Kosmopoli:t | Brettspiel-Rezension

| Marc Heiland | Sonstiges
KosmopolitSchaut man im Lexikon unter dem Eintrag „Kosmopolit“ nach, so findet man folgende Erklärung: „Kosmopolit m. ‘freier, weltweit (über die nationalen Grenzen hinaus) denkender Mensch, der sich der gesamten Menschheit verpflichtet fühlt’, daher ‘Weltbürger’. Bei „kosmopolitischen Restaurants“ verhält es sich so, dass dort Einflüsse verschiedener Länder und deren landestypischer Küchen bzw. Gerichte und Gewürze zu finden sind.  
Diese Idee der kosmopolitischen Küche hat das Partyspiel „kosmopoli:t“ aufgegriffen. Was das Besondere an dem Spiel ist, erfahrt ihr im Test. Für die deutsche Version zeichnet der „HUCH!“-Verlag verantwortlich, die uns auch das Testexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben. 
 
Global und doch europäisch
„Kosmopoli:t“ ist schon einige Zeit auf dem Markt. Warum wir es dennoch erst jetzt vorstellen, hat eine einfach Erklärung. Das ursprünglich aus Frankreich stammende und dort erstmals veröffentlichte Spiel wurde erst vor Kurzem ins Deutsche übersetzt. Das tut dem Ganzen keinerlei Abbruch – im Gegenteil. Denn die Vorfreude auf dieses Spiel wuchs mit jeder Woche seit der Ankündigung bei uns.
Von den Entwicklern angedacht ist das Spiel für eine Zielgruppe ab 10 Jahren. Gespielt werden kann es mit 4-8 Spielerinnen und Spielern. Als Spielzeit werden sechs Minuten angegeben. Ihr seht: „Kosmopoli:t“ ist ein Spiel, bei dem ihr unter Zeitdruck agieren müsst. 
 
Die Spielidee ist es, jeden Gast gleichermaßen optimal zu bedienen. Die Problematik dahinter ist jedoch, dass sämtliche Gäste in ihrer Heimatsprache und ihren Dialekten bestellen. Sprachliche Barrieren und ein gewisses Chaos sind also bereits vor Beginn des eigentlichen Spiels vorprogrammiert, machen aber auch den Reiz des Spiels aus. 
Um das Spiel überhaupt spielen zu können, benötigt ihr zwingend ein Smartphone oder ein Tablet, einen Kopfhörer und einen Stift. In der Spielbox enthalten sind 165 Karten, ein Notizblock, eine Anleitung sowie ein sprachwissenschaftliches Begleitheft. 
Der Ablauf des Spiels vollzieht sich stets in drei Schritten: Die Bestellung wird euch über das Smartphone oder Tablet, auf dem ihr die „Kosmopoli:t“-App installiert, aufgegeben. Diese müsst ihr in der Sprache des Gastes aufnehmen und wiederholen, damit eure Köche sie auch verstehen und in die richtige Kreation umsetzen können. Im dritten Schritt heißt es, die richtige Bestellung auf einer der Karten zu finden und sie dem Gast zu servieren. 
 
Die kostenlose App gibt euch die Tische vor, an denen die Besucher Platz nehmen. Dann studiert der Gast die Speisekarte und ihr (in der Rolle des Kellners oder der Kellnerin) müsst der Bestellung genau lauschen. Von da an geht die Herausforderung los. Denn nicht nur die Gerichte sollen möglichst flott beim hungrigen Gast ankommen; es warten auch weitere Gäste, die prompt bedient werden wollen. Um das möglichst erfolgreich zu organisieren, gibt es den Oberkellner, der mit sich auf seinem Notizblock entsprechende Informationen macht, die ihm die Kellnerin zuruft. Weil der Oberkellner jedoch nichts lesen kann, muss er gut zuhören, um die möglichst richtigen Informationen an die Küche weiterzugeben. Dort werden die richtigen Karten aus Asien, Afrika, Europa, Amerika, Ozeanien und „Dialektregionen“ aus Deutschland, der Schweiz und Österreich herausgesucht. Bei richtigen Rezepten erhaltet ihr Punkte, bei zu häufigen Nachfragen an den Gast werden euch Punkte abgezogen. Die App verwaltet dann die Punkte und gibt Feedback, ob mit den Bestellungen auch alles korrekt umgesetzt wurde. Das Ganze spielt ihr dann – wie bereits erwähnt – gegen die Zeit. Je länger das Spiel dauert, desto komplexer wird es. Ab und an schaut auch ein Restaurantkritiker vorbei, der sich nicht zu erkennen gibt und den es ebenso perfekt zu bedienen gilt, wie „Otto Normalgast“
 
9Fazit: Mit „Kosmopoli:t“ hat „HUCH!“ ein tolles, abwechslungsreiches, aber auch ziemlich stressiges Spiel herausgebracht, das wir euch ganz klar empfehlen können. Wir empfehlen, das Spiel mit sechs Spielerinnen oder Spielern zu spielen, da hier die optimale Verteilung zwischen Kellnern und Küche vorhanden ist. 
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich beim HUCH!-Verlag für das zur Verfügung gestellte Testexemplar.
 
L. Zimmermann

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