Let’s Get Fit | Review (Nintendo Switch)

| Marc Heiland | Konsolen
LetsGetFitSportspiele und Nintendo-Konsolen. Das ist eine nahezu perfekte Symbiose für die Familienkonsolen aus dem Hause Nintendo, die schon seit vielen Jahren funktioniert. Nachdem der Switch bereits verschiedene Sportspiele (wie das äußerst beliebte Ring Fit Adventure) spendiert wurden, die euch ordentlich ins Schwitzen bringen, hat Entwickler Voxler und Ravenscourt mit „Let’s Get Fit“ ein weiteres Sportspiel für die Switch veröffentlicht. Wir haben uns den Titel einmal genauer angeschaut.
Fitness für Daheim
Nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie bleiben viele Sportive eher finanziell bescheiden, und meiden teure Fitnessstudios. Denn es geht auch anders, um sich sportlich fit zu halten. Ein Beispiel hierfür ist „Let’s Get Fit“. Dabei macht sich der Titel die Bewegungssteuerung der Joy-Cons zunutze, welche mit einem mitgelieferten Arm- und Beingurt besonders gut am Körper sitzen und das Erkennen eurer Bewegungen weiter optimieren (sollen). 
 
Was schnell zu erkennen ist, ist, dass der Titel nicht auf das „Nintendo-typische“ kindliche Design und Flair setzt. Stattdessen wirkt alles ein wenig sachlicher. Manche mögen das dröge nennen, andere werden es zu schätzen wissen, dass der Bildschirm bei diesem Spiel mal zur Abwechslung nicht vor lauter Farben, Effekte und Niedlichkeit überquillt. Außer den Übungen, die euch in gewisser Weise fit machen (sollen), bietet das Spiel rein gar nichts. Daher ist auch der Begriff des „Spiels“ im Grunde genommen etwas irreführend. Dafür bietet euch „Let’s Get Fit“ Statistiken zu euren Trainings. Ein wenig Motivation entnimmt der Titel aus verschiedenen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Das kann durchaus Spaß machen, wird aber eben genauso trocken präsentiert, wie der Rest. Die Grafik und der Sound fallen in die Kategorie „zweckdienlich“ und reißen keine Bäume aus. Immerhin ist die Optik – wie bereits erwähnt – alles andere als quietschbunt, was vor allem denjenigen unter euch entgegenkommen dürfte, die der typischen Switch-Spieleoptik schon lange überdrüssig sind. 
 
Abwechslungsreiche Trainings
Die Workouts sind vielseitig und bieten nahezu für jede Körperpartie und für jeden Trainingstyp vielseitige Übungen. Geleitet werden die Trainings von insgesamt vier Trainerinnen und Trainern, die euch virtuell unterstützen. Bei den Workouts könnt ihr aus einem festen Pool von Aufwärmübungen, Kardiosequenzen, Ausdauersessions oder auch Übungen für den Kraftbereich auswählen. Viele dieser Übungen sind euch mit Sicherheit schon bekannt, werden aber auch gut erklärt, sodass auch Anfängern schnell klar wird, was bei der jeweiligen Übung zu tun ist. Wer möchte, kann seine Übungen / Workouts auch in einem 30-Tage-Plan ausführen, wobei jeden Tag ein festes Pensum zu absolvieren ist. Bauch-Beine-Po, wohl das beliebteste Training für Frauen, ist dabei ebenso möglich, wie andere „Problemzonen“ zu trainieren. Natürlich könnt ihr auch eigene Workouts zusammenstellen lassen. Der Haken hierbei ist, dass ihr nicht nach Belieben alle Trainings miteinander kombinieren und individuell nach euren Bedürfnissen bis ins kleinste Detail verändern und anpassen könnt. Lediglich die Dauer eures Trainings bzw. der einzelnen Übungen und die Intensität können variabel eingestellt werden. Was gelungen ist, ist die Möglichkeit, im Alltag stark belastete Bereiche auszulassen. 
 
Wie gut ist die Erkennung eurer Bewegungen?
Diese Frage ist besonders wichtig, da hiermit die Qualität eines Fitness-Titels steht und fällt. Zu oft lassen sich die Workouts austricksen, sodass ihr auf dem Sofa rumlümmeln könnt statt ordentlich trainieren zu müssen. Allerdings denke ich, dass sich niemand solch einen Titel zulegt, wenn er dann nicht dazu bereit ist, das Spiel auch ernst zu nehmen. Die Bewegungserkennung von „Let’s Get Fit“ funktioniert sehr gut. Die einzelnen Bewegungsabläufe werden von der Switch sehr gut und nur selten mit Fehlern erkannt und entsprechend bewertet. Die Gurte bringen einen klarenMehrwert, da ihr dann die Hände frei habt. Und trotzdem haben wir bei „Let’s Get Fit“ einen wichtigen Punkt zu kritisieren. Die Übungen werden viel zu schnell von den Trainerinnen und Trainern durchgeführt. Jeder Fitnesstrainer (und nebenbei auch jeder gute Arzt) sagt ganz klar, dass es wichtig ist, Trainings langsam anzugehen, Übungen ordentlich („sauber“) auszuführen und auf die exakte Ausführung und Atmung zu achten. All das ist bei diesem Spiel nicht möglich, da das Tempo der einzelnen Übungen zu hoch angesetzt wurde. Dieses „Durchrasen“ durch die einzelnen Workouts kann nicht zum gewünschten Erfolg führen. Ebenfalls fragwürdig sind die fehlenden Kommandos zwischen den einzelnen Phasen bzw. die fehlenden akustischen Signale. Da gibt es manch brauchbare Fitness-App, die so etwas besser umsetzt. Die Motivation durch die Trainerinnen und Trainer hält sich ebenfalls in Grenzen und macht hier und dort überhaupt keinen Sinn. Sinnfrei sind auch die Angaben der scheinbar verbrannten Kalorien, die eher aus der Luft gegriffen als auch nur ansatzweise nachvollziehbar und realistisch sind. 
 
6Fazit: „Let’s Get Fit“ kann vom Grundgerüst her überzeugen, macht aber in einigen entscheidenden Bereichen zu große Fehler. Auch die Motivation lässt oft zu wünschen übrig. Daher können wir das „Spiel“ nur bedingt bzw. nur denjenigen empfehlen, die ausreichend Erfahrungen mit Fitnessübungen und Workouts gemacht haben. Andererseits gibt es da (gerade im Tablet-Bereich) viele bessere Apps, die motivierender sind, bessere Signale zwischen den einzelnen Phasen setzen und auch realistischere Kalorienzählungen vornehmen.
 
Die inn-joy Redaktion vergib 6 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Ravenscourt für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.
 
L. Zimmermann

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