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Das letzte Geständnis des Raphael Ignatius Phoenix

RIPWas haben ein Kürbis, die Reißleine eines Heißluftballons, ein Safe, eine Sahnetorte und ein Katapult gemeinsam? Sie dienen Raphael Ignatius Phoenix als zufällige (wirklich ganz unbeabsichtigte) Mordwerkzeuge. 10 Tage vor seinem 100. Geburtstag beschließt er, seinem Leben ein Ende zu setzen. Aber nicht ohne zuvor all seine Morde – 10 an der Zahl – an die Wände seines hochherrschaftlichen Schlosses zu schreiben.

Rezension: „Das letzte Geständnis des Raphael Ignatius Phoenix“ von Paul Sussman ist für mich eines der Überraschungsbücher des Literatursommers 2016. Denn neben diversen „Blockbustern“, die sich mit viel PR-Getöse in die Bestseller-Listen geputscht haben, ist dieser Roman beinahe still und heimlich – und für viele Leserinnen und Leser bestimmt unter dem Radar – im Buchhandel erschienen. 

Im Mittelpunkt des Romans steht der fast 100jährige Raphael Ignatius Phoenix, der in doppelter Hinsicht eine ganz außergewöhnliche Figur ist. Zum einen, da seine Initialen RIP (rest in peace, also „Ruhe in Frieden“) bedeuten. Zum anderen, da er – ähnlich dem Phönix in der Sage – nach jedem seiner zahlreichen Morde wieder „aufersteht“. Gerettet wird er immer durch seine angebetete Emily, einer goldgelockten und in den Augen von Phoenix scheinbar nicht alternde Frau, die gerade dann, wenn es für RIP aussichtslos scheint, ihn aus der Misere rettet. 

Doch nun, wo er seinem eigenen Leben ein Ende setzen will (hierfür hütet er seit seiner frühsten Kindheit eine Gifttablette wie seinen Augapfel) schreibt er sich alles von der Seele. Auf die Wände seines Schlosses kritzelt er seine Verbrechen, die Wege, wie er seinen Opfern begegnete, bei ihnen lebte und es dann schlussendlich zum meist tragischen und spektakulären Ableben der Opfer kam und wie es dann für ihn weiterging bzw. die Morde scheinbar aufgeklärt wurden.

So lernen wir durch die Augen des alten Greises chronologisch in rückwärts gerichteter Weise, ihn Stück für Stück besser kennen. Dennoch bleibt er uns in gewisser Weise – gerade durch seine extreme Lebens- und Mordweise – immer fremd. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Phoenix von all seinen Morden rein kopfgesteuert und nahezu vollkommen emotionslos berichtet. 

Wer auf den typisch britischen und sarkastisch-zynischen Humor steht, der wird diese Geschichte lieben. Man verschlingt die Story, die einerseits vollkommen übertrieben und abgedreht, andererseits jedoch mit einem gewissen Maß an Realismus daher kommt und mag das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen, bis es zum Finale kommt. 

10Fazit: „Das letzte Geständnis des Raphael Ignatius Phoenix“ ist ein fantastischer, rabenschwarzer und genial geschriebener Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite zu unterhalten weiß. Schade, dass sein Verfasser aufgrund seines plötzlichen Todes 2012 diesen Erfolg nicht mehr genießen kann. Von uns gibt es für diesen Roman eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Die inn-joy Redaktion vergibt 10 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich beim Verlag Droemer Taschenbuch für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Titel: Das letzte Geständnis des Raphael Ignatius Phoenix

Autor: Paul Sussman

Verlag: Droemer TB (1. Juni 2016)

ISBN-10: 3426304392

ISBN-13: 978-3426304396

U. Sperling

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