Adventure Games: Das Verlies

| Marc Heiland | Sonstiges

AdventureGamesDasVerliesIhr erwacht in einem dunklen Kerker. „Wie seid ihr hier gelandet?“ fragt ihr euch. Doch so sehr ihr euch auch anstrengt stellt ihr fest, dass eure gesamte Erinnerung an die Vergangenheit wie weggefegt ist. Nun heißt es: Entkomme dem Verlies!

 
Eine "rätselhafte" Geschichte
Nachdem wir privat bereits erste Eindrücke der Abenteuerserie aus dem Hause Kosmos mit dem Spiel „Adventure Games: Die Vulkaninsel“ sammeln konnten und von der umfangreichen Handlung begeistert waren, hat uns Kosmos nun „Adventure Games: Das Verlies“ für diesen Test zur Verfügung gestellt. Da einige von euch die Reihe noch nicht kennen, werden wir zunächst einige grundlegende Worte zum Spielprinzip verlieren.
 
Im Grunde genommen sind die „Adventure Games“ eine Mischung aus storybasiertem Escape Spiel mit zahlreichen Entscheidungsmöglichkeiten und Rätseln, das komplett auf Karten als Handlungsort(e) setzt. Um in der Geschichte voranzukommen, müsst ihr die Orte auskundschaften, Entscheidungen treffen, Gegenstände kombinieren und Gesprächen aufmerksam lauschen. Veteranen alter Adventure Games Tage dürfte das Spielprinzip von legendären PC-Spielen wie „Monkey Island“, „Day of the Tentacle“ oder auch „Zack Mc Kracken“ bekannt vorkommen. Und in der Tat baut die Reihe auf diesem System auf, verlagert es jedoch aus der virtuellen Welt in ein Kartenspiel. 
 
In „Adventure Games: Das Verlies“ müsst ihr euch also aus einem Verlies befreien. Dazu stehen euch insgesamt 18 unterschiedliche Raum-Tafeln zur Verfügung, die nach und nach aufgedeckt werden sowie 109 Karten, die jedoch nicht alle zum Einsatz kommen müssen. Welche das sind und welche Folgen der Einsatz der Karten haben wird, hängt von euren Entscheidungen und eurer Spielweise ab. Die Geschichte ist sowohl im Abenteuerbuch als auch über die kostenlose App zu finden. Wir raten euch jedoch zur App, da ihr so freier spielen könnt und auch vom ständigen Lesen entlastet seid. 
 
Gespielt werden kann „Das Verlies“ mit maximal vier Spielern, da im Set vier Spielfiguren enthalten sind. Als empfohlenes Alter für das Spiel wird 12 Jahre angegeben. Wir haben mit unserem 10jährigen Sohn gespielt und müssen sagen, dass es auch in dem Alter schon gut funktioniert.
 
Das Spiel ist unterteilt in insgesamt drei Kapitel. Pro Kapitel wird eine Spielzeit von 90 Minuten angegeben. Selbstverständlich könnt ihr auch jederzeit das Spiel unterbrechen und später weiterspielen. Wer die App nutzt, kann das über die Speicherfunktion bequem lösen. Allerdings empfehlen wir euch, ein Foto von eurem Spiel zum Zeitpunkt der Unterbrechung zu machen, da anderenfalls der Start ins Abenteuer etwas komplizierter werden kann, da man wissen muss, wo welche Karten platziert werden müssen, welche Karten bereits offen lagen und wo die Spielfiguren standen etc. Je länger ihr spielt, desto komplexer wird der Spielaufbau. Allerdings werdet ihr vom Spiel auch immer wieder aufgefordert, Schauplätze wegzunehmen und genutzte Gegenstände in die Spielschachtel zu legen. Das ganz große (Platz-) Chaos wird so also geschickt vermieden.
 
Doch wie wisst ihr nun, bzw. wie weiß die App nun, wo ihr weitermachen müsst? Die Antwort ist recht einfach: Auf jedem Ort befinden sich mehrere dreistellige Zahlencodes. Wollt ihr also nun etwas untersuchen, lest ihr an der dem Code entsprechenden Stelle weiter. Das ist die Hauptaufgabe. Dann kann es zu Ereignissen kommen, nach denen sich die Zahlencodes durch Erweiterung verändern (addiert 40 hinzu). Ein wenig anstrengend wird es dann, wenn es nicht immer zu 100% klar ist, was zu tun ist und es ins Raten ausartet oder das Spiel euch mehrere Gegenstandskarten vorgibt, die aufgenommen werden sollen. Auch ist das Kombinieren – selbst wenn es logisch ist – nicht immer möglich. An einigen Stellen kamen wir nicht weiter und mussten stumpf durchprobieren, was nun genau geht und was man wie mit welchem Gegenstand kombinieren könnte. Diese Schwäche hatte auch schon „Die Vulkaninsel“. Hier bleiben die Entwickler exakt bei den PC-Vorbildern, wo ebenfalls oftmals unklar war, was nun miteinander zu kombinieren ist und nicht immer das Naheliegende auch vom Spiel vorgesehen war. 
 
Nach jedem der insgesamt drei Kapitel erhaltet ihr vom Spiel eine Zwischenwertung. Eine Tabelle zeigt euch dann (am Ende) wie gut ihr wart). Die Story von „Das Verlies“ ist leider ein wenig durchschnittlich geraten und in einigen späteren Momenten hatten wir das Gefühl, den Entwicklern geht selbst die Kreativität bei der Erzählung der Geschichte aus. Besser machte das „Die Vulkaninsel“. Immerhin reißt hier der gute Erzähler in der App-Version einiges raus. Daher empfehlen wir euch auch, die Kosmos-App zu nutzen. 
 
Schade ist auch, dass mögliche falsche Entscheidungen nicht immer klar ist und die Konsequenzen nicht vorausschaubar. Da auch der Zeitdruck (im Vergleich zu Escape Room-Spielen) nicht so stark vorhanden ist, kann das für einige Spieler*innen ein Problem beim Spannungsaufbau sein. Klar: Das Spielkonzept ist ein vollkommen anderes und hier setzt man auf ein Abenteuer. Doch gerade Anfänger, die möglicherweise nicht mit den angestrebten 90 Minuten pro Kapitel hinkommen, dürften irgendwann überfordert sein. Immerhin hilft euch das Abenteuerbuch / die App bei den Rätseln und auch die Lösungen werden genannt.
 
Fazit: Im Vergleich mit „Die Vulkaninsel“ ist die Story hier schwächer und dem Spiel geht nach hinten hin die Luft ein wenig aus. Wer sich kein Foto machen kann, wird aufgrund der Menge der 7Karten möglicherweise etwas überfordert. Dennoch macht es Spaß, sich durch die Orte zu rätseln, Gespräche zu führen, Gegenstände zu kombinieren etc. 
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Kosmos für das zur Verfügung gestellte Testmuster.
 
L. Zimmermann
 

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