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inn-joy @ Menue Karussell 2021 im "Unverhofft" im Golfclub Haus Leythe Gelsenkirchen

MenueKarussell2021Kaum eine Branche wurde in der Coronapandemie so sehr getroffen, wie die Gastronomie. Trotz sehr guter Hygienekonzepte, die schon in der Frühphase der Pandemie umgesetzt wurden und zahlreichen Versprechungen, die von der Bundesregierung nicht oder nur in begrenztem Umfang eingehalten wurden, gab es natürlich immer die alles begleitende Sorge, wann und in welcher Form es wieder weitergehen würde. Doch nun, rund 19 Monate nach dem Beginn dieser weltweiten Ausnahmesituation, kehrt wieder ein wenig Alltag ein. Erste Gastronomen fahren ihr Programm wieder hoch, bieten verschiedene – wenn auch in kleinerem Rahmen stattfindende – Events und blicken nach vorn. Bevor in 2022 wieder das zwischen Rhein und Ruhr sehr beliebte Menue Karussell in vollem Umfang neu aufgelegt wird, haben einige Gastronomen für den Herbst 2021 eine Art Menue Karussell „light“ gestartet, das nur in diesem Monat stattfindet. Wir waren für euch bei einem dieser Gastronomen. Treue Leser kennen ihn. Die Rede ist von Patrick Hoff und seinem Restaurant „Unverhofft“ im Golfclub Haus Leythe. Was uns (und auch noch euch, wenn ihr noch einige der wenigen offenen Plätze ergattern könnt) dort in diesem Jahr erwartet – davon mehr im Folgenden.


Das herbstliche Frühlingsmenue
Normalerweise findet das beliebte Menue Karussell alljährlich zwischen Februar und März statt. In der Zeit, in der der Winter sich so langsam verabschiedet und das Leben aufs Neue erwacht, verwöhnen uns zahlreiche Gastronomen mit ihren Gourmet-Menues. Schon früh wird geplant und gekocht, um dann Ende Januar am Start zu sein. Doch dieses Jahr ist alles anders. Nach diversen Verschiebungen haben sich einige Gastronomen dazu bereit erklärt, ihre Häuser von Anfang September bis Ende Oktober mit dem Menue Karussell zu öffnen, so auch Patrick Hoff mit seinem Restaurant „Unverhofft“. Bevor es dann 2022 (hoffentlich) wieder mit dem „normalen“ Menue Karussell los geht, bieten er und sein Team euch ein herbstliches Menue für den goldenen Oktober. Auf der Speisekarte finden sich eine Standard-Version und eine vegetarische Variante.
Den Anfang macht eine Jakobsmuschel mit Blumenkohl, Birne und Mandel, gefolgt von einer Essenz von der Morchel mit einer Chiffonade vom Eisbergsalat und Entenpraline. Als Hauptgang stehen wahlweise Loup de mer mit Spinat, krossen Kartoffelwürfeln, Eigelb und Sauce Rouille oder geschmorte Kalbsbäckchen mit Petersilienwurzel, Kirsche, Haselnuss, eingelegter Zwiebel und Jus zur Wahl. Den Abschluss macht das Dessert aus Quitte mit Malzbier und Nougat. Begleitende Weine, Bier und Wasser sind wie immer mit im Preis von 59 Euro enthalten.

Wir sind wieder da…
Pünktlich um 18 Uhr betreten wir das Restaurant „Unverhofft“, welches sich im Laufe des Abends fast bis auf den letzten Platz füllen sollte. Zwar spielt das Wetter nicht mit. Doch innen strahlt das Team und freut sich sichtlich auf seine Gäste. Man merkt, dass die Lange Zwangspause überwunden und die Freude zurück ist.

Wie immer werden wir sehr charmant an unseren Tisch begleitet und wie immer ist dieser sehr ansprechend gestaltet. Bereits in diesen ersten Minuten ist das Gefühl, wieder zurück im „Wohnzimmer“ zu sein, da und sorgt für eine angenehme Grundatmosphäre. Nach wenigen Minuten geht es mit einem Gruß aus der Küche und den ersten Getränken los. Serviert wird eine Tom-Kha-Gai Suppe im kleinen Gläschen mit Brot und Creme sowie einem kleinen Brick-Teig-Röllchen mit Füllung. Ein sehr fein abgestimmter kulinarischer „Opener“. Vor allem die Suppe mit ihrem feinen Schaum und der leicht scharfen Note im Nachklang kann hier ein erstes Ausrufezeichen setzen.

