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| Marc Heiland | Kaffeewelten

EUREKA ATOM W65Die Espressomühle Eureka Atom W65 Casa richtet sich klar an ambitionierte Heimbaristas, die sich Technik und Komfort aus dem professionellen Umfeld in die heimische Espressobar holen möchten. Mit ihr bringt der italienische Hersteller Eureka zentrale Technologien seiner Gastronomiemühlen in ein Format, das für den privaten Einsatz optimiert wurde. Das Ergebnis ist eine Mühle, die durch hohe Mahlgeschwindigkeit, präzise Dosierung und bemerkenswert leisen Betrieb überzeugt – und damit genau jene Eigenschaften kombiniert, die viele Kaffeebegeisterte im Alltag schätzen.

Bereits der Name der Mühle verrät einige ihrer wichtigsten Eigenschaften. Die Bezeichnung „W65“ steht für das Herzstück des Geräts: ein Mahlwerk mit flachen Mahlscheiben aus gehärtetem Stahl mit einem Durchmesser von 65 Millimetern. Diese Größe findet man normalerweise eher in leistungsstarken semiprofessionellen Mühlen als in klassischen Heimgeräten. Das „W“ wiederum verweist auf die integrierte Grind-by-Weight-Technologie. Dabei wird der Kaffee nicht über eine Zeitsteuerung dosiert, sondern direkt im Siebträger gewogen. Das Ziel ist eine möglichst konstante und reproduzierbare Kaffeemenge – ein entscheidender Faktor für stabile Espressoextraktionen.

Der Zusatz „Casa“ verdeutlicht schließlich, dass dieses Modell gezielt für den Heimgebrauch angepasst wurde. Während große Gastronomiemühlen oft riesige Bohnenbehälter besitzen, ist der Hopper der Atom W65 Casa mit rund 300 Gramm Fassungsvermögen bewusst kleiner dimensioniert. Für eine heimische Espressobar ist diese Größe völlig ausreichend und verhindert gleichzeitig, dass Bohnen über lange Zeit im Behälter liegen und dabei an Frische verlieren.Im Inneren arbeitet ein leistungsstarker 320-Watt-Motor mit Direktantrieb, der die Mahlscheiben zuverlässig und konstant bewegt. Zusammen mit dem großzügig dimensionierten Mahlwerk erreicht die Mühle eine beeindruckende Mahlgeschwindigkeit von etwa 1,8 bis 3 Gramm pro Sekunde im Espressobereich. In der Praxis bedeutet das, dass eine typische Espressodosis von etwa 16 Gramm in rund acht Sekunden gemahlen ist. Für den Heimgebrauch ist das mehr als ausreichend und selbst in kleineren Büroumgebungen oder Bars mit moderatem Kaffeekonsum kann diese Geschwindigkeit durchaus überzeugen.

Ein weiteres Markenzeichen der Atom-Serie ist die sogenannte Silent Technology. Sie reduziert die Geräuschentwicklung beim Mahlen erheblich. Während viele leistungsstarke Mühlen im Betrieb ein deutliches und teilweise recht lautes Geräusch erzeugen, arbeitet die Atom W65 Casa erstaunlich zurückhaltend. Gerade in Wohnungen oder offenen Wohnküchen kann das ein echter Vorteil sein, wenn früh am Morgen der erste Espresso zubereitet wird.

Die Bedienung der Mühle erfolgt über ein Touchdisplay auf der Vorderseite. Hier lassen sich zwei programmierbare Dosen sowie ein manueller Mahlmodus einstellen. Über die Grind-by-Weight-Technologie wird die gewünschte Kaffeemenge direkt im Siebträger abgewogen. Das System arbeitet in der Praxis erstaunlich präzise und sorgt dafür, dass die programmierte Dosis in der Regel sehr genau erreicht wird. Viele Geräte werden bereits im Werk kalibriert, sodass die Dosierung oft schon beim ersten Einsatz erstaunlich exakt funktioniert.

Wer die integrierte Waage nicht nutzen möchte, kann alternativ auch klassisch nach Zeit mahlen. Dieser sogenannte Grind-by-Time-Modus erweitert die Flexibilität der Mühle. Besonders praktisch ist das beispielsweise bei mobilen Einsätzen oder wenn die Mühle auf einem Untergrund steht, der leichte Vibrationen verursacht und dadurch die Waage beeinflussen könnte. In solchen Situationen ist eine zeitbasierte Dosierung die robustere Lösung.

Ein wesentliches Merkmal vieler Eureka-Mühlen ist die stufenlose mikrometrische Mahlgradeinstellung. Dieses von Eureka patentierte System erlaubt extrem feine Anpassungen des Mahlgrades. Anders als bei rastenden Einstellmechanismen kann der Mahlgrad stufenlos verändert werden, wodurch sich die Extraktion sehr präzise justieren lässt. Gerade im Espressobereich, wo kleinste Veränderungen große Auswirkungen auf Durchlaufzeit und Geschmack haben können, ist das ein entscheidender Vorteil.

Die Einstellung selbst erfolgt über ein Drehrad auf der Oberseite der Mühle. Das System arbeitet zuverlässig und präzise, auch wenn das Einstellrad etwas größer sein könnte. In der Praxis stellt man den Mahlgrad ohnehin nur selten drastisch um – meist genügt eine kleine Korrektur, wenn sich Bohnen oder Umgebungsbedingungen verändern.

