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Einmal um die Kaffeewelt mit der "Kaffeereise" vom Café Plaisir (Testvorstellung)

CafePlaisirKaffeereiseEinmal um die Welt. Das geht nicht nur in Sachen Reisevergnügen, sondern auch kulinarisch. Dies beweisen uns unsere Freunde vom „Café Plaisir“ aus Saarlouis mit ihrer „Kaffeereise“-Kiste. In dieser befinden sich acht verschiedene Sorten aus aller Herren Länder. Wir durften die Kaffees für euch testen und verraten euch, ob sich das Paket auch lohnt.

In einer Kiste rund um die Welt...

Die Idee hinter der Kaffeekiste, so Carsten Schäfer, Inhaber von Café Plaisir, ist es, euch unterschiedliche Kaffee-Sorten aus der ganzen Welt anzubieten. Natürlich werden die acht Spezialitäten nicht ganz schnöde in einem Paket zusammengebracht, sondern kommen stilecht in einer alten Schatztruhe daher. Oben auf der wirklich schick nachempfundenen Truhe befinden sich das Logo der Kaffeerösterei Café Plaisir und der Name „Kaffeereise“. Im Innern befinden sich – neben den Kaffee-Sorten – acht limitierte Kaffeekarten zu den jeweiligen Kaffees mit Informationen und schönen Fotos. Für die Naschkatzen unter euch hat Carsten Schäfer noch eine kleine Tüte Schokokaffeebohnen dazu gelegt. Somit ist das Paket ein bunter Querschnitt durch das Portfolio von Café Plaisir zu sehen und ein tolles Geschenk für Kaffeeliebhaber.

Die Kaffee-Sorten in der Vorstellung und im Geschmackstest

Alle Sorten kommen in einer optisch sehr ansprechenden Verpackung mit Vakuumventil daher. Ein klein wenig schade ist, dass die Verpackungen nicht wiederverschließbar sind. Schön: Die Verpackungen haben einen vernünftigen Boden, sodass ihr sie während der Entnahme der gewünschten Kaffee-Portion fest und sicher hinstellen könnt. Die leere Verpackung kann recycelt werden. Auf jeder Verpackung sieht man auf der Vorderseite das Logo des „Café Plaisir“, den Namen der Sorte, Angaben zur Art und der Aufbereitung, dem Tassenprofil und dem MHD.

Weitere wichtige Informationen, wie exakte Angaben zur Herkunft des Kaffees, dem Röstgrad, der Qualität (Zusammensetzung bei einem Blend, Erntejahr, Ernteart, Varietäten, Aufbereitung, Boden und Bewässerung) und Tassenprofil sind den beigelegten Karten zu entnehmen. Darüber hinaus bieten die Karten einen allgemeinen Infotext als „Einleitung“ bzw. zur Entstehung der jeweiligen Sorte und die persönliche Meinung von Carsten Schäfer. Auch wenn natürlich das Erstellen dieser Karten eine finanzielle Investition darstellt, so finde ich persönlich, dass diese Karten künftig immer dabei sein oder die Infos auf die Rückseite der Verpackungen gedruckt werden sollten, da sie wirklich eine erstklassige Übersicht bieten und extrem detailreich sind. Abgesehen von den Infos, sind auch die Bilder ansprechend und machen Lust auf den Kaffee(kauf).

Zubereitung der Testsorten

Gemahlen haben wir die Sorten – wie immer – mit unserer Comandante C40 MK3 Nitro Blade und der Baratza Sette 270W. Zubereitet haben wir die Sorten im Hario V60 Handfilter, in der French Presse, dem Siebträger, im Kaffeevollautomaten, in der SoftBrew-Kanne, im Cafflano für unterwegs, in der Madame Solo und in der AeroPress.

Die Sorten im Überblick und im Geschmackstest

Für die Beschreibung der jeweiligen Sorten haben wir die Informationen, die Carsten Schäfer zur Verfügung gestellt, genutzt. Die Eindrücke entstammen mehrerer „Testläufe“ mit unterschiedlichen Zubereitungsmethoden sowie dreier Redakteure, um einen „guten Schnitt“ zu bekommen.

Der „BIO Kraftstoff – Röstkaffee“

Der erste Kaffee, den wir euch vorstellen möchten, ist der „BIO Kraftstoff“. Diesen haben wir bereits bei unserer Unternehmensvorstellung getestet. Bei dem Blend handelt es sich um eine Mischung aus kolumbianischem und indonesischem Kaffee aus den Regionen Huila und Lake Toba. Beide Kaffees sind reine Arabica und werden handverlesen geerntet. Die Kaffeepflanzen werden in einer Höhe von ca. 1500-1700m angebaut und „washed“ aufbereitet. Die in den Varietäten „Castillo“, „Bourbon“, „Typica“, „Ateng“ und „Bergendal“ vorliegenden Bohnen wurden fair gehandelt, der Kaffee selbst besitzt das BIO-Zertifikat und das Öko-Siegel. Als Tassenprofil werden ein „ausgeprägter Körper, Noten von dunkler Schokolade, ein süßer Abgang und wenig Säure“ genannt.

