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Vorstellung und ausgewählte Sorten im Test: Reinholz Kaffeerösterei

ReinholzLogoKaffee rösten können – was nicht zuletzt unsere zahlreichen Kaffeerösterei-Vorstellungen zweifelsfrei belegen – Viele. Doch den Titel „Bester Röster Hessens“, verliehen vom Magazin „Der Feinschmecker“, erhält man auch nicht mal eben so. Da muss also schon eine Menge hinter stecken. Und wenn es sich dann auch noch um eine Rösterei handelt, die Wert auf Nachhaltigkeit und Fairness setzt, sich Transparenz in ihrem Handeln auf die Fahnen schreibt und hohe Qualität anbietet, dann ist es für uns fast schon eine Pflicht, über diese Rösterei einen Artikel in unserer Rubrik „Kaffeewelten“ zu bringen. Die Rede ist von der im hessischen Fulda ansässigen Kaffeerösterei „Reinholz“.

Kaffee als Berufung

Über Heiko Reinholz, Inhaber der Rösterei „Reinholz“ erfährt man Folgendes: „Für Heiko Reinholz ist Kaffee Beruf, Hobby und Lebensmittelpunkt in einem – seit fünfzehn Jahren dreht sich bei dem Kaffee-Sommelier alles um das schwarze, duftende Getränk. Während vieler Reisen in weltbekannte Anbaugebiete konnte Reinholz wertvolle Erfahrungen sammeln und ein großes Netzwerk von Gleichgesinnten aufbauen. Das Ergebnis dieser Leidenschaft sind edle Kaffee-Kreationen, in deren Zusammenstellung und Röstung die ganze Fachkenntnis des Fuldaer Röstmeisters einfließt.

Direct Trade & Röstung

Wir glauben an nachhaltiges Handeln. Daher entlohnen wir viele der uns beliefernden Farmer direkt und ohne Umwege. So wird das Geschäft mit dem Kaffee für alle Beteiligten zum Gewinn – das ist Genuss mit gutem Gewissen.

Direktimporte

In unseren Farm-Kaffees stecken nur ausgewählte Kaffeebohnen einzelner Anbaugebiete. Das garantiert echten, unverfälschten Geschmack für bekennende Kaffee-Enthusiasten.

Die Mischung macht's

Wir haben viel experimentiert und verkostet, um besonders geschmackvolle Kombinationen unserer Kaffeesorten zu finden. Unsere Kreationen bieten aromatisch-vollmundigen Kaffeegenuss für alle Liebhaber des edlen Getränks.

Preisgekröntes Aroma

2018 hat uns „Der Feinschmecker“ als eine der besten Röstereien in Deutschland ausgezeichnet. Verschiedenste Röstereien wurden im Rahmen der Nominierung anonym besucht, um von Herkunft, Qualität und Geschmack der veredelten Kaffeebohnen zu beurteilen.“

Ausgewählte Sorten im Überblick, Zubereitung und Geschmackstest

Kommen wir also nun zu dem, was die Meisten von euch besonders interessieren dürfte: Den Kaffee-Sorten von „Reinholz“. Für unseren Test hat uns Heiko Reinholz drei Sorten zur Verfügung gestellt. Die Informationstexte stammen von der Firmenwebseite, die Geschmackseindrücke von uns.

Die Verpackungen kommen mit Standboden daher und sind wiederverschließbar. Durch den Standboden können die Bohnen je nach Bedarf sauber entnommen und die Verpackung komplett verschlossen werden.

Die Kaffee-Sorten gibt es in verschiedenen Größen: 250g, 500g und 1000g. Auf der Vorderseite der Verpackungen befindet sich das Logo des Unternehmens, der Name des Kaffees, das Tassenprofil, Angaben zum Geschmack, das Herkunftsland, Angaben zu den eingesetzten Varietäten, die Aufbereitungsart und die Kontaktdaten. Am Boden eingeprägt ist das MHD. Einzig das Röstdatum hätte ich persönlich gerne noch auf der Verpackung gefunden, auch wenn man natürlich vom MHD an rückwärts rechnen könnte. Selbstverständlich kommen die Verpackungen auch mit „Aroma-Ventil“ daher, damit das Kohlendioxid entweichen, aber kein Sauerstoff in die Verpackung gelangen kann.