Ein weiteres technisches Detail ist das ACE-System. Diese Abkürzung steht für „Anti Clumps and Electrostaticity“. Dahinter verbirgt sich eine Konstruktion, die Klumpenbildung beim gemahlenen Kaffee reduziert und gleichzeitig elektrostatische Aufladung minimiert. Dadurch fällt das Mahlgut gleichmäßiger in den Siebträger, was nicht nur die Dosiergenauigkeit verbessert, sondern auch die anschließende Distribution erleichtert.

Die Siebträgeraufnahme der Mühle ist als universelle Hands-Free-Gabel konstruiert. Sie erlaubt es, den Siebträger während des Mahlens einfach einzuhängen, ohne ihn festhalten zu müssen. Die Konstruktion ist stabil und robust, gleichzeitig beherbergt sie die integrierte Wiegezelle der Grind-by-Weight-Technologie. Allerdings gibt es hier einen kleinen Kritikpunkt: Die Höhenverstellung der Gabel erfolgt über zwei Schrauben. Wer häufig zwischen verschiedenen Siebträgern – etwa bodenlosen und klassischen Modellen – wechselt, muss daher Werkzeug verwenden. Eine werkzeuglose Lösung wäre im Alltag komfortabler gewesen.

Optisch orientiert sich die Mühle stark an der bekannten Atom-Serie von Eureka. Das Gehäuse wirkt kompakt und gleichzeitig massiv genug, um auch neben größeren Siebträgermaschinen eine gute Figur zu machen. Mit einer Höhe von rund 436 Millimetern, einer Breite von 180 Millimetern und einer Tiefe von 191 Millimetern bleibt der Platzbedarf überschaubar. Das Gewicht von etwa zehn Kilogramm sorgt zudem für eine stabile Standfestigkeit auf der Arbeitsfläche.

Im praktischen Einsatz überzeugt die Mühle vor allem durch ihre konstante Leistung. Bereits nach wenigen Versuchen lässt sich ein sauberer Espresso einstellen. In einem typischen Setup mit 16 Gramm Kaffeemehl und etwa 26 Gramm Espresso in der Tasse – bei einer Brühtemperatur von ungefähr 91 Grad – entsteht ein harmonischer Shot mit kräftigem Körper. In der Tasse zeigen sich häufig deutliche Schokoladennoten und eine angenehme Süße, insbesondere bei klassischen Espressoröstungen.

Ein Thema, das bei Espressomühlen regelmäßig diskutiert wird, ist der sogenannte Totraum – also die Menge an Kaffee, die nach dem Mahlen im Inneren der Mühle verbleibt. Bei einem Test der Atom W65 Casa zeigt sich, dass nach dem Schließen des Bohnenbehälterschiebers noch etwa 36 bis 38 Gramm Kaffee im System verarbeitet werden können. Diese Menge entspricht ungefähr zwei doppelten Espressi. Nach dem Öffnen und Reinigen der Mühle verbleiben noch etwa zwei Gramm Kaffeemehl in kleinen Zwischenräumen wie Schrauben oder im Auswurfkanal.

Für den Alltag bedeutet das: Wer die Kaffeesorte wechseln möchte, kann zunächst die verbleibenden Bohnen vermahlen und anschließend die Mühle kurz reinigen. Ein kleiner Durchlauf oder ein Staubsauger reicht meist aus, um die letzten Reste zu entfernen.Ein weiterer Effekt zeigt sich beim Verstellen des Mahlgrades. Zwischen Mahlscheibe und Gehäuse bleibt konstruktionsbedingt etwas Platz, wodurch beim Wechsel der Einstellung ein Teil des zuvor gemahlenen Kaffees im System verbleiben kann. Wer den Mahlgrad deutlich verändert, sollte daher eine kleine Menge Kaffee zusätzlich durchlaufen lassen, um sicherzugehen, dass nur noch frisches Mahlgut verwendet wird.Im Gesamtbild hinterlässt die Eureka Atom W65 Casa einen sehr überzeugenden Eindruck. Sie kombiniert leistungsstarke Technik mit einem durchdachten Bedienkonzept und bringt professionelle Funktionen in ein Format, das für den Heimgebrauch sinnvoll angepasst wurde.

8 Besonders die Grind-by-Weight-Technologie, das schnelle Mahlwerk und die leise Arbeitsweise machen sie zu einer attraktiven Option für anspruchsvolle Espressotrinker.Mit einem Preis von knapp unter 1000 Euro bewegt sich die Mühle im gehobenen Heimsegment. In dieser Klasse trifft sie auf zahlreiche hochwertige Konkurrenzmodelle. Dennoch gelingt es der Atom W65 Casa, sich durch ihre Kombination aus Geschwindigkeit, Komfort und Präzision klar zu positionieren.Wer eine Espressomühle sucht, die zuverlässig arbeitet, konstant dosiert und dabei angenehm leise bleibt, findet in der Eureka Atom W65 Casa eine sehr überzeugende Lösung. Sie bringt ein gutes Stück Café-Technik in die heimische Küche – und sorgt dort für eine konstant hohe Espressoqualität.

Wir bedanken uns bei Eureka für das zur Verfügung gestellte Testexemplar.

D. Stappen

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