Unser Eindruck: Geschmacklich kann dieser Kaffee durch seinen ausgeprägten Körper, der vor allem in der Stempelkanne zum Tragen kommt, überzeugen. Die dunkle Schokolade ist hier recht auffällig im Geschmacksprofil, der süßliche Abgang weiß zu gefallen. Dass der Kaffee wenig Säure hat, ist hier kein Problem. Wie alle von uns von Café Plaisir getesteten Sorten (siehe Unternehmensvorstellung) punktet auch der BIO-Kraftstoff mit einem tollen Geschmack. Im Handfilter Hario V60 kommt der Kaffee ein wenig filigraner daher.

CafePlaisirKaffeereiseBild2Die „Saarlouiser Melange“

Bei diesem Blend, den Carsten Schäfer als Jubiläumsmischung zum vierten Geburtstag des Unternehmens kreierte, handelt es sich um einen Blend aus Arabicasorten, die aus Kenia, Indien, Mexico, Costa Rica und Honduras stammen. Alle Herkunftsregionen sind „prominent“ besetzt. Vom „Mount Kenya“ über „Malabar“ bis hin zu „Tarrazu“. Die Sorten wachsen in einer Höhe von etwa 695-1800m, werden per Hand gepflückt und „natural“ bzw. „washed“ aufbereitet. Sie liegen in verschiedenen Varietäten vor.

Unser Eindruck: Wie empfohlen haben wir die Melange in der French Press und dem Vollautomaten zubereitet. Man merkt, dass der Kaffee sehr mild ist. Das wird nicht jedermanns Geschmack sein. Gerade im Vollautomaten neigt der Kaffee fast schon zum „verwässern“, was in der French Press weniger der Fall ist. Die floralen Noten sind als ganz dezente Anklänge zu erkennen, die schokoladigen Beinoten machen sich vor allem in der French Press schön bemerkbar. Die beerigen Säuren geben sich recht spät zu erkennen, umspielen den Gaumen jedoch sehr angenehm.

Der „Kenia AA“

Der dritte „Testkandidat“ im Bunde ist ein Kenia AA, dessen Bohnen aus der Region „Mount Kenya“ stammen. Dort werden sie in einer Höhe von rund 1600-1800m angebaut. Der Hochlandkaffee liegt in den beiden Varietäten „Kent“ und „Bourbon“ vor und wurde „wasehd“ aufbereitet.

Unser Eindruck: Bereits beim Mahlen mit der Handmühle entfalten sich schon die leichten, aber deutlich erkennbaren Zitrusaromen. Diese verstärken sich noch beim Aufbrühen mit dem Handfilter. Im Mund hat man ein wenig das Gefühl, eine Zitrone oder Pampelmuse (nur nicht so stark!) im Mund zu haben. Der mittlere Körper macht den Kaffee zu einem wunderschönen Begleiter für Frühlings- und Sommertage.

Der „Espresso Levi“

Bei diesem Espresso handelt es sich um einen Blend aus einem Teil Brasil, einem Hauch ostafrikanischer Arabicabohne, indischem, gewaschenem Robusta und einem großen Anteil, dem Monsun ausgesetzten, Monsooned Malabar aus Südindien. Der Malabar und der gewaschene indische Robusta verleihen dem Espresso einen starken, kräftigen italienischen Charakter ohne bittere Noten. Er zeichnet sich durch seine schokoladigen Nuancen mit rundem Abgang aus.

Unser Eindruck: Auf den Punkt! So, wie Carsten Schäfer ihn beschreibt, hat er uns in der Redaktion auch geschmeckt. Italienisch kräftig, angenehm im Abgang und ohne den „überröstet-bitteren“ Nachklang. So muss ein Espresso schmecken!

Der „Colombia Finca la Mejorana“

Aus Kolumbien, genauer gesagt aus der Region Quimbaya, Quindío kommt dieser Kaffee. Auf der seit 90 Jahren existierenden Farm „La Mejorana“, wird der Kaffee in den Varietäten „Typica“, „Burbon“ und „Caturra“ in einer Höhe von 1400-1500m angebaut und „washed“ aufbereitet.