Die Homepage der Kaffeeösterei „Reinholz“ bietet einen schönen Überblick über die Tätigkeit des Unternehmens, interessante Einblicke in die Besuche von Heiko Reinholz vor Ort, sowie die Möglichkeit, Kaffee-Sorten aber auch Tees im Shop zu bestellen. Wer möchte, kann natürlich den Kaffee auch in der Rösterei erwerben. Zur Transparenz kann man noch als Tipp hinzufügen, dass möglicherweise detaillierte Röstprofile und genaue „Direct Trade“-Zahlungen an die Bauern vor Ort mit aufgeführt werden könnten. Dies wären allerdings nur minimale Anregungen unsererseits.

Zubereitung

Die drei uns zur Verfügung gestellten Kaffee-Sorten haben wir wie immer mit der Baratza Sette 270W und der Comandante C40 MK3 Nitro Blade frisch gemahlen. Zubereitet haben wir die Sorten im Hario V60-Handfilter, im Syphon, der French Press, im Vollautomaten und der Chemex. Das Bohnenbild aller drei von uns getesteten Sorten ist äußerst homogen. Bohnendefekte sind kaum zu entdecken. Die Röstung ist sehr gleichmäßig.

Der „Finca Fulda“ im Geschmackstest

„Habt Ihr schon von der „Finca Fulda“ gehört? Das ist eine Kaffeefarm in Mexiko, deren Besitzer Rainer Boehme - ein ehemaliger Fuldaer - vor 30 Jahren aus Deutschland aus- und in das nordamerikanische Land eingewandert ist. 1980 machte er erste Erfahrungen mit dem Bereich Landwirtschaft und gründete eine Rinderfarm; 1987 begann er mit dem Kaffeeanbau.

Aus Liebe zu seiner ehemaligen Heimat hat Rainer Boehme eine seiner Kaffeefarmen nach der Domstadt benannt. Auf der Finca Fulda gibt es eine Schule für die Kinder der bis zu 450 Mitarbeiter, eine kleine Klinik, einen Fußballplatz und eine Kantine mit kostenfreiem Essen. Bis jetzt hatte Boehme seine gesamte Ernte immer in die Vereinigten Staaten verkauft - vor kurzem konnten wir aber über 120 Sack seiner Kaffeebohnen erwerben, die nun bei uns eingetroffen sind. Das Geschmacksprofil dieses mittelkräftigen Filterkaffees erinnert uns an Vollmilchschokolade, Nussmix und grüne Trauben.“

Unser Eindruck: Kaffee aus Mexiko erfreut sich dank seiner süßen, weichen und ausgewogenen Aromen auf dem Kaffeespezialitätenmarkt einer zunehmenden Beliebtheit. Neben bekannten Fincas wie „El Flamingo“ gibt es auch hierzulande weniger bekannte Fincas, wie die „Finca Fulda“, was eigentlich ein wenig schade ist, da es sich hier qualitativ und geschmacklich um einen absolut tollen Kaffee handelt, der einen feinen Körper angenehm aufbaut, eine leichte Säure besitzt und harmonisch komponiert wurde . Andererseits ist dies natürlich auch von Vorteil, da sich durch die geringere Bekanntheit nicht alle Röster auf den Rohkaffee stürzen. Heiko Reinholz ist einer der ganz wenigen Röster, die Kaffee dieser Finca in Deutschland anbieten. Die Finca Fulda liegt Nahe der Grenze zu Guatemala in Tapachula im Bundesstaat Chiapas ganz im Südosten des Landes. Kaffees aus Chiapas, der größten Anbauregion Mexikos, verfügen über hervorragende Steinfrucht- und Kakaonoten. Der tropische Dschungel im Südosten von Mexiko schafft ein hervorragendes Klima für einen besonderen Kaffeegenuss.

