 4 ist ein leistungsstarkes Tool für alle Schüler, Studenten, Referendare, Lehrer und all diejenigen, die in ihrem beruflichen Alltag viele Notizen machen müssen. Hat man sich einmal in die Bedienung und die Eigenheiten des Programms eingearbeitet und die Strukturen verstanden, klappt der Workflow mit der 9App hervorragend. Die wenigen Schwächen, die Version 4 aktuell noch bietet, dürften mit dem Nachfolger mit Sicherheit ausgemerzt werden. Von uns gibt es eine ganz klare Kaufempfehlung für diese tolle App.

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Time Base Technology für den zur Verfügung gestellten Review-Code.

L. Zimmermann

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