Es folgt mit dem ersten Gang die Jakobsmuschel mit Blumenkohl, Birne und Mandel. Hier wird das Auge mit einem wunderschönen Ensemble verwöhnt. Zwei kleine Jakobsmuscheln, der Blumenkohl als eine Art feinem Püree, die Birne schmiegt sich an und die Mandel in Crumbleart rundet das Ganze optisch ansprechend ab. Geschmacklich kann auch dieser Gaumenschmeichler überzeugen. Alles ist auf den Punkt zubereitet, hat noch ein wenig Biss und ergänzt sich gegenseitig in der Zusammensetzung der Aromen.

Nach einer Pause wird ein optisch sehr interessanter Teller serviert, der zunächst den Eindruck vermittelt, es gäbe mehr Porzellan als Inhalt. Doch natürlich wurde auch hier an die Optik gedacht. Im kleinen Rund des Tellerzentrums begrüßt uns zunächst die feine Chiffonade vom Eisbergsalat, auf der die Entenpraline thront. Als „Tea Time“ kann der Gast sich nach eigenen Vorlieben die Essenz von der Morchel hinzufügen. Während der Eisbergsalat eine schöne Geschmacksuntermalung bietet, steht die Entenpraline als Star des Tellers klar im Vordergrund. Der Geschmack wurde schön in den Fokus gerückt und wird zu keiner Zeit von anderen Aromen überlagert. Bei der Essenz, die etwas dominant ausfällt, sollte zunächst ein wenig zugegeben und probiert werden, damit diese nicht die Aromen der Praline überlagert, fällt die Essenz doch etwas würziger aus.

Der Hauptgang wird von uns sowohl in der maritimen als auch der „Wald-Variante“ gewählt. Der Loup de mer, ein mittlerweile guter Bekannter auf vielen Speisekarten, wird hier gebraten mit Spinat, der auf den Punkt zubereitet wurde, leicht kross angebratenen Kartoffelwürfeln und einer sehr schmackhaften Sauce Rouille serviert. Sehr schmackhaft!
Gleiches gilt für die zart-geschmorten Kalbsbäckchen mit Petersilienwurzel als Püree, Haselnuss als Crumble, Kirsche, eingelegter Zwiebel, die eine süßliche Note mit ins Spiel bringt sowie ein wunderbar abgestimmter Jus, der das Gericht schön garniert und den tollen Geschmack abrundet.

Beim Dessert gehen Patrick Hoff und sein Team All in. Hier serviert er Quitte mit Malzbier und Nougat sowie ein klein wenig Kresse. Während die Quitte einen guten Biss hat, kann vor allem das Nougat überzeugen. Die Kresse ist ein interessantes Extra. Mir persönlich erschließt sich die Botschaft des Desserts dahingehend, dass man hier den „herbstlichen“ roten Faden, der sich mit der Wahl der einzelnen Zutaten in jedem Gang, auch hier widerspiegeln soll. Die Quitte ist ein etwas intensiverer Gegenpart, der vielleicht nicht unbedingt einem breiten Publikum aromatisch entgegenkommt. Das muss sie aber auch gar nicht…

Im Vergleich zu den vergangenen Menues kann über die Auswahl der Weine in diesem Jahr ein wenig gestritten werden. Beim Dessert ist es natürlich eine Frage des individuellen Geschmacks. Im Gespräch mit Patrick Hoff im Anschluss an das Menue Karussell äußerte er sich, dass viele Gäste die häufig servierten süßen Dessertweine monierten. Mir hingegen wäre gerade zu diesem eher weniger süßen Dessert ein solcher Wein willkommener gewesen. Aber wie gesagt: Dies ist ganz klar 9Geschmacksache!

Fazit: Insgesamt bietet Patrick Hoff auch in diesem Jahr sein vielseitiges, spannendes und kreativ ansprechendes Menue, dass seine facettenreichen kulinarischen Küchenkreationen erneut unter Beweis stellt.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Patrick Hoff vom „Unverhofft“ und seinem Team für die Unterstützung und den wunderbaren Abend.

M. und C. Heiland

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