Der „Colombian Spirit - Finca El Balcón“

„Die familiengeführte Farm „Finca El Balcón“ liegt nahe der Gemeinde Buenavista in der Provinz Departamento del Quindío und kann auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken. Die Kaffeepflanzen wachsen auf einer 25 Hektar großen Fläche rund um verschiedene Baumarten und Bananenstauden – so sind sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Geerntet wird der Rohkaffee der Finca El Balcón von Oktober bis November.“

Unser Eindruck: Der Rohkaffee stammt – wie bereits erwähnt – von der Finca El Balcon, aus Kolumbien. Die Finca gehört mit zu den bekanntesten und besten des Landes und kann sich mit Rohkaffees aus Huila durchaus messen. Der Kaffee wird in einer Höhe von rund 1400-1500m angebaut und gewaschen. Der Kaffee liegt in den Varietäten Castillo & Bourbon vor.

Geschmacklich kann man unsere Eindrücke mit einem Begriff zusammenfassen „Wow!“ Was für ein Kaffee. Der kräftige Geschmack, die an dunkle Zartbitterschokolade erinnernden Noten – all das macht eine wunderbare Komposition aus diesem Kaffee. Mit dezenten Röstaromen und einem tollen Abgang weiß diese Sorte voll und ganz zu überzeugen.

Der „El Salvador - Finca La Dalia“ im Geschmackstest

„Familientradition auf höchstem Niveau! Die Finca La Dalia wurde vor rund 100 Jahren von Carlos’ Großvater gegründet. Eine besondere Kaffeespezialität, die washed aufbereitet ist. Carlos lässt seinen Bourbon vom Beneficio Divisadero aufbereiten - Garantie für Qualität, schließlich werden hier viele mit dem Cup of Excellence ausgezeichnete Kaffees verarbeitet.

Der Vulkan Santa Ana ist das Wahrzeichen der Kaffeeregion Apaneca-Ilamatepec. Der vulkanische Boden verleiht unserem Red Bourbon einen ausgewogenen schokoladigen Körper mit leichten Anklängen von süßen Früchten.“

Unser Eindruck: El Salvador produziert einige der aromatischsten Kaffees der Welt. Viele von ihnen sind süß und cremig, mit Noten von Trockenobst, Zitrusfrucht, Karamell und Schokolade. Die Kaffeeregion, aus die der Rohkaffee des vorliegenden Kaffees stammt, ist die größte Region El Salvadors. Im Land gibt es rund 20.000 Kleinbauern, von denen die meisten kleine Farmen unter 20ha bewirtschaften. Der Rohkaffee wächst häufig unter Schatten. Der Kaffee der Finca La Dalia wird in einer Höhe von rund 1400m angebaut und liegt in der im Land dominanten Varietät Red Bourbon vor. Die Aufbereitung des Rohkaffees ist washed. Bereits während des Aufbrühens verbreitet sich ein facettenreiches Bouquet mit feinen Schokoladenaromen. Die Früchte schmeicheln in der Nase, später auch am Gaumen. Wenn man den Kaffee ein wenig stehen lässt, kommt die Aromenvielfalt noch besser zu tragen. Der seidige Mundgeschmack ist sehr angenehm, der Abgang mittellang. Ebenfalls ein toller Kaffee, der rundum zu gefallen weiß.

Fazit: Die Kaffeerösterei „Reinholz“ ist verdient zum „besten Röster Hessens des Jahres 2018“ gewählt worden. Hier stimmt einfach alles. Die Qualität des Kaffees ist hervorragend, der Geschmack ebenso. In Sachen Transparenz gibt es nahezu nichts zu bemängeln und auch um Fairness und Nachhaltigkeit ist man sehr bemüht. Mehr kann man kaum leisten. Daher gibt es von uns eine ganz klare Kaufempfehlung.

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Zusammensetzung der Gesamtbewertung:

Qualität: 9 von 10 Punkten

9Fairness und Nachhaltigkeit: 9,5 von 10 Punkten

Geschmack: 9 von 10 Punkten

Transparenz: 9 von 10 Punkten

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Heiko Reinholz von der Kaffeerösterei „Reinholz“ für die zur Verfügung gestellten Testexemplare.

D. Stappen

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