Vampire: The Masquerade - Swansong | Review (PS5)

| Marc Heiland | Konsolen
VampireAls „Schwanengesang“ bezeichnet man bekanntlich das letzte Werk eines Künstlers. Beim neu erschienenen „Vampire: The Masquerade – Swansong“ wollen wir nicht hoffen, dass es der Schwanengesang auf die Reihe ist. Doch nach den unzähligen Verschiebungen des neuen Hauptteils aus dem Vampire-Universum und auch den Verschiebungen von „Swansong“ sind wir uns da nicht mehr so sicher. Denn während viele Pressevertreter das Spiel durchaus stellenweise in den höchsten Tönen loben, sind wir etwas verhaltener unterwegs. Warum dem so ist, erfahrt ihr in unserer Review.  
 
Boston – Zentrum der Vampire
Spielten Geschichten rund um die untoten Blutsauger früher noch im Osten, und da vor allem in Transsylvanien, haben sich die Vampire in Büchern, Filmen und Videospielen in allen Ländern breit gemacht. Im „Vampire: Die Maskerade“ (so der deutsche Titel) Universum, das auf dem beliebten Pen and Paper-Rollenspiel basiert, geht es vor allem um die Struktur des „Erzählrollenspiels“, was wir bei „Swansong“ auch in bester Weise geboten bekommen. Im Mittelpunkt steht dieses Mal die Stadt Boston, wo Prinz Hazel Iversen der die Herrschaft übernommen hat und ausbaut. Oberstes Ziel (neben der Regentschaft über Boston und die rivalisierenden Vampire) ist es natürlich, die Maskerade weiterzuführen, mit der die Vampire die Menschen vor ihrer Existenz täuschen. Dummerweise sind viele Vampire eher mit ihrer Dekadenz beschäftigt, als mit ihren eigentlichen Aufgaben. Und so kommt es, wie es kommen muss: Auf einer Feier kommt es zu einem zünftigen Blutbad und alles gerät ins Chaos. 
 
Um das wieder zu bereinigen, schlüpft ihr in die Rolle von drei Vampiren, die über individuelle Fähigkeiten verfügen. Diese müsst ihr geschickt nutzen, um Rätsel zu lösen. Denn „Swansong“ ist kein Actionspiel oder gar ein Shooter, sondern ein storygetriebenes Detektivspiel. Habt ihr einen Bereich gelöst, erhaltet ihr Erfahrungspunkte, die ihr sinnvoll im Skilltree investiert, um neue Fähigkeiten freizuschalten. Neben den Rätseln müsst ihr Dialoge „bestehen“, was nicht immer so einfach ist, wie es klingt. Das Besondere: Eure Handlungen und Gespräche führen zu anderen Gesprächsabfolgen und Handlungen, die wiederum Auswirkungen auf mögliche Storywendungen haben. Nur dann, wenn ihr eure Arbeit perfekt erledigt, Gespräche bestmöglich absolviert, ohne eure Tarnung auffliegen zu lassen und die Rätsel löst, werdet ihr alle Geheimnisse von „Swansong“ lösen. Denn wer seine Missionen nicht exakt löst, kann an der einen oder anderen Stelle unter Umständen nicht weiterkommen. Klingt komplizierter als es in der Praxis ist. Dadurch, und durch die unterschiedlichen Handlungsstränge, ergibt sich aber auch ein hoher Wiederspielwert. 
 
Grafisch hinter seinen Möglichkeiten zurück
Spielerisch macht „Swansong“ vieles richtig. Doch die Präsentation hinkt vergleichbaren „Next Gen“-Titeln der Xbox Series-Familie und der PS5 deutlich hinterher. Vor allem die Charaktermodelle, ihre Gestik und Mimik, sind nicht mehr up to date. Auch die englische Sprachausgabe (für und gibt es leider nur Untertitel) könnte sich auf einem höheren Niveau befinden. Ein Wort noch zum Support des DualSense-Controllers der PS5: Dieser wird leider nicht vollends genutzt, was in Anbetracht der adaptiven Trigger für das haptische Feedback bei einem Detektiv-Adventure einen großen Mehrwert geboten hätte. 
 
7Fazit: „Vampire: The Masquerade – Swansong“ macht vieles richtig und ist für Fans durchaus ein Grund, wieder in die „World of Darkness“ zurückzukehren. Dass man hier auf klassische Detektivarbeit setzt, ist ein anderer Weg, der durchaus unterhalten kann. Dass es auch die Möglichkeit gibt zu scheitern und neue Handlungs- und Gesprächsoptionen zu beschreiten, gibt dem Spiel einen hohen Wiederspielwert. Einzig in Punkto Grafik und beim Sound enttäuscht das Spiel. 
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei     für das zur Verfügung gestellte Testexemplar.
 
L. Zimmermann
 

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