Unser Eindruck: Der Arabica-Excelso ist wirklich ein absoluter Genuss. Die Würze mit Anklängen von Walnuss und Schkolade sind ein Fest für den Gaumen, die Obertöne von Orange (und ein Hauch von Maracuja) absolut toll und im Abgang ist der Kaffee lang anhaltend. Dadurch, dass der Kaffee recht hell geröstet wurde, entfaltet er sich noch feiner und ist in unserer Redaktion – neben dem „BIO Kraftstoff“ ein absolutes Highlight.

Der „Guatemala Lampocoy Don Gregorio“

Bei diesem Kaffee handelt es sich um einen fair gehandelten Röstkaffee aus Guatemala. Die Bohnen für den Kaffee wachsen in einer Höhe von 1283m und werden dort per Hand geerntet. Die von Don Gregorio geführte Farm bereitet den Kaffee „washed“ auf. Im Anschluss wird der Kaffee sortiert und in der Sonne getrocknet. Die Plantage selbst liegt in der Region Nuevo Oriente. Der Kaffee von Don Gregorio wird biologisch-organisch, also frei von Pestiziden, angebaut.

Unser Eindruck: Der sortenreine Arabica-Kaffee duftet nach Kakao und erdigen Noten. Im Mund machen sich Anklänge von Nuss und Toffee bemerkbar. Der Kaffee hat einen vollen Körper, eine ganz feine Säure, die allerdings erst nach hinten raus deutlicher wird und einen langen Abgang. Ein wirklich toller Kaffee.

Der „Monsooned Malabar AA“

„Dem indischen Monsun ausgesetztem Kaffee wird seine ursprüngliche Säure entzogen. Er hat einen gehaltvollen, schweren, wuchtigen Körper, ein schokoladiges Aroma mit Noten von Gewürzen und Nüssen. Der bereits gepulpte Kaffee wird in Sisalsäcken „in Lagerhallen“ den Monsun-Winden und der örtlichen Feuchtigkeit ausgesetzt, der Kaffee saugt sich mit Feuchtigkeit voll und wird später getrocknet, Die lange Seereise sagt man, hat diesen Aufbereitungsprozess zu Zeiten der Segelschiffe kreiert. Die Tasse ist voll, kräftig, würzig, leicht hölzern, mit wenig Säure, viel Fülle und Körper.“

Unser Eindruck: Ach ja. Der „Monsooned Malabar“. Wie viele Tassen haben wir eigentlich in den vergangenen Monaten schon von diesem Kaffee getrunken? Jeder Kaffeeröster hat ihn. Er ist quasi die „Spaghetti Bolognese“ der Kaffees. Unverwüstlich, ein absoluter Dauerbrenner und dadurch leider auch ziemlich „gewöhnlich“. Natürlich schmeckt er auch hier sehr gut und geht für einige „Gelegenheits-Kaffeetrinker“ schon aufgrund seines Körpers stark in Richtung Espresso. Aber er ist einfach nicht so außergewöhnlich, da er – wie gesagt – überall im Programm aufgenommen wurde. Das macht ihn natürlich kein Deut schlechter und er ist für Fans absolut empfehlenswert. Nicht, dass wir uns missverstehen...

Der „Brasil Capoeira“

Unser letzter „Testkandidat“ der „Kaffeereise“ ist der aus der Region „Capoeira“ stammende Arabica, der – für Brasilien fast schon ungewöhnlich – in einer Höhe von 1050-1200m noch per Hand geerntet wird. Der „pulped natural“ aufbereitete Kaffee liegt in den Varietäten „Mundo Nuovo“, „Catuai“ und „Rubi“ vor.

Unser Eindruck: Dieser Kaffee ist auch wieder etwas für Kaffeeliebhaber, die feinen und weniger wuchtigen Kaffee mögen. Süße und feine, ganz dezent vorhandene Säure gleichen sich perfekt aus. Nachmittags im Frühling auf der Terrasse zum Kuchen oder zu einem Plausch mit Freunden ist der „Brasil Capoeira“ eine tolle Begleitung.

10Fazit: Für knapp 60 Euro bietet euch Carsten Schäfer vom „Café Plaisir“ eine wahre Schatzkiste gefüllt mit acht wunderbar komponierten Kaffee-Sorten und Espressi, viele Informationen zum Nachlesen (und ein wenig Fernweh) und ganz viel Liebe zum Detail und Herzblut. Einfach exzellent. Von uns gibt es dafür eine uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Die inn-joy Redaktion vergibt 10 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Carsten Schäfer von der Kaffeerösterei „Café Plaisir“ für das zur Verfügung gestellte „Testpaket“.

D. Stappen

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